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Full text: Jahresbericht 1992

Am 241 (T = 433 a) als Leitnuklide zur Verfolgung 
der verschiedenen Kontaminationen des Meer 
wassers. 
Zur Beurteilung der großräumigen Vertei 
lung künstlicher Radionuklide und zur frühzeiti 
gen Vorhersage einer möglichen Verfrachtung ei 
ner höheren Radioaktivitätskonzentration in den 
deutschen Küstenbereich durch Meeresströmun 
gen wurden Im Kanal, Skagerrak, Kattegat, In der 
westlichen und zentralen Ostsee, dem Finni 
schen Meerbusen und der Bottensee Wasserpro 
ben entnommen, ln der Nordsee lagen die Kon 
zentrationen der künstlichen Radioaktivität sehr 
niedrig, da die Wiederaufbereitungsanlage Sella- 
fleld die radioaktiven Einleitungen in die Irische 
See bereits vor einigen Jahren sehr stark drossel 
te. Die Radioaktivität Ist damit ein gutes Beispiel 
internationaler Bemühungen zur Verringerung 
von Schadstoffeinleitungen in die Meeresumwelt. 
Im Wasser der Nordsee Ist die Kontamina 
tion durch den Reaktorunfall von Tschernobyl im 
Jahre 1991 nur noch im Bereich des nördlichen 
Skagerraks durch den Ausstrom aus der Ostsee 
nachweisbar. 
An den Positionen der ehemaligen Feuer 
schiffe „Borkumriff“ und „Elbe 1 “ wurden weiterhin 
monatlich Wasserproben entnommen und auf ih 
ren Gehalt an Cs 137, Sr 90 und Tc 99 untersucht. 
Für Cs 137 wurden hierbei Aktivitätskonzentratio 
nen bis Oktober zwischen 6,5 und 10,0 mBq/l und 
für Sr 90 zwischen 5,5 und 13,0 mBq/l bestimmt. 
Die Tc99-Aktlvltätskonzentration in der Deut 
schen Bucht lag zwischen 0,5 und 1,0 mBq/l, 
wobei die höheren Werte an den küstennaheren 
Stationen, die stärker durch die Wiederaufberei 
tungsanlage La Hague beeinflußt werden, gefun 
den wurden. Der zeitliche Verlauf der Cs 137-Aktl- 
Überwachung 
vltätskonzentration an den Positionen „Borkum 
riff“ und „Elbe 1 “ seit 1987 ist In Abb. 1 dargestellt. 
Die Kontamination der Ostsee mit künstli 
chen Radionukliden war früher hauptsächlich 
durch die oberirdischen Kernwaffentests der 
sechziger Jahre bestimmt. Nach dem Unfall von 
Tschernobyl hat sich das Inventar der Ostsee an 
künstlichen Radionukliden stark erhöht. Dieser 
Eintrag wird in der Ostsee über längere Zelt ver 
bleiben, da der Wasseraustausch mit den offenen 
Wassermassen des Nordatlantiks durch die däni 
schen Meerengen eingeschränkt Ist. Dement 
sprechend ging die Kontamination der Ostsee 
durch den Reaktorunfall nur langsam zurück, wo 
bei in der westlichen Ostsee bis 1989 sogar ein 
leichter Anstieg der Aktivitätskonzentration von 
Cs 137 durch das Vordringen von Wassermassen 
aus den stärker kontaminierten nördlichen Gebie 
ten zu verzeichnen war. Der Schwerpunkt des 
Fallouts lag In der nördlichen Ostsee. 
1992 wurden In der westlichen Ostsee für 
Cs 137 Werte zwischen 60 und 94 mBq/l, für 
Cs 134 Werte zwischen 5,2 und 8,2 mBq/l gemes 
sen, wobei die höheren Werte In den Monaten 
höherer Süßwassereinträge zu verzeichnen sind. 
Sr 90 wies eine Aktivitätskonzentration zwischen 
10 und 15 mBq/l auf. 
Überwachung auf radioaktive Substanzen: 
Schwebstoff und Sediment 
In den Sedimenten der deutschen Ostsee 
küste finden sich höhere spezifische Aktivitäten 
als in den Sedimenten der Nordsee. Dies liegt 
einerseits an der Korngrößenverteilung der Sedi- 
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