Dr. II. Maurer: Zur Klimatologie von Deutsch-Ostafrika.
19
Tanga am 9. Nov. 1896. . . . 160.6 mm
Daressalam... » 21. April 1897.... 98.2 »
Lindi » 9. .Tan. 1898.... 87.1 »
Einen Ueberblick über die jährliche Regenvertheilung in den verschiedenen Theilen der Kolonie giebt
die Tabelle IX. (Siehe Seite 20 u. 21.)
Usambara. In Usambara ist der Monsunwechsel deutlich ausgesprochen. In Buloa (Ost-Usambara)
überwiegen nördliche Winde von November—März, in Kwai (West-Usanibara) von Oktober—April. Die Regen-
vertheilung ist in Ost-Usambara und im südlichen Theile von West-Usambara ähnlich wie im Norden der
Küste; in der Zeit von Juni —Oktober fällt mehr als doppelt so viel Regen wie in der Zeit von Dezember
bis Februar. Es erklärt sich dies daraus, dass der Südost-Passat, zum Steigen gezwungen, beträchtliche
Wassermengen in das Land bringt. Diese Wassermengen nehmen naturgemäss von Südosten nach Nord
westen ab. Wie kolossal die Niederschläge in einzelnen Jahren werden können, zeigen die Zahlen von
Kwamkors im Süden von Ost-Usambara. In West-Usambara sind im äussersten Süden noch ziemlich grosse
Regenmengen zu erwarten (vergl. Ambangulu, auch Sakarre), während der Norden sehr viel trockener ist,
wie die Zahlen von Kwai und besonders von Neu-Bethel, der nördlichsten Station, beweisen. Auch die
Regenvertheilung im Jahre ist hier eine andere; der Winter ist trockener als die Zeit von Dezember bis
Februar. In den 3 Jahren 1897—99 ist unter den Monaten August bis Oktober in Kwai keiner mit mehr
als 30 mm Regen gewesen.
Der Kilimandjaro. An der Südseite des Kilimandjaro lagern sich die jahreszeitlichen Luftströmungen
des NE-Monsuns und SE-Passates und die täglichen Berg- und Thalwinde übereinander. Der letztgenannten
Einwirkung entsprechend überwiegen im Jahresmittel am Abend um 9 ? ’ die Fallwinde beträchtlich, sodass
in Mamba um diese Tageszeit nur in den Monaten Juli und August, in Moshi in keinem Monat südliche
Winde die häufigeren sind. Während so der abendliche Fallwind durch die Siidost-Passatströmung im Winter
kaum beseitigt wird, sind die Luftströmungen am Tage viel stärkeren jahreszeitlichen Differenzen unterworfen.
So überwiegen auch Nachmittags um 2 Uhr nördliche Winde in Mamba vom Dezember bis März (November
und April sind Uebergangsmonate). In Moshi zeigt schon der März um 2 r ' reichlich Südwinde.
Wie gross aber hier die Variabilität in den Windrichtungen von Jahr zu Jahr ist, möge die folgende
Zusammenstellung für Moshi zeigen. Es bedeutet darin S ein Ueberwiegen der Windrichtungen aus südlicher,
N ein solches aus nördlicher Richtung in den einzelnen Monaten.
Jan. Febr. März April Mai Juni Juli
( 1894,95 S
7" \ 1897/93 N
I 1898/99 N
I 1894/95 S
2'' \ 1897/98 N
l 1898/99 N
S S S N
N N N S
N S S S
N N N N
N S N S
N S S S
N N
S S
s s
N S
S N
S S
Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.
N N S SS
S S S N S
S S S S N
S S S S S
S S S S N
S S S S N
liier findet man um 2 p wenigstens noch in 5 Monaten in den 3 Jahren eine rohe Uebereinstimmung;
um 7 rt ist aber nur der Monat Oktober zu finden, der in den 3 Jahren denselben Typus zeigt. Die starke
Entwicklung der nördlichen Winde im Jahre 1897/98 entspricht der grossen Trockenheit dieser Zeit. Die
durchschnittliche Regenmenge darf man in Moshi auf etwa 900 mm, in Mamba auf etwa 1500 mm annehmen.
Nach der jahreszeitlichen Yertheilung des Regens kann man ähnlich wie in Tanga zwei getrennte Regen
zeiten unterscheiden und die Zeit des Passates ist auch hier, besonders in den höheren Lagen am Berg nicht
so trocken wie die Regenpause im Sommer.
Die zentralen Theile der Kolonie. Die Windbeobachtungen aus den zentralen Theilen der Kolonie
zeigen, dass hier sehr komplizirte Verhältnisse vorliegen. In Kilossa ist in dem Jahre 1898, in dem der
Nordost-Monsun besonders kräftig entwickelt war, der Monsunwechsel deutlich hervorgetreten. Vom April
bis September herrschten um 2 P südliche, in den übrigen Monaten nördliche Winde vor; früh und abends
überwogen vom Februar bis Mai nordwestliche Winde. 1897 traten diese Nordwestwinde, abgesehen vom
Monat März, der durch Ostwinde ausgezeichnet war, vom Januar bis inkl. August stark hervor. Mittags
wachen sie südlichen bis südöstlichen Winden in der Zeit vom April bis Juni. Vom September an herrschten
nordöstliche bis östliche Winde zu allen Tageszeiten.