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Full text: 24, 1901

W. Koppen: Erforschung der freien Atmosphäre mit Hülfe von Draehen. 
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Holzes gelegt sind, während sie gegenüber in den Muttern gg sitzen. Das Endauge jedes Spanndrahtes geht 
durch einen Schlitz des Winkelblechs und wird durch einen Stift gehalten, der hinter das Winkelblech ge 
schoben ist. 
Diese Bleche sind von einer eigenthümlichen, sehr zweckmässigen Gestalt. Fig. 38 stellt in natür 
licher Grösse das platte, noch nicht gestanzte Blech dar, Fig. 39 dasselbe Blech, nachdem es die Stanze 
passirt hat. Der breite Lappen ist zur Aufnahme der Breitseite einer der Leisten, die zur Seite gerichteten 
und der nach unten gehende Lappen zur Aufnahme der Schmalseite zweier anderen Leisten bestimmt. Der 
erstere wird mit Schraube und Mutter befestigt, die Seitenlappen nur festgelascht, der abwärts gerichtete 
Lappen wird mit Stiften befestigt und gelascht. Nach den von Washington erhaltenen Mustern hat die 
Seewarte für diese Bleche zwei sogen. „Schnitte“ und eine Stanze anfertigen lassen; für die quadratischen 
Blech-Unterlagen für die Schraubenköpfe und für die T-förmigen Bleche ist hier kein besonderer Schnitt 
vorhanden, sie werden vielmehr durch Theilung der Vollbleche hergestellt. Bleche dieser Arten können 
unter Angabe der Dicke, vom Mechaniker Gudenberg in Hamburg-Eimsbüttel (Bismarckstrasse) bezogen 
werden. Für die 6V3 qm-Drachen werden Bleche von 0.56 mm (Gewicht 3.75 g), für die 4 qm-Drachen solche 
ebenfalls aus Weissblech, aber grossentheils 0.4 mm dick genommen (Gewicht 2.0 g), für 2 qm-Drachen 
Magnaliumbleche von 0.5 mm Stärke (Gewicht 1.0 g), die sich gut bewähren. 
Ausser 48 Blechen der eben beschriebenen Gestalt sind in einem Marvin-Drachen 30 T-förmige Bleche 
ohne den Lappen A und ferner 48 vierkantige Bleche A als Unterlagen für die Schraubenköpfe erforder 
lich. Alle Bleche und Schrauben eines Marvin-Dracliens von 6V3 qm Tragfläche wiegen zusammen 363 g. 
Die Längsstäbe werden an die vier Querrahmen durch Schrauben und Muttern befestigt (die Muttern 
kommen auf die Innenseite). Die einzusetzenden Spanndrähte müssen sehr genau abgemessen sein, da sie 
weder lose sein, noch den Rahmen verbiegen dürfen. Man erreicht dieses, indem man die Augen an ihren 
Enden über entsprechend von einander entfernten Nägeln auf einem Brett herstellt. Hat man einmal die 
richtige Länge heraus, so ist das Herausnehmen eines Drahtendes und dessen Wiederbefestigung in seiner 
Lage Sache weniger Minuten und ist man der richtigen Form des Drachens ohne weiteres Messen sicher. 
Steht das Gestell fertig da, so wird der Drache bezogen. Hierzu wird eine Zeugbahn, von der Breite 
des Zwischenraums der Querleisten jeder der Zellen des Drachens mit Einlegung einer Schnur (eines Lieks) 
gesäumt und rund um den Rahmen geschlagen. Die Enden dieser Bahn werden in solider Weise mit 
mehreren Nähten gesäumt und dann mit starkem Garn aneinander geheftet. 
Das Zeug muss eben genügend gespannt sein, ohne die Leisten bedeutend zu krümmen; eine anfäng 
liche leichte Krümmung der Längsleisten schadet in sofern nicht, als das Zeug sich im Winde reckt und 
dann nachgiebt. Die beiden Längsränder der Bahn werden mit Bindfaden in etwa */ 2 cm grossen Stichen 
an die Leisten angenäht und nach jedem zehnten Stich etwa unverrückbar befestigt. Diese Befestigungsart 
ergiebt das geringste Gewicht; freilich bedingt sie beim Bruch eines Querholzes ein etwas umständliches 
Neu-Benähen des Holzes; deshalb habe ich sie neuerdings durch das Aufnähen von plattem Band in passen 
den Abständen ersetzt, durch welche die Leiste durchgesteckt wird. Die drei kurzen Längsstäbe, welche 
die Zwischenfläche der Vorderzelle spreizen, liegen in Hohlsäumen und sind mit anders geformten einfacheren 
Blechen in dem Rahmen festgelascht. 
Zum Transport werden die Längsstöcke herausgenommen und die Querrahmen aneinander geschoben; 
um die Bleche vor Bruch zu schützen, empfiehlt es sich, die Längsstöcke durch ca. 1 dm lange Leisten zu 
ersetzen, an die die Endbleche geschraubt werden. Beim Aufschlagen sind die 4 Kantstäbe innerhalb, die 
2 Mittelstäbe ausserhalb des Zeuges zu setzen. 
Die Dimensionen des Marvin-Drachens zwischen den Aussenrändern der Leisten sind die folgenden: 
Breite 198 cm, Länge der drei Zellen 64+72 + 64 cm,*) insgesamt 200 cm, Tiefe 82 cm; jede der fünf Trag 
flächen ist also 0.64X1.98 = 1.27 qm gross, ihr Gesamtareal also 6.35 qm. Das Gewicht des Drachens be 
trägt 4.00 kg, also 630 g pro Quadratmeter. 
Der Originaldrache aus Washington ist bei den meisten Aufstiegen vom November 1899 bis Anfang 1901 
zur Verwendung gekommen und hat eine Anzahl von Malen Leisten gebrochen, die aber gleich ersetzt 
werden konnten, ohne dass das Zeug oder die Drähte hätten erneuert werden müssen. 
*) Die Breite der Leisten ist hier den beiden Endzeilen zugeschlagen, da auch sie Tragflächen darstellen.
	        
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