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Full text: 26, 1903

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1903 No. 3 — 
In erster Linie zeigen diese Zahlen, daß die Häufigkeit der Extreme und damit die Variabilität 
des täglichen Verlaufes im Jahre variiert; der Winter besitzt mehr Extreme, der Sommer weniger. Es ist 
dies dem Unterschied zwischen Tag- und Nachtbewegung vergleichbar. Der tägliche Verlauf aus Mitteln für 
das ganze Jahr berechnet besitzt immerhin noch 5 wohl unterscheidbare Extrempaare; sie seien der Kürze 
halber „Normalextreme“ genannt. Sodann besagen die Zahlen, daß ein jedes Normalextrem gewissermaßen 
eine Erscheinung für sich ist und seine eigene jährliche Schwankung besitzt. Bei den niederen Ordnungen 
ist dies ziemlich klar ausgesprochen, bei den höheren weniger, da liier Verschiebungen durch Ueb«'einander- 
lagerung benachbarter Extreme entstehen. Am besten zu erkennen ist- diese jährliche Wanderung der Ex 
treme hei dem Normalmaximum erster und dritter Ordnung. Das Maximum erster Ordnung tritt im Jahr 
um 8'.'3 ein, das dritter um 23’.'3. Im Laufe des Jahres nehmen sie folgende Ordnungen au: 
Jahr Aug. Sept, Okt, Xov. Dez. Jan. Fehl'. März April Mai Juni Juli 
8':3 1 1 1 3 4 3 od. 5 4 5 2 1 1 1 1 
23.3 3 3 3 1 1 1 2 1 u. 2 1 5 — 3 3 
Beide Maxirna beteiligen sich hervorragend an der Erzeugung des Hauptmaximums im ganzen Jahre, 
wechseln aber im Oktober und April ihre Rolle. Im Sommer findet das Hauptextrem zur Zeit des Normal 
maximums erster Ordnung statt, im Winter muß dieses jedoch zu Gunsten des Normalmaximums dritter 
Ordnung zurücktreten. Im ganzen Jahre besteht die Tendenz, um 8 h ein Maximum zu bilden, im Winter 
wirken dem jedoch Kräfte entgegen, die das Nachtmaximum größer werden lassen. Das muß eine physi 
kalische Ursache haben, von der man von vorn herein weiß, daß sie zur Nacht- und zur Winterszeit besser 
wirken kanD. Aehnliches zeigen auch die anderen Extreme mit größerer oder geringerer Deutlichkeit. Jeden 
falls aber besitzen selbst die kleinen Extreme der Nachtstunden mehr Regelmäßigkeit, als erwartet. Der 
Nutzen dieser Extreme für die weitere Forschung besteht darin, daß sie, wie für ein Beispiel oben gezeigt 
wurde — gewisse Eigenschaften der wirkenden Ursachen angeben lassen und so Vermutungen über die 
wirksamen Kräfte begründen können. Ihre Regelmäßigkeit kennzeichnet sie auch als wesentliche Bestandteile 
des täglichen Verlaufes und läßt es unstatthaft erscheinen, sie durch graphische oder andere Ausgleichs 
verfahren zu eliminieren. Sie entsprechen gewissermaßen jenen Zacken der Pentadenkurve der Lufttemperatur. 
Daß diese Verhältnisse nicht Eigentümlichkeiten der Station Pawlowsk sind, haben Untersuchungen 
gezeigt, die an anderen Stationen vorgenommen wurden. Diese hier anzufüliren, würde weit über den Rahmen 
vorliegender Arbeit hinausfallen. 
Mit diesen Zeilen ist das Wesentlichste von der täglichen Variation der Deklination gesagt, dessen man 
für das Folgende bedarf. 
III. Die harmonische Analyse der täglichen Variation der Deklination zu Pawlowsk 1882—83. 
Ehe irgend ein geophysikalisches Element harmonisch analysiert wird, ist zu untersuchen, ob alle jene 
Bedingungen erfüllt sind, welche aus dem Wesen der Methode entspringen. 
Die erste war, daß der Vorgang periodisch ist, d. h. der Wert um 0 h muß gleich dem um 24 1 ' sein. 
In den Annalen des Physikal. Zentralobservatoriums, 1882, Teil 1, p. 114—11!» und 1883, Teil 1, p. 106 — 113 
befinden sich die Variationen der westlichen Deklination für jede Stunde Göttinger mittlerer Zeit, sowie 
Mittel für jeden Tag und jeden Monat des Polarjahres veröffentlicht. Nachdem die Mittel für die Stunde 
24 h berechnet waren, ergab sich folgende Uebersicht: 
1882 August . . . 
*¡4 = o°43:s 
II 
"o 
03 
03 
e>. — e„ = 0'5 
September. 
44.4 
44.5 
-0.1 
Oktober. . . 
42.9 
42.9 
0.0 
November . 
40.6 
40.6 
0.0 
Dezember 
42.1 
42.0 
0.1 
1883 Januar. . . - 
42.4 
42.4 
0.0 
Februar. . . 
40.1 
40.1 
0.0 
März 
42.1 
42.2 
-0.1 
April 
41.6 
41.7 
-0.1 
Mai 
41.6 
41.6 
0.0 
Juni 
41.0 
41.0 
0.0 
Juli 
40.6 
40.6 
0.0 
August . . . 
40.5 
40.3 
0.2
	        
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