Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1901 No. 4 —
‘2(4
Die tabellarische Berechnung der Fehlergrössen beider Chrouometer ist die folgende:
Chr.
M
Be-
obach-
tungs-
jakr
a
h
Temperatur-Korrektion
für 5° C 25° C 35° C
! 1 !
N a cli vier Monaten
Abweichung
für die mit
* bezeichne-
ten C-Grade
Temp,-
Korr.
mittlere
Temp.-
Korr.
Fel
in
Sek.
1er
in
Sm
303
1896/97
1898/99
—0.003
—0.068
+ 0.004
+0.002
+ 0?430
+0.880
+ 0?370
—0.480
+1?540
—0.560
—0?350
+ lf 190
+1?365
21.00
5.3
258
1896/97
1899/00
r~ ■ —
—0.034
—0.007
*
+0.003; +0.640
+0.001 +0.170
—0.040
+ 0.030
+ 0.520
+ 0.400
' —0.052
+ 0.588
+0.614
3.12
0.8
Bei MBOB ist nach vier Monaten noch ein Fehler von 5.3 Sm festzustellen, ein an und für sich günstiges
Ergebniss. Dass der Fehler sich überhaupt noch so gross gezeigt hat, liegt in der jährlichen Veränderung,
verursacht durch das Uebergewicht von a (t-t 0 ) a über ,,+h (t — £ 0 ) 2 “ im Jahre 1898/99. Die Temperatur-
Korrektion wird daher minus, während 1896/97 „+J (t—t 0 ) u ' grösser war als „—a (t—io)“, somit eine plus
Temperatur-Korrektion erzeugt wurde.
Endergebnis s.
Zur besseren Uebersiclit und zur Erleichterung des Endurtheils sollen die bisherigen Ergebnisse zu
einer Tabelle zusammengestellt werden.
Chr.
M
Fehler in
Sm in vier
Monaten
A a
A b
B c m c r k u n g e n
89
12.8
+0.1360
-0.0120
Untersuchung des Prof. Dr. Peters.
138
11.0
+0.1178
A« gross. J Untersuchungen des Prof. Dr. Borgen.
13
8.1
+0.0077
A u gross. )
45
37.0
+0.4300
Kompensationsfehler, nicht in Betracht gezogen A n gross.
82
37.2
+0.3120
A a gross.
131
22.7
+0.0210
A b gross.
303
5.3
+0.3250
-0.0010
Untersuchungen des Chronometer-Observatoriums zu Kiel.
258
0.8
+0.0090
-0.0007
7 )
Wie die Tabelle zeigt, schwanken die sich nach den ersten vier Monaten ergebenden Fehler zwischen
37.2 und 0.8 Sm. Hieraus erhellt, dass die durch die Veränderungen von « und b hervorgerufenen
Fehler der vorausberechneten Stände eventuell so gross werden, dass sie zur Erklärung
der beobachteten Fehler herangezogen werden können und dass unter ungünstigen Verhält
nissen — und diese sind hier bei den Untersuchungen angenommen worden — immerhin die Verän
derung der Temperatur-Korrektion nicht so gering ausfällt, dass sie ohne Einfluss auf die
Schiffsrechnung bleibt.
Im allgemeinen werden die Fehler, welche Chronometer I. Klasse verursachen nur unbe
deutende sein — wie hier für Chronometer M258 nur U.8 Sm nach den ersten vier Monaten —können
daher unberücksichtigt bleiben.
Sollten aus irgend einem Grunde zur Ortsbestimmung Chronometer III. oder IV. Klasse benutzt werden
müssen, dann ist allerdings ein durch die Veränderung von u und h erzeugter, die Schiffsrechnung beein
flussender Fehler nicht ausgeschlossen und in diesem Falle müsste vorsichtig bei der Navigirung verfahren
') In der Tabelle fällt es auf, dass die angeführten Chronometer des Chronometer-Observatoriums bedeutend grössere
Fehler aufweisen, als die aus der Arbeit des Professor Dr. Peters und des Observatoriums zu Wilhelmshaven entnommenen
Instrumente. Der Grund ist der, dass bei den letzteren Chronometern die grösste Veränderung von a und b ausgesucht
wurde, innerhalb des beschränkten Zeitraums des gerade vorliegenden einen Jahres, da andere Koeffizienten dieser Chrono
meter hier nicht bekannt sind, während bei den übrigen Chronometern das grösste Aubezw. Ab herausgesucht worden ist,
das überhaupt seit dem Uebergaug dieser Chronometer in den Besitz der Kaiserlichen Marine aufgetreten ist — M 82 seit
dem Jahre 1875, M 131 seit 1877 —. Aus der Tabelle ist ohne Weiteres der Grössen-Ünterschied von Aa und Ab ersichtlich.