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Full text: 24, 1901

Rottok: Untersuchung über die Aenderung der Temperatur-Koeffizienten a und b. 
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Die Gründe für das Schlechterwerden der Chronometer bezw. für das Gleichbleiben an Güte sind schon 
vorher angeführt worden; das eigentümliche Verhalten, dass Chronometer mit der Zeit an Güte besser 
werden, hat wohl darin seinen Grund, dass die immerhin trotz sorgfältiger Anfertigung vorhandenen kleinen 
Rauheiten des neuen Werkes sich mit der Zeit abglätten und daher das letztere leichter arbeitet, sowie dass 
die starke durch das Biegen der Spiralenden veranlasste Anfangsspannung der neuen Spirale — Acceleration 
verursachend — sich verringert. Dementsprechend müssten eigentlich alle Chronometer mit der Zeit besser 
werden, dass dies aber nicht der Fall ist, hat vermuthlich seinen Grund in einer schlechteren Kompensation, 
bewirkt durch weicheres, daher durch äussere Einflüsse leichter zu beeinflussendes Material. 
Wenn auch der Koeffizient a sich, wie vorher gefunden worden ist, mit dem Alter des Chronometers 
im allgemeinen nicht vergrössert, so ist doch, abgesehen von wenig Ausnahmefällen, ein Wachsen desselben 
nachweisbar mit der Güteverschlechterung des Chronometers, d. h. mit dem Gelangen in eine niedere Klasse, 
während bei dem Koeffizienten b dieser Fall nicht festzustellen ist. 
Zum Beweise soll in der folgenden Tabelle, klassenweise geordnet, das Verhalten der Koeffizienten a 
und b für sämtliche zur Verfügung stehenden Chronometer zusammengestellt werden. 
Es können berücksichtigt werden 132 Chronometer und zwar: 
Chronometer I. Klasse 19 
» II. » 44 
» III. » 30 
> IV. » 33 
Beobachtungs-Chronometer . . 6 
Dieselben ergeben: 
Klasse 
der 
wird 
i 
bleibt 
wird 
b 
bleibt 
Chronometer 
grösser 
kleiner 
j unbestimmt 
sieh gleich 
grösser 
kleiner 
unbestimmt 
sich gleich 
I 
4 = 20% 
3 - 16% 
6 = 32% 
6 = 32% 
3 = 16% 
5 = 26% 
3 = 16% 
8 = 42% 
II 
16 - 36% 
4 = 9% 
20 = 46% 
4= 9% 
17 = 39% 
3 - 7% 
12 = 27% 
12 = 27% 
III 
15 = 50% 
1 = 3% 
o~ 
t- 
co 
*—H 
3 = 10% 
11 = 37% 
1 = 3% 
9 = 30% 
9 = 30% 
IV 
18 = 55% 
3= 9% 
o 
o 
II 
oo 
4 = 12% 
9 = 27% 
5 = 15% 
9 = 27% 
10 - 31% 
Beob.-Chr. 
4 = 67% 
— 
2 = 33% 
— 
3 = 50% 
— 
2 = 33% 
1 = 17% 
Aus der Liste ist deutlich ersichtlich, wie bei dem Koeffizienten a mit dem Gelangen der Chronometer 
in eine niedere Klasse auch das Bestreben wächst, sich zu vergrössern, während bei b das Verhalten hin und 
her schwankt. 
Mithin kann als Ergebniss dieser Abhandlung gesagt werden: 
Das Verhalten des Koeffizienten a richtet sich nicht nach dem Alter der Chronometer, 
sondern nach der Güte der Chronometer. Je minderwerthiger ein Chronometer ist, d. h. in j e 
niederer Klasse dasselbe sich befindet, um so mehr wächst auch der Koeffizient a. 
Der Koeffizient b richtet sein Verhalten nicht nach der Güte der Chronometer, er 
verändert sich im allgemeinen wenig. Die Veränderungen selber sind unbestimmt und 
schwanken hin und her. Eine Vergrösserung mit der geringeren Klasse lässt sich nicht feststellen, 
wohl aber, dass bei b, in dem Falle, in welchem derselbe ein bestimmtes Veränderungsbestreben zeigt, sich 
auch das Bestreben bemerkbar macht, sich zu vergrössern. 
3. Stellen sich im Mittel grössere Koeffizienten bei einfacher oder bei Hülfs- 
Kompensation heraus? 
Welche Kompensationsart ist für die Praxis vortheilhafter? 
3) Sind die Veränderungen bei verschiedenen Kompensationsarten bezw. Fabrikanten verschieden gross 
und ergiebt sich daraus ein Uebergewicht einer Kompensationsart, die sie für die Praxis besser erscheinen 
lässt als die andere? 
Ein Chronometer ist um so besser je geringer die Veränderungen der Koeffizienten a und b sind. Bei 
einem idealen Chronometer müssen diese gleich Null sein. Eine grosse Koeffizienten-Aenderung zeigt, dass
	        
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