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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1901 No. 4 —
Wird das Metallgefüge ein anderes, so muss sich auch die Elastizität des betreffenden Metalls ändern;
mithin wird sich die Elastizität des Materials mit der Zeit, namentlich hei schroffem Temperaturwechsel,
ändern.
Die Feuchtigkeit schliesslich bewirkt eine Oxydation des Metalls, wodurch wiederum die Elastizität ver
ringert, das Gefüge selbst gelockert wird.
Die Wirkung dieser drei angeführten Grössen — plötzliche Erschütterung, schroffer Temperaturwechsel
und Oxydation verursacht durch grosse Luftfeuchtigkeit — hängt von den verschiedensten Umständen ab
und tritt so verschiedenartig auf, dass sie unberechenbar ist, sich jeder Beurtheilung entzieht, jedenfalls
sich nicht unter bestimmte Regeln fügen lässt. Das eine Material wird anders von ihnen beeinflusst, wie
das andere; ein Chronometer wird sich daher anders verhalten wie ein anderes. Selbst Chronometer, welche
von demselben Chronometennacher zu beinahe derselben Zeit angefertigt und von der Kaiserlichen Marine
zu derselben Zeit angekauft worden sind, von denen man also wohl annehmen kann, dass das Material von
der gleichen Art und Güte ist, zeigen verschiedene Veränderungen von a und b.
Als Beispiel mögen folgende Chronometer dienen:
Chronometer Eppner No. 159 (M15) und Eppner No. 1(J3 (M 41) beide im Jahre 1876 angekauft, beide
nur in der Ost- und Nordsee benutzt, zeigen schon von Anfang an ganz verschiedene Grössenänderungen
von a und b. So ist die grösste Veränderung von a bei M15 = — 0?0660, bei M41 — —0?13S7, von b
bei M15 = +0?0070, bei M41 = -0?0110.
Die Chronometer Bröcking No. 917 (M190), Bröcking No. 987 (M191), Bröcking No. 940 (M 192) sind
alle drei am 13. Juli 1880. von der Kaiserlichen Marine angekauft worden; dieselben sind mit inverser Hülfs-
kompensation versehen und jedenfalls auch alle drei ziemlich zu derselben Zeit angefertigt worden. Trotz
dem zeigen ihre Temperatur-Koeffizienten a und b ein ganz verschiedenes Verhalten.
Es lässt sich hieraus ersehen, dass für die Grössenänderungen von a und b keine bestimmten Regeln
aufzuführen sind.
Einwirkung der Tropen.
Ebenso wie bei der Betrachtung des Vorzeichens soll auch hier geprüft werden, ob die Tropen und
im besonderen die durch grossen Niederschlag bekannten Gegenden (Westafrika bezw. die Südsee) einen
wahrnehmbaren Einfluss auf die Grössenänderung von a und b ausüben.
Zu dem Zwecke sind aus der Tabelle I die grössten und kleinsten Aenderungen der betreffenden Koef
fizienten ausgezogen worden, um daraus zu ersehen, wo die grösste Aenderung stattgefunden hat, ob in den
Tropen, ob in den heimischen Gewässern. 17 )
Anmerkung: In den Fällen, wo au den Chronometern Reparaturen ete. stattgefunden haben, sind die betreffenden Ver
änderungen unberücksichtigt geblieben.
Art der
Aende
rung
Koeffi
zient
Hei
mische
Gewässer
Tr
open
davon in
Westafrika
bezw.
Siidsee
Unbe
kannte
Gegen
den
grösste
a
38
22
7
r~
65
b
42
26
9
57
kleinste
a
37
35
14
| 53
1 b
35
CO
00
13
52
Aus der Zusammenstellung wird ersehen, dass die grösste Aenderung von a und b nicht in den Tropen
stattgefunden hat, sondern während des Aufenthaltes in den heimischen Gewässern.
In Prozenten ausgedrückt ist die grösste Aenderung von a für die heimischen Gewässer mit 63 %. die
von b mit 64 u /o vertreten; Westafrika und die Siidsee ergeben trotz des grossen Feuchtigkeitsgehaltes nur
12 bezw. 1B % -
'') Unter „heimische Gewässer“ sind hier alle ausserhalb der Tropen liegenden Gewässer bezw. Gegenden zu verstehen.
In der letzten Spalte sind der Vollständigkeit halber die Fälle aufgeführt worden, bei denen die Gegend des Aufenthalt
ortes der Chronometer nicht auszumachen war. Für die Untersuchung ist die betreffende Spalte unverwerthbar.