Die Polhölie des Nordthurms der Deutschen Seewarte.
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Es erübrigt nun noch, die Beobachtungen wegen der Schwankung der Polhölie zu korrigiren, sie also
auf die Lage des „mittleren Pols“ zu reduziren. Die Korrektionen dazu können dem „Bericht über den
Stand der Erforschung der Breitenvariation am Schlüsse des Jahres 1899 von Th. Albrecht“, Berlin 1900,
entnommen Averden, wo die Werthe der Formel
cp—<f 0 = + x cos ?. + y sin l
mitgetheilt sind. Diese Zahlen sind also die Deduktionen beim Uebergang von den Mittelwerthen der Pol-
höhe auf die momentan geltenden Werthe für einen Ort, dessen westliche Länge von Greenwich /. beträgt.
Um daher umgekehrt auf den mittleren Werth der Polhölie überzugehen, sind die entgegengesetzten Zeichen
zu nehmen. — Nach Seite 7 und 8 des angeführten Berichtes erhält man für die einzelnen Stände die fol
genden Korrektionen der Polhölie:
Korrektion auf mittlere Polhölie
Stand
Polstern
Südsterne
Mittel
0°
—oro5
—0f06
—OfOö
90
+ 0.06
—0.01
+0.02
180
+ 0.07
+ 0.08
+0.07
270
+ 0.10
+ 0.09
+ 0.10
Mittel
+ 0f04
+oro3
+oro3
Im Mittel folgt daher + 0"03, welche, an den oben abgeleiteten Werth angebracht, für die Polhölie
des Nordthurms der Deutschen Seewarte
53=32' 50!00
gibt.
Für die Zeitbestimmungen wird jetzt ein Passagen - Instrument von Bamberg benutzt, welches im
Garten der Seewarte aufgestellt ist. Dasselbe befindet sich 55.33 m nördlich und 62.94 m östlich vom Stande
des Universal-Instruments im Nordthurm; daher ist die Polhölie des Passagen-Instruments im Garten
1"79 grösser als die des Nordthurms, und zwar
53=32' 5U79.No full text available for this image
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