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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1001 No. 4 —
wurden zur möglichsten Erreichung des Ideals als eine Art Hülfskompensation die Temperatur-Koeffizienten
a und b bestimmt und angebracht.
Gesetzt, dass die Kompensation sich nicht verändert hat, ein Fall, welchen wir bei dieser Arbeit an
nehmen, ebenso wie Caspari in seiner Preissclirif't, 3 ) so müsste sie mit der einmal bestimmten Hülfskompen
sation (a und b) stets gleich wirken, und es müssten sich daher bei einer neuen Untersuchung dieselben
Grössen von a und b heraussteilen. Ist dieses aber nicht der Fall, wie es in Wirklichkeit stets eintritt, so
kann es nur daran liegen, dass sich das zur Anfertigung des Chronometers benutzte Metallmaterial, d. h.
dessen Ausdehnungs- sowie Elastizitäts-Koeffizient, geändert hat, dass demnach die Temperatur auf dasselbe
anders einwirkt, wie bei der früheren Untersuchung. Eine Aenderung des Materials führt somit eine Aen-
derung von a und b herbei.
Zur Ermöglichung des Vergleichs der jedesmaligen Aenderungen von a und h sind dieselben in der nach
stehenden Tabelle I auf eine jährliche gebracht worden. 4 )
3 ) Caspari sagt in seiner Preisschril't (Deutsche Ausgabe vom Jahre ISO!!, Seite‘203): Man gehe immer von der Vor
aussetzung aus, dass, ausser bei ernsthafter Beschädigung, die Wirksamkeit der Kompensation mit der Zeit sich wenig
verändert.
«) Die Division durch die Anzahl der Jahre ist unter der Annahme gemacht worden, dass die Aenderung von a und b
in der Zeit zwischen beiden Beobachtungen nahezu gleichmässig vor sich gegangen ist. Ganz genau entspricht diese An
nahme der Wirklichkeit nicht. Die Koeffizienten a und b schwanken im Laufe der Zeit unregelmässig auf und nieder, wie
aus der Tabelle I hervorgeht, und ist es nicht anzunehmen, dass die Prüfungen immer gerade an dem Wendepunkte der Zu
oder Abnahme von a und b stattgefunden haben. An und Ab sind also nicht genau mit derZeit proportional. Nach Berech
nungen des Dr. Stechert hat Ab nach Verlaufeines Jahres sein Maximum bereits erreicht, sodass die durchschnittliche Periode
jedenfalls kleiner als ein Jahr ist, währendes bei A« zweifelhaft, ist, ob das Maximum nach einem Jahre schon erreicht sein
wird; jedenfalls aber ist nach Ansicht des betreffenden Herrn die durchschnittliche Periode sehr wenig grösser als ein Jahr.
Dementsprechend kann man ebenso gut schon am Ende des ersten Jahres nach der Prüfung dieselben Veränderungen von
a und b erwarten, wie später; es wird also daher die angewandte Methode „die Aenderungen von a und b durch die Anzahl
der Jahre zu dividiren“ nur annähernd genau sein, wenn die Prüfung am Ende des ersten Jahres stattgefunden hat, ganz
genau, wenn sie am Ende einer Periode abgehalten wurde. Da sich jedoch die durchschnittliche Länge der Periode sehr
schwer feststellen lässt, es müssten dann wenigstens ein Jahr lang immer nach einigen Monaten Neubestimmungen der Koef
fizienten unternommen werden, so ist der hier getroffene Ausweg gewählt worden, der immerhin, wenn er auch theoretisch
ein nicht ganz genaues Ergebniss zeitigt, so doch für die Praxis einen genügend genauen Anhalt ergiebt und auf dem andern
Wege, vielleicht mit Hülfe der Wahrscheinlichkeitsrechnung, auch keine präzisen Daten erreicht werden.
Tab. I. Anmerkung:
In den Fällen, in welchen die vierte Dezimalstelle von n und b nicht berechnet war, ist eine Null hinzugefügt worden.
Die grösste jährliche Veränderung von a bezw. b ist durch fetten Druck [00] hervorgehoben.
Die kleinste jährliche Veränderung von a bezw. b ist durch halbfetten Druck [00] bezeichnet.
Die grösste aber nicht benutzbare jährliche Veränderung von a bezw. b ist durch Cursiv-Schrift [00] bezeichnet.
Der Aufenhaltsort in den Tropen ist durch fetten Druck hervorgehoben.
Lfd.
No.
M
No.
Fabrik-No.
Verfertiger
Art der
Kom
pensation
Wann
ange
kauft'?
Jahr der
Prüfung
Klasse
Koeffizienten
Jährliche
Veränderung der
Koeffizienten
Aufenthaltsort
der Chrono
meter während
der Verän
derung
Be
merkungen
d
b
A«
Ab
1
2
3386
Erodsliam
gewöhnl.
1876
1878
-0.0520
+0.0170
Ost-n. Nordsee
Kompen-
79/80
- .1428
+ .0152
-0.0908
-0.0022
»
80/81
- .0211
+ .0164
+0.1217
+ .0012
»
81/82
- .0223
+ .0042
-0.0012
-0.0122
83/84
11
- .1150
+ .0080
- .0464
+ .0029
»
85/86
I
- .0900
+ .0078
+ .0145
-0.0001
»
86/87
I
- .0380
+ .0053
+ .0520
— .0025
90/91
II
- .0970
+ .0045
— .0148
- .0002
»
92/93
II
- .0300
+ .0110
+ .0285
+ .0033
95/96
in
+ .0780
+ .0050
+ .0360
- .0020
»
* neue
99/00*
IV
+ .1130
+ .0130
+ .0088
+ .0020
»
Spirale
2
3
169
Eppner
?
?
95/96
III
-0.0430
+0.0120
—
Ostasien
98/99
III
- .0780
+ .0150
-0.0117
+0.0010