Rottok: Untersuchung über die Aenderung der Temperatur-Koeffizienten a und b.
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Aus der Tabelle ist zu ersehen, dass von den vier hier unterschiedenen Fällen das „unbestimmt zu
bleiben“ für a überwiegt — 44% der Gesamtsumme; — ein bestimmtes Veränderungsbestreben tritt nur
in wenig vermehrtem Maasse auf — mit 4% — verglichen mit der ersten in dieser Abhandlung y aufge
führten Tabelle.
Von 33 Fällen sind 73% auf Vergrösserung gerichtet, während es vorher 70% waren. Daraus erhellt,
dass kein Unterschied festzustellen ist, zwischen dem Verhalten von a bei den ältesten und bei den
neueren Chronometern.
Für b macht sich eine geringere Neigung zur Vergrösserung bemerkbar — 15% gegen 23%, —
während ein Bestreben, sich nicht zu verändern, im umgekehrten Sinne — 39% zu 32% vorher — erkenn
bar ist. Im übrigen verhält sich b ähnlich wie die früheren Feststellungen ergaben.
Aus dem Ganzen ist ersichtbar, dass auch bei den ältesten Chronometern die Zeit keinen Einfluss auf
eine merksame Vergrösserung der Koeffizienten ausgeübt hat.- 1 )
In der Praxis ward gefunden, dass die Chronometer sich inbezug auf die Klassifizirung durchaus
verschieden verhalten, einige werden mit der Zeit schlechter, einige bleiben in Güte gleich, einige, allerdings
der geringere Theil, werden sogar mit der Zeit besser, wie die Tabelle III zeigt.
21 ) Als ein Zeichen für die wirkliche Güte des zu den Chronometern verwandten Materials sei hier angeführt, dass,
wenn Reparaturen nöthig werden, ein Kall, der verhältnissmässig selten eintritt, zum grössten Theile nur die Zugfeder,
seltener die Spirale zu ersetzen ist. Letztere muss nur bei starker Verrostung erneuert werden, da dann ein Bruch der
selben zu befürchten ist. Ein Springen der Zugfeder verursacht zeitweise auch ein Zerreissen der Kette und damit die
Nothwendigkeit, letztere zu repariren.
Kleinere Reparaturen sind bis jetzt nur aufgetreten durch Losewerden des Minutenzeigers, Einfressen des Zapfenlagers,
verursacht durch verharztes Oel und im besonderen bei den filteren Kittel'schen Chronometern durch Bruch eines Zahnes
an dem noch anfänglich zu schwachen Federhause.
Ein Ersatz von Rädern, wegen Abnutzung derselben, ist bisher, soweit hier bekannt ist, noch nie eingetreten.
Tab. III. Chronometer I. Klasse.
Chr.
M
Ange-
kauft
Jahr der
ersten
Klassifi
zirung*)
Klasse am
1. Januar 1901
Chr.
M
Ange
kauft
Jahr der
ersten
Klassifi
zirung*)
Klasse am
1. Januar 1901
Chr.
M
Ange-
kauft
Jahr der
ersten
Klassifi
zirung*)
Klasse am
1. Januar 1901
36
1876
1892
II
218
1885
I
272
1893
I
57
1876
Beobacht.-Chr.
222
1885
—
III
280
1894
—
III
68
1883
II
224
1886
—
I
289
1895
—
I
120
1878
1889
II
228
1886
—
II
290
1895
—
III
134
1882
1887
11
229
1886
—
II
291
1895
—
I
155
1879
—
II
231
1886
—
11
295
1896
II
190
1880
1884
IV
234
1890
—
I
297
1896
—
II
191
1880
—
I
237
1887
—
II
300
1896
—
I
193
1880
—
IV
238
1887
—
I
303
1896
—
I
194
1885
—
I
258
1891
—
I
312
1897
—
I
196
1880
—
I
259
1891
—
I
314
1897
—
I
209
1883
—
IV
260
1891
—
II
324
1898
—
I
211
1884
—
I
262
1891
—
I
328
1898
—
I
213
1884
—
IV
263
1891
—
II
329
1898
—
I
214
1884
I
n
269
1892
—
III
331
1898
—
I
215
1884
—
III
270
1892
—
II
332
1898
—
I
216
1885
—
I
271
1892
—
IV
Chronometer II.
Klasse.
2
1876?
1884
IV
50
1876
1891
II
69
1877
1889
III
20
1876?
1886
III
52
1881?
1890
III
79
1876
1892
ni
25
1876?
1886
II
56
1876
1890
IV
84
1876
1886
IV
34
1876?
1886
II
62
1876
1895
IV
92
1876
1890
IV
*) Falls beim Ankauf keine Klassifizirung stattgefunden hat, ist in dieser Spalte das Jahr der ersten Klassifizirung
angegeben worden.