Prof. Dr. C. Bürgen: Leber die Anordnung der Nadeln einer Kompassrose etc.
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woraus folgt, dass die Bedingung für die Aufhebung der sextantalen und oktantalen Glieder sehr nahe er
füllt ist. Dies wird noch deutlicher, wenn man den Werth von b' 0 ableitet, durch welchen die Bedingung
vollkommen erfüllt werden würde. Es ergiebt sich nämlich b' 0 = 88.4 mm oder nur 1.6 mm kleiner, als der
angenommene Werth von 90 mm.
Da Herr Hechelmann seine Konstruktion auf experimentellem Wege ermittelt hat, so kann diese nahe
Uebereinstimmung auch zugleich als ein Zeugniss für die Richtigkeit der theoretisch gefundenen Bedingungs-
Gleichung (22) dienen.
Das Schlussergebniss der vorstehenden Untersuchungen ist demnach in Uebereinstimmung mit dem von
Archibald Smith und Kapitän Evans gefundenen, dass die Normalrose (englische Admiralitätsrose) die Be
dingung für die Ausschliessung der sextantalen und oktantalen Glieder der Deviationsformel sehr wohl er
füllt, dass es aber ausser dieser noch eine beliebige Anzahl anderer Konstruktionen giebt, darunter die von
Vital vorgeschlagene und die Hechelmann’sche Rose, welche diese Bedingung ebenfalls erfüllen. Bezüglich
der Normalrose wäre noch zu erwähnen, dass dieselbe zwar, vom l’ein theoretischen Standpunkte aus be
trachtet, nicht ganz richtig konstruirt ist, weil die Enden der Nadeln und nicht die Pole in den theoretisch
verlangten Winkelabständen (15° und 45°) von der Nord-Süd-Linie liegen, dass aber kaum ein Anlass vor
liegt, die Konstruktion zu ändern, da auf alle Fälle dadurch nur ein ganz geringer Fehler hervorgerufen
werden kaun.