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Volltext : 23, 1900

12

Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Seewarte  —  1900  No.  5

Ein  Studium  der  Tab.  V  lehrt,  dass  die  Analogie  zwischen  dem  täglichen  und  jährlichen  Verlaufe  noch
weiter  geht.  Auch  der  jährliche  Verlauf  zeigt  das  zeitliche  Auseinandergehen  der  beiden  Minima  bei  der
Annäherung  an  die  Zeit  grösster  Wärme  und  ihre  spätere  Annäherung  gegen  Mitternacht  hin,  wie  auch
ferner  die  grössere  Konstanz  des  Zeitpunkts  der  Maxima.  Ebenso  findet  sich  im  jährlichen  Verlauf  die
geringere  zeitliche  Verschiebung  der  Extreme  in  Barnaul  im  Vergleich  mit  Bremen.

Tab,  v  (cf.  §  5).  Jährlicher  Gang  der  interdiurnen  Veränderlichkeit  der  Temperatur
(Lage  der  Extreme  und  Grösse  der  Aenderungen.)
Bremen  1891/99  Barnaul  1853/62

a
I.
Max.

A

b
I.
Min.

A

c
II.
Max.

A

d
II.
Min.

A

a—c

d—b

a
I.
Max.

A

b
I.
Min.

A

c
II.
Max.

A

d
II.
Min.

