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Full text: 24, 1901

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1901 No. 4 — 
Hiilfskompensation. 
wird bleibt 
Koeffizient grösser kleiner unbestimmt sich gleich 
a 15 = 32% 5 = 11% 26 = 55% 1 = 2% 
b 14 = 30% 3 = 6% 15 = 32% 15 == 32% 
Werden die Grössen a und b in den Tabellen mit einander verglichen, so zeigt sich, dass für a bei 
beiden Kompensationsarten das Bestreben, sich mit der Zeit zu vergrössern, ungefähr gleich gross ist, während 
der Koeffizient bei Chronometern mit gewöhnlicher Kompensation eine um ein Geringes grössere Neigung 
aufweist, sich nach und nach zu verkleinern. 
b giebt für Chronometer mit Hiilfskompensation ein auffälliges Bestreben kund, sich zu vergrössern 
(30% gegen 18%), ein Bestreben, welches fast eben so gross ist wie das unverändert zu bleiben. 
Dementsprechend scheint die gewöhnliche Kompensation eine für den Koeffizienten b bessere Konstruk 
tion zu sein, während im übrigen die Verhältnisse dieselben bleiben, wie sie vorher nach der Gesamt 
tabelle gefunden worden waren, auch für b bei der Hiilfskompensation, das immerhin noch mit 64% sich 
bestrebt, gleich bezw. unbestimmt zu bleiben. 
Es zeigt sich also, dass sowohl Koeffizient a wie b in den meisten Fällen keine Neigung zeigen, sich 
mit dem Alter zu vergrössern; ein Ergebniss, das befremdlich erscheint, da man annehmen müsste, dass 
die Chronometer im Laufe der Zeit sich verschlechtern und der Glaube nahe liegt, dass je schlechter ein 
Chronometer ist, um so grösser auch die Koeffizienten sind. Wenngleich aus dem vorhandenen Material 
hierseihst festgestellt worden ist, dass Chronometer I. Klasse nie grosse Koeffizienten aufweisen, so sind 
jedoch Chronometer IV. Klasse, wenn auch nur wenige, vorgefunden worden, die kleine Temperatur- 
Korrektionen haben. 
Ob die Koeffizienten sich wirklich nicht mit dem Alter der Chronometer vergrössern, kann bei den dem 
hiesigen Observatorium zur Verfügung stehenden Chronometern nicht festgestellt werden, da das Material 
der in der Kaiserlichen Marine in Gebrauch befindlichen Chronometer ein derartig gutes, bezw. starkes, 
und die Behandlung, welcher dieselben in der Marine unterworfen werden — rechtzeitige Neuölung, sofortige 
Ersetzung selbst der kleinsten schadhaften Tlieile durch neue u. s. w., — eine derartig sachgemässe ist, dass 
selbst die Zeit als zu kurz angenommen werden muss, während welcher unsere ältesten, augenblicklich noch 
in Benutzung befindlichen Chronometer in Gebrauch sind — ungefähr 26 Jahre — und dass dementsprechend 
eine wahrnehmbare Verschlechterung nur an wenigen Chronometern festzustellen ist. 18 ) Letzteres gilt in 
der Hauptsache für die iu den 70 er Jahren angekauften Chronometern und zwar namentlich für diejenigen, 
über welche schon damals als „schlecht kompensirt“ geklagt wurde, als wie M 49 (Tiede No. 304), M56 
(Tiede No. 265), M 57 (Tiede No. 368) und M 60 (Eppner No. 143). Von diesen soeben aufgeführten Chrono 
metern sind nur noch die anfänglich zur I. Klasse gehörigen M56 als IV. Klasse, sowie Ai57 als Beob 
achtungs-Chronometer im Gebrauch. Im übrigen sei als Beweis, wie gut sich die Chronometer erhalten 
haben, folgendes erwähnt: 
Von den in dieser Arbeit aufgeführten, während der Jahre 1874—1879 in den Besitz der Marine über 
gegangenen älteren Chronometern sind noch 
I. Klasse II. Klasse III. Klasse IV. Klasse 
l 19 ) 20 19 22 und 5 Beobachtungs-Chronometer. 
Wird das Verhalten der Koeffizienten dieser Chronometer im besonderen zusammengestellt, so findet man: 
wird bleibt 
Koeffizient grösser kleiner unbestimmt sieh gleich -°) 
a 23 = 37% 10 = 15% 28 = 44% 3 = 4% 
b 10 = 15% 6 = 9% 23 = 37% 25 = 39% 
ls ) Abgesehen von einigen Chronometern, deren Uebergang in die Kaiserliche Marine nicht bestimmbar ist, sind M 51 
(Knoblich No. 74) und M 252 (Tiede No. 384) die ältesten zu den Beständen des hiesigen Chronometer-Observatoriums gehörigen 
Chronometer. Von diesen zwei, im Jahre 1874 in den Besitz der Kaiserlichen Marine übergegangenen Chronometern, dient 
das erstere augenblicklich als Beobachtungs-Chronometer, während das letztere aus der Temperatur-Untersuchung der Jahre 
1897/98 noch als ein Chronometer II. Klasse hervorging. 
19 ) M 121, 187S angekauft. 
20 ) Es sind nur 64 Chronometer in Betracht gezogen worden, da von drei Instrumenten zu wenig Material vorhanden ist.
	        
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