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Full text: 24, 1901

V. Koppen: Erforschung der freien Atmosphäre mit Hülfe von Drachen. 
53 
Winkel: 
am 25. Juni 
bei S m p. Sek., mit den 
Zwischensegeln 
am 26. Juni 
bei > 9m p. S. (Böen) ohne Zwischensegel 
mit Meteorograph im Drachen 
<r 
55° 1 
1 nach 
9' 
51° j 
!• 16 korresp. 
I Messungen 
berechnet 6 
59° ' 
54° \ 
nach 
4 korresp. 
Messungen 
Zug pro 1 qm: 
3.6 kg 
6.3 kg 
Bei dem schwachen Winde, der vom 15. bis 24. Juni herrschte, hatte der Drache nur auf seine untere 
Steiggrenze probirt werden können; bei 4 m pro Sek. auf dem Thurme der Seewarte steigt er auf, sinkt aber 
immer wieder herab; bei 4.3 m pro Sek. kommt er zum „Stehen.“ Der stets zur Kontrole gleichzeitig auf 
gelassene Malay-Drache zeigt ganz dieselben Schwellenwerthe, nur hat er viel mehr Neigung, zu „schwimmen“, 
zu taumeln und zu „tauchen“, während der Treppendrache viel ruhigere senkrechte Bewegungen ausführt. 
Aber der Winkel <p betrug unter diesen Verhältnissen beim Treppendrachen nur 30° — 40°, beim Malay- 
Drachen immerhin 5 —10° mehr. 
Treppendrache No. 2 unterschied sich vom obigen, bei gleicher Breite und Tiefe, nur dadurch, dass 
die Strecke bd resp. fh (Fig. 41) um 6 cm kürzer, die Tragflächen ad und eh entsprechend unter etwas 
grösserem Winkel zu den Längsstöcken ae bezw. dli gestellt und die Tragfläche um 12% kleiner war. 
Dieser Drache flog merkwürdiger Weise nur ruhig, wenn die Mittelfläche (cf) entfernt wurde; seihst dann 
aber, mit nur den zwei Flächen ad und eh als Segeln, stieg er merklich ¡leichter, als ein ITargrave, trotzdem 
er nur 70% der Tragfläche besass, den ein Hargrave-Drache von entsprechender Gestellgrösse gehabt hätte. 
Dieses leichte Steigen ist um so bemerkenswerther, als dieser Drache nach den bisherigen Begriffen als sehr 
schwer für seine Tragfläche bezeichnet werden musste, da er 0.9 kg pro Quadratmeter wog. Man sieht 
daraus, dass diese Stellung der Flächen eine besonders günstige sein muss. 
Die Kürze dieser Drachen, in der Richtung des Windes verstanden, giebt Anlass, seine Stabilität durch 
ein Steuer von grösserem Drehmoment zu erhöhen. Ich habe deshalb, auf günstigen Erfahrungen von 
ITargrave fussend, einen Ring von 30 cm Durchmesser und 10 cm Breite aus leichtem Magnaliumblech an 
fertigen lassen, den ich an einem fast 2 m langen Bambusstock, wie in der Fig. 42 bei r gezeigt, hinter dem 
Drachen befestigte. Alles, was ich sagen kann, ist, dass das Steuer den Drachen im Fluge nicht gestört 
hat; die Versuche reichen nicht aus, um zu beweisen, dass dasselbe von Nutzen gewesen sei, da die Um 
stände nicht so waren, dass man mit Bestimmtheit hätte sagen können, der Drache wäre ohne das Steuer 
schlechter geflogen. 
Im August d. J. habe ich, nach Ablieferung dieser Drachen, drei weitere Drachen dieser Form hauen 
lassen. Am besten hat sich von diesen einer bewährt, dessen Grössenverhältnisse im Profil in Fig. 43 dar 
gestellt sind; die Zahlen sind Meter; die dicken Striche geben die Tragflächen oder Segel an, die dünnen 
die Stöcke des Gerüstes. Das grosse Mittelsegel musste ich, weil es den Drachen labil machte, heraus 
nehmen, die beiden kleinen Zwischensegel haben sich als nicht störend erwiesen. Die Breite des Drachens 
ist 1 m, seine Tragfläche 1.4 + 0.6 = 2.0 qm. In dieser Gestalt ist der Drache z. B. beim internationalen 
Septembertermin am 4., 5. und 6. September in fünf Aufstiegen als Führer oberhalb des, das Instrument 
enthaltenden 4 qm-ITargrave zur Verwendung gekommen und hat sich dabei vollkommen befriedigend be 
nommen. Von den beiden andern zeigte der eine (1.7 kg schwer hei 1.4 qm Tragfläche, macht 1.2 kg pro qm) 
so starke Neigung zum Pendeln, dass er unbrauchbar war; er stieg zwar regelrecht auf, machte aber dann 
mit seinem Hinterende Ausschläge, die rasch grösser wurden bis er umschlug und herabschoss; den Grund 
dieses sonderbaren Verhaltens zu finden ist mir leider nicht gelungen, eine sehr eingehende Untersuchung 
hätte auch wohl zu viel Zeit gekostet. Der dritte ist als Versuchsdrache so gebaut, dass seine beiden Trag 
flächen sich (durch Aufwickeln auf eine dünne verschiebbare Randleiste, die an den Längsstöcken in ver 
schiedener Höhe festgebunden werden kann) flacher stellen lassen. Dieser Drache hat genügende Stabilität, 
ist aber wegen dieses Mechanismus besonders schwer (2.0 kg bei 1.4 qm, macht 1.4 kg pro qm). Aus Zeit 
mangel habe ich nur wenige Versuche mit ihm machen können, die nur so viel gezeigt haben, dass er, 
wenn man die Tragflächen ganz flach stellt, so dass sein Längsschnitt aus einem schrägen Parallelogramm 
zu einem Rechteck wird, viel schlechter fliegt. Seine Form hat dann viel Aehnlichkeit mit einer, die, nach 
gefälliger Mittheilung des Washingtoner Weather-Bureau’s, Herr Marvin vor Jahren versucht hat, und die
	        
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