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Georg We ge man n : Die Oberflächen-Strömungen des nordatlantischen Ozeans nördlich von 50® N-Br.
Archiv 1S99. 4.
dieser Koordinaten geschieht nach der Formel
dp (1 -\-bk)
~nP) U—ß cos 2 </ )
533.74
1—ß ros 2 tf
<1.02783—¿')
für ¡500 Faden Tiefe. Bezüglich des von Mohn als konstant, nämlich = 0.000045, angenommenen Kom
pressibilitäts-Faktors Tj muss ich auf die Litteratur verweisen.® 1 ) Für einen Druck von 300 Faden Wasser
kann man i; in der Tliat als konstant — 45 bis 4(5. IO -6 annehmen, innerhalb der in Frage kommenden
Temperaturen von 0°—10° Celsius, so dass die Formel trotz dieses Irrtlnnns bestehen bleibt. Für die
Berechnung von 2' braucht man Bestimmungen des spezifischen Gewichtes aus verschiedenen Tiefen, wie es
sich an Ort und Stelle wirklich verhält, bezogen auf destillirtes Wasser von 4° Celsius als Einheit, S . Der
artige, brauchbare Beobachtungsreiben sind aber für den atlantischen Ozean, nördlich von 40° N-Br. spärlich.
In der Mitte, an den Ost-, West- und Nordwestküsten fehlen sie ganz. Für den Südrand, doch schon ausser
halb des hier betrachteten Gebietes, liegen 6 Stationen des „Challenger“ vor. 54 55 ) Die der „Gazelle“ zwischen
Portsmouth und den Azoren, 56 * * ) ebenso des „National“ 5 ") und der „Valdivia“ 5S ) sind zur Bestimmung von
unbrauchbar. Am günstigsten steht die Nordgrenze; hier befinden sich zwischen Schottland und Island
etwa 10 Mohnsche Stationen 59 60 ) — davon 8 des „Voringen“ und 2 der „Porcupine“®°) unter W. Thomsen
— ausserdem noch 6 sehr vollständige Beobachtungsreihen von Dickson auf der „Research“ 8I ) (1894).
Für die Irmingersee und Davisstrasse sind ausgezeichnete Beohachtungsreihen vorhanden, nämlich 6 von
Hamberg® 2 ) (1883) im Ostgrönlandstrom gewonnen, sodann 3 Mohnsche zwischen den Färöern und Island
und schliesslich vor allem 57 Serien der dänischen Ingolf-Expedition ® 3 ) (1895—189(5), welche erst kürzlich
publizirt sind. Für alle Stationen sind nach obiger Formel die vertikalen Koordinaten der Dichtigkeitsfläche
berechnet und in eine Karte eingetragen worden. Folgende Tabelle enthält die Länge und Breite der Stationen,
~mF und die vertikalen Koordinaten der Dichtigkeitsfläche.
(Siehe Tabelle auf Seite LS.)
Es ist zu bemerken, dass die Dicksonschen Werthe sich schlecht in die Mohnsche Dichtigkeitsfläche
einftigen lassen, während die von Hamberg und der Ingolf-Expedition sich gut anscldiessen. Wegen der
ungleichen Vertheilung der Positionen ist es trotz der grossen Anzahl der benutzten Salzgehaltreihen zur
Zeit unmöglich, sich auch nur annähernd ein Bild von der Dichtigkeitsfläche des atlantischen Ozeans nördlich
von 50° N-Br. zu entwerfen. Wohl lässt sich dieselbe für die Gewässer um Grönland und Island konstruiren,
jenes Gebiet, dessen Strömungen in erster Linie zu bestimmen waren. Im allgemeinen ist zu sagen, dass
die Fläche für den nördlichen atlantischen Ozean sich von N nach S hebt und mau somit in der Hauptsache
auf eine, wenn auch nur geringe Verstärkung der Windströmungen schliessen muss; denn die Dichteströmungen
bewegen sich derart, dass sie zur liechten die Erhebung der Dichtigkeitsfläche haben, hier also nach NE
(ähnlich) wie die Windströmungen, wenn auch nur mit höchstens '/s von deren Stärke, entsprechend der viel
geringeren Grösse der Koordinaten. Die Dichtigkeitsfläche der Irmingersee ist nach Mohns Anleitung her-
gestellt, indem ihre vertikalen Koordinaten in eine Karte 61 ) grösseren Maassstabes speziell jenes Meerestheiles
eingetragen sind, und dann die Linien gleicher Erhebung gezogen und zwar von 5 zu 5 cm. Diese den
54 ) Report of the Challenger expedition. Phys. a. Cbem. Vol. II. S. 14 ff.
Aus dem Ai'chiv der Deutschen Seewarte, 1899 No. 6: Engelhardt: Dichtigkeitsfläche der Ostsee. 8. 5.
51 ) Challenger exped. Vol 1.
s «) Ergebnisse der Forschungsreise S. M. S. „Gazelle“. Phys. und Chem. Bd. II.
s7 ) Ergebnisse der Plankton-Expedition. Krümmel: Geophysikalische Beobachtungen.
5!> ) Annalen der Hydrographie etc. 1899 (Vorläufiger Bericht).
M ) Den Norske Nordhavs Expedition, Torna: Chimi I.
60 ) W. Thomson: The deapths of the Sea.
61 ) Dickson: The movements of the surface water of the North Sea anil annual Report of the fishery hoard of Scotland.
w ) Hamberg: Hydrograftsk Kemiska iaktagelser fran Grönland 1883. (Part. III. S. 13.
M ) The Danish Ingolf-Expedition 1895—1896. Knudsen: Hydrography.
*«) Karte II.