Rottok: Untersuchung über die Aenderung der Temperatur-Koeffizienten a und b. 25
Archiv 1901. 4.
4
Be-
I
Temperatur-Korrektion
N
a ch vier Monaten
Chr.
obacli-
a
b
Abweichung
Temp.-
Korr.
mittlere
Temp.-
Korr.
Fehler
M
•
tungs-
jahr
für 5° C
25° C
35° 0
für die mit
* bezeichne
ten C-Grade
in
Sek.
in
Sm
89
1875/76
1876/77
+ 0.063
+ 0.199
+ 0.008
—0.004
+0?170
— 2.390
+ U430
+1?590
+ 4?460
+ 2.380
—0?853
—0?G83
— 0/256
51.12
12.8
138
1897/98
1898/99
—0.1527
-0.0349
+ 0.0070
+ 0.0066
+ 2.227
+ 1.009
— 0.827
+ 0.311
*—0.254
+ 1.942
+ 0.732
+ 0.478
+ 0.112
43.92
11.0
13
1897/98
1898/99
-0.3162
—0.2319
+ 0.0192
+ 0.0115
+ 3.469
+ 5.082
— 1.169
— 1.242
— 0.038
+ 1.356
+ 0.538
+4.007
+ 3.738
32.28
8.1
45
1888/89
+ 0.643
+ 0.019
— 4.530
+ 8.330
+ 20.460
—2.467
+ 17.993
+ 19.227
147.96
37.0
1889/90
+0.213
+ 0.022
+ 0.070
+4.330
+ 13.060
82
1895/96
1896/97
—0.383
—0.071
+ 0.014 1
+ 0.017
+ 5.230
+ 2.410
-2.430
+ 0.990
—2.060
+ 5.380
+ 2.48
+ 0.42
—0.82
148.8
37.2
131
1887/88
1888/89
—0.197
—0.440
+ 0.014
+ 0.035
+ 3.370
+ 7.900
—0.570
—0.900
+ 1.660
+ 5.200
+ 1.51
+4; 88
+ 4.125
90.60
22.7
* Die mit Stern (*) bezeichneten Temperaturen kommen bei dieser Untersuchung als die für die Temperatur-Korrektion
ungünstigsten Temperaturen in Frage.
Wird das Frgebniss von 3/82 mit dem von M45 verglichen, so erscheint es auf den ersten Blick
wunderbar, dass M 82 trotz des kleineren Koeffizienten a doch einen grösseren Fehler aufweist. Der Grund
liegt aber in der Aenderung in einem Jahre, welche hei dem letzteren Chronometer eine grössere ist. Die
Grösse des Koeffizienten a hat Einfluss auf die Grösse der Temperatur-Korrektion, während bei dem Fehler
nicht die Grösse der Temperatur-Korrektion in Betracht kommt, sondern nur die jährliche Aenderung. M82
hat 1895/9Ö ein grosses a ( —) von entgegengesetztem Vorzeichen wie b, daher erhält bei 35° C trotz des
Quadrats von (t—# 0 ) die Temperatur-Korrektion das Vorzeichen minus, und es ist somit, weil die Temperatur-
Korrektion 1896/97 plus wird, der Unterschied des Jahres ein grosser, ungeachtet der im Vergleich zu M45
kleineren Temperatur-Korrektion. 6 )
Wie ersichtlich sind die Fehler nach 4 Monaten theilweise noch recht bedeutende, von 37.2 Sin (M 82)
bis 8.1 Sm (3/13), also nicht zu übersehende Grössen bei der Ortsbestimmung. Es ist hierbei aber in
Betracht zu ziehen, dass alle bisher zur Untersuchung herangezogenen Chronometer der IV. Klasse an
gehörten, also einer Kategorie von Chronometern, welche meistens nur als Kontroll-Chronometer an Bord
benutzt werden, während den Schiffen im Auslande stets Chronometer I. Klasse, ausnahmsweise II. Klasse,
als Hauptchronometer zur Ortsbestimmung mitgegeben werden.
Dass nur Chronometer IV. Klasse bis dahin zu der Untersuchung herangezogen wurden, geschah, weil
diese das grösste Aa und A& hatten, daher am besten geeignet waren, die eventuellen Grössen der Fehler
zu zeigen; um jedoch zu einem richtigen Urtheile zu kommen, sollen noch von den dem hiesigen Observa
torium zugehörigen Chronometern zwei I. Klasse herangezogen werden und zwar das augenblicklich schlech
teste, sowie das augenblicklich beste dieser Klasse -— M 303 bezw. 3/258 —.
M 303, 1896 angekauft, ist in den Jahren 1896/97 und 1898/99 einer Temperatur-Untersuchung unter
zogen worden und ergab dabei ein jährliches \a von —0.032 sowie ein jährliches Ab von —0.001.
M 258 bewies sich 1899/1900 als das beste zur Temperatur-Prüfung herangezogene Chronometer I. Kl.
Dasselbe, 1896/97 und 1899/1900 untersucht, ergab ein jährliches \a = +0.0090, ein eben solches
\l = —0.0007.
r> ) Auf die Grösse der Temperatur-Korrektion übt hauptsächlich, namentlich bei hohen Temperaturen, einen Ein
fluss aus, da dasselbe mit dem Quadrate von (t—t„) jnultiplizirt wird, — ausgenommen der Fall, dass ein grosses a von ent
gegengesetztem Vorzeichen wie b vorhanden ist, welches dem Einflüsse von b entgegenwirkt —, während den jährlichen
Fehler das Vorzeichen und das Grossenverhältniss von a und 1 beeinflusst. Der Fehler kann klein sein trotz grosser Koef
fizienten a bezw. h und trotz hoher Temperatur-Korrektionen.