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4L Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1986
Für die geplante Nutzung der ERS-1-Daten wurden als Reaktion auf das int Mai
von der ESA herausgegebene „Announcement of Opportunity“ drei Vorschläge
eingebracht. Es handelt sich hierbei zum einen um den
- DHI-Vorschlag zur Untersuchung von Fronten und Ölverschmutzung und der
Flachwasserbathymetrie in der Deutschen Bucht mit Hilfe der hochauflösenden
Radaraufnahmen,
zum anderen um Beteiligung am
- nationalen Vorschlag zur Nutzung des „Along Track Scanning Radiometer
(ATSR)“ für die Erfassung der Oberflächentemperatur der Nordsee
und am
- internationalen PIPOR (Program for International Polar Oceans Research), in
dein vor allem die Anforderungen nach Echtzeit-Radaraufnahmen von der Eis
bedeckung der Ostsee dokumentiert werden.
Die Eiserkundungsüüge mit Seitensicht-Radar konnten mit Erfolg fortgesetzt wer
den, da der zweite zu kalte Winter in Folge wiederum zu einer ausgedehnten
Eisbedeckung der westlichen Ostsee geführt hatte. In den wolkenfreien Zeiträu
men des Winters konnten die Eisverhältnisse durch mehrere ausgezeichnete Wet
tersatellitenaufnahmen und für die Kieler und Mecklenburger Bucht auch durch
Aufnahmen des amerikanischen Forschungssatelliten LANDSÄT-5 dokumentiert
werden (vgl. Abb. 8).
Für das Projekt „Remote Sensing of Sea Ice“ der deutsch-kanadischen Zusammen
arbeit wurde für den Schlußbericht über die „Erste eisbrechtechnische Expedition
mit FS „Polarstern“ (im Mai 1984) ein Beitrag über die „Eisverhältnisse und
Fernerkundung des Eises vor Labrador“ abgefaßt.
2.2.2.3 Erdmagnetischer Dienst
Erdmagnetisches Observatorium Wingst-
Die erdmagnetischen Variationen wurden mit dem digitalen Registriersystem er
faßt und auf Magnetband gespeichert. Registrierlücken wurden über das alte
analoge System aufgefüllt; die Basen beider Systeme wurden mit dem Protonen-
Komponenten-Magnetometer (Horizontal- und Vertikalkomponente, Totalintensi
tät und relative Deklination) und dem Stationstheodoliten (absolute Deklination)
laufend kontrolliert.
Wie in den Vorjahren wurde das alte Observatoriumsniveau der Horizontalintensi-
tät über eine Messung nach Lamont mit Stationstheodolit und Schwingkasten
reproduziert. Die Differenz gegen das neue Bezugsniveau (Internationaler Magne
tischer Standard, seit 1981 gültig für Wingst) ist weiterhin stabil; das ist ein
Zeichen für die Güte der Basisinstrumente.
Unter Federführung des DHI wurde der Momentanwertvergleich mit 24 europäi
schen Observatorien fortgesetzt und ausgewertet; die beteiligten Stationen erhiel
ten die Monatsmittel der Differenzen und eine Übersicht der von den Säkularvaria
tionen befreiten maximalen Schwankungen dieser Monatsmittel.
Das Erdmagnetische Jahrbuch Nr. 27 des Jahres 1981 ist 1986 erschienen. Es
wurden erstmals die auf Magnethand erfaßten Minutenwerte der Variationen des
digitalen Registriersystems zur Ableitung der Stundenmittel benutzt. Die Weltda
tenzentren erhielten ein Magnetband der Minutenwerte desselben Jahres. Das
digitale System wurde mit dem alten Hauptsystem verglichen, um den nahtlosen
Übergang zu sichern. Das Ergebnis dieser Untersuchung wurde im Jahrbuch
veröffentlicht.