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Full text: 24, 1901

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1001 No. 4 — 
wurden zur möglichsten Erreichung des Ideals als eine Art Hülfskompensation die Temperatur-Koeffizienten 
a und b bestimmt und angebracht. 
Gesetzt, dass die Kompensation sich nicht verändert hat, ein Fall, welchen wir bei dieser Arbeit an 
nehmen, ebenso wie Caspari in seiner Preissclirif't, 3 ) so müsste sie mit der einmal bestimmten Hülfskompen 
sation (a und b) stets gleich wirken, und es müssten sich daher bei einer neuen Untersuchung dieselben 
Grössen von a und b heraussteilen. Ist dieses aber nicht der Fall, wie es in Wirklichkeit stets eintritt, so 
kann es nur daran liegen, dass sich das zur Anfertigung des Chronometers benutzte Metallmaterial, d. h. 
dessen Ausdehnungs- sowie Elastizitäts-Koeffizient, geändert hat, dass demnach die Temperatur auf dasselbe 
anders einwirkt, wie bei der früheren Untersuchung. Eine Aenderung des Materials führt somit eine Aen- 
derung von a und b herbei. 
Zur Ermöglichung des Vergleichs der jedesmaligen Aenderungen von a und h sind dieselben in der nach 
stehenden Tabelle I auf eine jährliche gebracht worden. 4 ) 
3 ) Caspari sagt in seiner Preisschril't (Deutsche Ausgabe vom Jahre ISO!!, Seite‘203): Man gehe immer von der Vor 
aussetzung aus, dass, ausser bei ernsthafter Beschädigung, die Wirksamkeit der Kompensation mit der Zeit sich wenig 
verändert. 
«) Die Division durch die Anzahl der Jahre ist unter der Annahme gemacht worden, dass die Aenderung von a und b 
in der Zeit zwischen beiden Beobachtungen nahezu gleichmässig vor sich gegangen ist. Ganz genau entspricht diese An 
nahme der Wirklichkeit nicht. Die Koeffizienten a und b schwanken im Laufe der Zeit unregelmässig auf und nieder, wie 
aus der Tabelle I hervorgeht, und ist es nicht anzunehmen, dass die Prüfungen immer gerade an dem Wendepunkte der Zu 
oder Abnahme von a und b stattgefunden haben. An und Ab sind also nicht genau mit derZeit proportional. Nach Berech 
nungen des Dr. Stechert hat Ab nach Verlaufeines Jahres sein Maximum bereits erreicht, sodass die durchschnittliche Periode 
jedenfalls kleiner als ein Jahr ist, währendes bei A« zweifelhaft, ist, ob das Maximum nach einem Jahre schon erreicht sein 
wird; jedenfalls aber ist nach Ansicht des betreffenden Herrn die durchschnittliche Periode sehr wenig grösser als ein Jahr. 
Dementsprechend kann man ebenso gut schon am Ende des ersten Jahres nach der Prüfung dieselben Veränderungen von 
a und b erwarten, wie später; es wird also daher die angewandte Methode „die Aenderungen von a und b durch die Anzahl 
der Jahre zu dividiren“ nur annähernd genau sein, wenn die Prüfung am Ende des ersten Jahres stattgefunden hat, ganz 
genau, wenn sie am Ende einer Periode abgehalten wurde. Da sich jedoch die durchschnittliche Länge der Periode sehr 
schwer feststellen lässt, es müssten dann wenigstens ein Jahr lang immer nach einigen Monaten Neubestimmungen der Koef 
fizienten unternommen werden, so ist der hier getroffene Ausweg gewählt worden, der immerhin, wenn er auch theoretisch 
ein nicht ganz genaues Ergebniss zeitigt, so doch für die Praxis einen genügend genauen Anhalt ergiebt und auf dem andern 
Wege, vielleicht mit Hülfe der Wahrscheinlichkeitsrechnung, auch keine präzisen Daten erreicht werden. 
Tab. I. Anmerkung: 
In den Fällen, in welchen die vierte Dezimalstelle von n und b nicht berechnet war, ist eine Null hinzugefügt worden. 
Die grösste jährliche Veränderung von a bezw. b ist durch fetten Druck [00] hervorgehoben. 
Die kleinste jährliche Veränderung von a bezw. b ist durch halbfetten Druck [00] bezeichnet. 
Die grösste aber nicht benutzbare jährliche Veränderung von a bezw. b ist durch Cursiv-Schrift [00] bezeichnet. 
Der Aufenhaltsort in den Tropen ist durch fetten Druck hervorgehoben. 
Lfd. 
No. 
M 
No. 
Fabrik-No. 
Verfertiger 
Art der 
Kom 
pensation 
Wann 
ange 
kauft'? 
Jahr der 
Prüfung 
Klasse 
Koeffizienten 
Jährliche 
Veränderung der 
Koeffizienten 
Aufenthaltsort 
der Chrono 
meter während 
der Verän 
derung 
Be 
merkungen 
d 
b 
A« 
Ab 
1 
2 
3386 
Erodsliam 
gewöhnl. 
1876 
1878 
-0.0520 
+0.0170 
Ost-n. Nordsee 
Kompen- 
79/80 
- .1428 
+ .0152 
-0.0908 
-0.0022 
» 
80/81 
- .0211 
+ .0164 
+0.1217 
+ .0012 
» 
81/82 
- .0223 
+ .0042 
-0.0012 
-0.0122 
83/84 
11 
- .1150 
+ .0080 
- .0464 
+ .0029 
» 
85/86 
I 
- .0900 
+ .0078 
+ .0145 
-0.0001 
» 
86/87 
I 
- .0380 
+ .0053 
+ .0520 
— .0025 
90/91 
II 
- .0970 
+ .0045 
— .0148 
- .0002 
» 
92/93 
II 
- .0300 
+ .0110 
+ .0285 
+ .0033 
95/96 
in 
+ .0780 
+ .0050 
+ .0360 
- .0020 
» 
* neue 
99/00* 
IV 
+ .1130 
+ .0130 
+ .0088 
+ .0020 
» 
Spirale 
2 
3 
169 
Eppner 
? 
? 
95/96 
III 
-0.0430 
+0.0120 
— 
Ostasien 
98/99 
III 
- .0780 
+ .0150 
-0.0117 
+0.0010
	        
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