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Ans dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1900 No. 3 —
Kreisstand
u Ursae minoris
Südsterne
Datum
9
Anzahl
der Ein
stellung.
Beob
achter
Datum
Stem
9
Anzahl
der Ein
stellung.
Beob
achter
270°
1899 Juli 18
53° 32'52100
4
st.
1899 Juni 2
x Bootis
53° 32'48121
6
M.
» 20
53.33
4
St.
»
49.03
6
st.
54.31
4
st.
a Bootis
48.56
6
st.
55.41
4
M.
n Bootis pr
46.99
8
M.
55.10
4
M.
Juli 18
y Herculis
48.43
4
st.
53.15
4
M.
»
48.20
4
M.
54.79
4
st.
x Ophiuchi
47.60
4
M.
55.69
4
st.
»
48.83
4
st.
55.29
4
M.
d Herculis
48.28
6
St.
54.17
4
M.
u Ophiuchi
53 32 47.12
6
M.
52.42
4
M.
53 32 53.92
4
st.
Fasst
man die Beobachtungen auf jedem Stand
zu Mittelwerthen
zusammen, indem
man den einzelnen
Reihen ein
Gewicht, entsprechend der Anzahl der Einstellungen, beilegt, so erhält man
die folgenden Pol-
höhen:
Kreisstand
Polstern
Südstern
Standmittel
0°
53° 32'49171
53° 32'50130
53° 32'50100
90
50.22
48.90
49.56
180
47.68
50.75
49.22
270
54.13
48.06
51.09
53° 32'50144
53° 32'49150
53° 32'49197
Betrachtet mau die Unterschiede der Polliöhenwerthe aus den Nord- und Südstern-Beobachtungen auf
den einzelnen Ständen, so erkennt man, dass sie der Hauptsache nach von den periodischen Tlieilungsfelilern
des Kreises herrühren. Für die Biegung des Fernrohrs würden sie theils positive, theils negative Werthe
ergeben; bei der soliden Konstruktion und der Kürze des Fernrohrs ist aber anzunehmen, dass sie, wie bei
allen gebrochenen Fernrohren, ganz klein ist. Nimmt man daher in bekannter Weise die halben Diffe
renzen als Theilungsfehler an, so erhält man die folgenden Werthe:
Stand 0° 90° 180° 270°
Theilungsfehler . ±0130 + 0166 ±1153 + 3103
Der letztere grössere Werth rührt zum Theil wohl mit daher, dass bei diesem Kreisstand eine ziemlich
schlechte Stelle des Kreises mit benutzt wurde. Da bei 0° und 180° bezw. 90° und 270° Zenitpunkt im
wesentlichen nur die Ablesungen in den Mikroskopen miteinander vertauscht erscheinen, so kann man diese
beiden Gruppen in eine zusammenfassen und erhält dann für die periodischen Theilungsfehler:
Stand 0°/180° 90°/270°
Theilungsfehler . ±0191 “ 1 "84.
Nach Anbringung dieser Theilungsfehler würden die Unterschiede zwischen den Polhöhen aus den Nord-
bezw. Südsternen sich sehr verringern, der Mittelwerth dagegen bleibt der gleiche.
Aus der Uebereinstimmung der Kreisstände folgt der mittlere Fehler der Polhöhe zu ¿0141. Aus
den Abweichungen der Mittelwerthe einer bei Kreis West und bei Kreis Ost gemessenen Zenitdistanz vom
betreffenden Tagesmittel folgt für die Beobachtung einer Doppelzenitdistanz der mittlere Fehler:
Polstern Südstern Beobachter
±0168 ±0166 St.
±1.63 — R.
±0.88 ±0.55 M.
Hiernach lässt sich der mittlere Fehler der Polhöhe auf ±0105 veranschlagen.