A

a—c

1“

1

-0.78

4

0.23

5

-0.28

7

0.89

0.55

-0.11

12

-2.9

4

0.3

5

-1.9

7

4.5

2.6

2“

11

-0.85

4

0.24

5

-0.36

7

0.97

0.61

-0.12

12

-3.0

4

0.4

5

-1.8

7

4.4

2,6

3“

11

-0.81

4

0.19

5

-0.30

7

0.92

0.62

-0.11

12

-3.1

4

0.4

5

-1.8

7

4.5

2.6

4«

11

-0.85

4

0.19

5

-0.24

7

0.90

0.66

-0.05

12

-3.3

4

0.5

5

-1.8

7

4.6

2.8

5“

11

-0.91

4

0.08

5

-0.25

7

1.08

0.83

-0.17

12

-3.5

4

0.4

5

-1.6

7

4.7

3.1

6“

11

—

—

—

—

—

7

1.14

—

—

12

-3.9

4

0.3

5

-1.4

7

5.0

3.6

7“

11

-1.33

4

0.17

5

-0.36

8

1.52

1.16

-0.19

12

-4.1

4

0.2

5

-1.4

7

5.4

3.9

8“

11

-1.31

4

0.52

6

-0.64

8

1.43

0.79

-0.12

12

-4.4

4

0.5

5

-1.5

8

5.4

3.9

9“

1

-0.97

4

0.68

6

-0.95

9

1.24

0.29

-0.27

12

-4.1

4

0.7

5

-1.8

8

5.2

3.4

10“

1

-0.70

3

0.79

6

-1.12

9

1.03

-0.09

-0.33

12

-3.5

4

0.7

5

-1.7

8

4.6

2.8

11“

1

-0.56

2

0.90

6

-1.18

9

0.84

-0.34

-0.28

12

-2.8

4

0.6

5

-1.5

8

3.7

2.2

Mittag

1

-0.44

2

1.05

6

-1.23

9

0.62

-0.61

-0.18

12

-2.3

4

0.6

5

-1.4

7

3.1

1.7

1P

1

-0.31

2

1.03

6

-1.23

9

0.51

-0.72

-0.20

12

-2.0

4

0.5

5

-1.2

8

2.7

1.5

2  P

1

-0.22

2

0.99

6

-1.12

9

0.35

-0.77

-0.13

12

-1.9

4

0.6

5

-1.3

8

2.6

1.3

3  P

1

-0.16

3

0.99

6

-1.14

9

0.31

-0.83

-0.15

12

-2.0

4

0.6

5

-1.3

8

2.8

1.5

4P

1

-0.14

2

0.95

6

-1.17

9

0.36

-0.81

-0.22

12

-2.3

4

0.6

5

-1.4

8

3.1

1.7

bP

1

-0.23

2

0.86

5

-1.10

9

0.47

-0.63

-0.24

12

-2.6

4

0.7

5

-1.5

8

3.3

1.8

6  P

1

-0.33

3

0.80

6

-1.06

9

0.59

-0.47

-0.26

12

-2.9

4

0.6

5

-1.3

8

3.6

2.3

7  P

1

-0.39

3

0.55

6

-0.80

9

0.64

-0.16

-0.25

12

-3.2

4

0.4

5

-1.3

8

4.0

2.7

8  P

1

-0.48

3

0.36

6

-0.60

9

0.72

0.12

-0.24

12

-3.4

4

0.3

5

-1.2

8

4.2

3.0

9  P

1

-0.61

4

0.25

5

-0.38

7

0.77

0.36

-0.16

12

-3.4

4

0.2

5

-1.2

7

4.3

3.2

10  P

1

-0.71

4

0.32

5

-0.45

7

0.84

0.39

-0.13

12

-3.2

4

0.0

5

-1.3

7

4.4

3.1

UP

1

-0.78

4

0.29

5

-0.44

7

0.93

0.49

-0.15

12

-3.0

4

0.1

5

-1.5

7

4.4

2.9

Mitternacht

1

-0.76

4

0.25

5

-0.45

7

0.96

0.51

-0.20

12

-2.9

4

0.2

5

-1.7

7

4.4

2.7

Tages-  |

81
7i

mittel  a.  \
24Std.-  |
werthen  J

1

-0.51

3

0.33

5

-0.42

9

0.62

0.18

-0.11

12

-3.1

4

0.4

5

-1.4

4.0
1

2.6

Für  Bremen  ergiebt  sich  das  winterliche  (Ausstrahlungs-)  Maximum  für  2“  bis  8 a  im  November,  für  die
übrigen  Stunden  im  Januar.  Für  die  Stunden  11“—5 P  tritt  das  erste  Minimum  bereits  im  Februar  ein,  für
6P—8P  im  März,  die  übrigen  Stunden  9 P —9“  im  April,  und  der  Betrag  der  Abnahme  ist  für  3 P  und  4P
am  kleinsten,  7“  und  8“  am  grössten.  In  Folge  der  Zunahme  der  Insolation  musste,  wie  wir  es  hier  finden,
die  auf  das  Winter-Maximum  folgende  Abnahme  der  I.  T.-V.  im  jährlichen  Gange  hei  der  Annäherung  an
die  warme  Tageszeit  im  Jahre  zeitiger  aufhören  als  in  den  Stunden  der  mehr  ausgesprochenen  Herrschaft
der  Ausstrahlung.  Wie  zu  erwarten,  tritt  dann  entsprechend  das  II.  Maximum  im  Jahresverlauf  der  I.  T.-V.
für  die  wärmeren  Stunden  8“  bis  8 p  erst  im  Juni,  also  später  auf  als  für  die  übrigen  Stunden,  die  es  im
Mai  zeigen,  wie  auch  das  II.  Minimum  von  9“  bis  8 P  erst  im  September  eintritt,  während  die  übrigen  Stunden
dies  im  Juli  bezw.  August  zeigen.  Die  Insolations-Schwankung  umfasst  in  Bremen  für  11“  bis  5P  7  Monate,
für  9 P  bis  5“  3  Monate,  also  die  Ausstrahlungs-Schwankung  5  bezw.  9  Monate;  die  Extreme  treten  um
9—10“  und  6—8 p  ungefähr  zur  Zeit  der  Solstitien  und  Aequinoktien  auf,  abgesehen  von  dem  Ausstrahlungs-Maximum, ­
  das  sich  im  Januar  findet.  Wie  hervorgehoben,  zeigt  eine  Stunde  einen  abweichenden
Gang,  indem  für  6“  das  Einstrahlungs  -  Maximum  fehlt  und  die  Kurve  für  diese  Stunde  vom  November  bis
            
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