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Full text: 70, 1942

Kalle, Kurt: Das anomale Verhalten des Wassers usw, 135 
sein brauchen, sondern daß im Gegenteil in den meisten praktisch verwirk- 
lichten Fällen beide Erscheinungen sogar völlig unabhängig voneinander in 
verschieden tiefen Wasserschichten zur Ausbildung kommen, 
Schrifttum, 
K.Kalleu. H. Thorade, 1940, Tabellen und Tafeln für die Dichte des Seewassers. Aus d, Archiv 
d. Deutschen Seewarte u. d. Marineobservatoriums, Bd. 60, Nr. 2, 
K. Kalle, 1941. Fluchtentafeln zur Bestimmung der horizontalen Schallgeschwindigkeit aus Salz- 
gehalt und Temperatur des Meerwassers, Ann. d. Hydr. usw, Bd, 69, 105. 
G. Tammann, 1938, a. Die abnormen Abhängigkeiten der Eigenschaften des Wassers von der 
Temperatur und dem Druck, Z. anorg. allg. Chemie, 235, 49 bis 61. 
G. Tammann, 1938, b. Die abnormen Eigenschaften des Wassers. Forsch. u. Fortschr., 14, 66 
bis 67. 
Über den Wärmehaushalt eines Binnensees. 
Von M. Franssila, Meteorologische Zentralanstalt, Helsinki, 
Theoretische Einleitung, 
Der Wärmehaushalt der Bodenoberfläche kann durch die Gleichung 
(1) S=B+L+V 
ausgedrückt werden, worin 
S = die Strahlungsbilanz, 
B = der Wärmeumsatz im Erdboden, 
Li = der Wärmeumsatz zwischen Bodenoberfläche und Luft, 
V = die Verdampfungs- bzw. Kondensationswärme. 
Die Größen S und B können direkt gemessen werden. Die Bestimmung von 
[, und V verursacht dagegen große Schwierigkeiten. Wenn man annimmt, daß 
für Wärme und Feuchtigkeit derselbe Austauschkoeffizient angewandt werden 
darf, so können L und B auf folgende Weise ausgedrückt werden: ; 
d# 
L=-—c,M dz 
df 
Paz? 
rr 
wobei — KA der Gradient der potentiellen Temperatur, — Ar der Gradient der 
spezifischen Feuchtigkeit, » der Austauschkoeffizient, c, die spezifische Wärme 
bei konstantem Druck und d die Verdampfungswärme des Wassers ist. Aus den 
Gleichungen (1), (2) und (3) bekommt man 
d? df 
SB (az taz) 
wobei angenommen wird, daß die Größen 7, ss und Ar genau über der Boden- 
oberfläche gemessen worden sind. Im stationären Zustand, wo also der Wärme- 
bzw. Feuchtigkeitsfluß in jeder Höhe gleich groß ist, kann man durch Messung 
von A und er in beliebiger Höhe den Austauschkoeffizienten bestimmen. 
Gleichung (2) setzt voraus, daß Wärme nur in der oben angenommenen 
Weise in die Höhe, wo die Gradienten AR und af gemessen worden sind, zuge- 
führt oder davon entzogen wird. Diese Annahme ist jedoch im allgemeinen nicht 
streng erfüllt, und zwar wegen advektiver Vorgänge. 
Die Bedeutung der Advektion haben vor allem Falkenberg (ı) und 
Krügler (2,3) hervorgehoben, Sie haben die Grundgleichung des Wärmehaus- 
haltes in der Form 
5) S=B+L+V+A 
geschrieben, wobei A die Advektion bedeutet, und die Summe L -+ A daraus als 
Restglied bestimmt. Für dieses erhielten sie Werte, die sehr schwankend waren, 
[n solchen Fällen, wo sie die Advektion für verschwindend klein hielten, be- 
kamen sie für den Austauschkoeffizienten Werte, die nur ungefähr ein Zehntel
	        
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