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Volltext : 21, 1898

Prof.  Dr.  C.  Borgen:  Ueber  die  Auflösung  nautisch-astronomischer  Aufgaben  etc.

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(34)

I

(  cof  (2  M)  =  cof  (<ii  +  (SV)  —  ca/(2  r)  +-  rü/(d t  —  ¿V)
/(£)  -  f(r+M)+f(r-M)
cof  (Sa  )  —  cof  {2  <f)  —  cof  (?)  +  cof  (<?,  -  <$ 2 )
l/(M-i 0 )  =  if(S,)
Nachdem  so  t 0  bekannt  geworden  ist,  erhält  man  Au  durch:
Ati  =  4(«l  +  «2)  -M 0 —  4(Wl  +  W 2 )
Ist  nach  mittlerer  Zeit  beobachtet,  also  4  (ui  +  m 2 )  in  mittlerer  Zeit  ausgedrückt,  so  muss  natürlich
4  («l  +  a 2 )  +  h  ebenfalls  in  mittlere  Zeit  verwandelt  werden,  ehe  man  Au  ableitet.

t 0  ~  M-(M-t a )

Beispiel.  (Aus  Brünnow,  S.  319.)  Dr.  Westphal  beobachtete  am  5.  Oktober  1822  in  Cairo
(Breite  —  30°4i4N)  an  einem,  nach  mittlerer  Zeit  gehenden  Chronometer  die  folgenden  Zeiten,  zu  denen
a  Herculis  und  «  Arietis  in  gleicher  Zenithdistanz  sich  befanden:
a  Herculis  um  8 h 31 m 21 *  I  im  Westen,  «  Arietis  um  8 h 47 n ’30 !  im  Osten.
Die  Sternörter  waren:

«Herculis:  «i  =  17 h  6 ro 34?26  <5 t  —  14°36'  2^0N
«Arietis:  « 2  =  1  57  14.00  d 2  =  22  37  22.7N
Breite  und  Deklinationen  sind  gleichnamig,  letztere  erhalten  das  Zeichen  +.  (u 2 —Ui)  =  +0 h  16"’  9’
mittlere  Zeit  =  +0 h 16 m U?65  Sternzeit,  (« 2 —«i)  —  8 h  50’"39?74,  also  r  =  —4 h 17 m 14f04  =  -64°18i51.
Die  weitere  Rechnung  ergiebt  dann:

==  +  14°36i03
da  =  +  22  37.38
¿i+äi  =  +  37  13.4  COf(öi+h)  =  +  3741.5
d,-d 2  =  -  8  1.3  co/(di-<J 2 )  =  +  9136.2,,
2t  =  -128  37.02  cof  (2  t)  —  -  2515.4,,
cof  (2  M)  +15393.1
2  M  =  +  l°18:i0
M  =  +  0  39.05
i  =  -64  18.51

cof(ö  i-d 2 )  +  9136.2,,
f(t+M)  =  -  4992.9
f(r-M)  —  -  5173.6
f{S)  =  -10166.5  cof(S)  =  +  357.5,,
cof  (2  cp)  =  +  1878.2
f(S\)  —  +309.95  cof(Si)  =  +10656.9
f(M-t 0 )  =  -154.98  M~t 0  =  +2°34i93
M  —  +0  39.05
t 0  =  —1  55.88
=  -0 h  7 m 43?52
4  («i+«a)  —  21  31  54.13
4  («i+« 2 )+i 0  =  21  24  10.61

r+M  —  -63°39:5
r—M  —  —64  57.6
2f/>  =  +60  8.8

Die  Sternzeit  im  mittleren  Mittag  war  =  12 b 54 m 2f04,  also  4(«i+« 2 )  +  io  =  8 b  28 m 45?00  mittlere  Zeit
und  da  4  (?<i  +  M 2 )  =  8 h 39 ni 25^50  mittl.  Zt.  ist,  so  findet  sich  der  Stand  der  Uhr  Au  =  —  10 m 40?50.
Brünnow,  welcher  dies  Beispiel  zur  Erläuterung  des  Verfahrens,  aus  drei  gleichen  Sternhöhen  Zeit
und  Breite  zu  bestimmen,  anführt  (ausser  den  hier  benutzten  Sternen  war  noch  «  Ursae  minoris  beobachtet)
findet  A  u  =  —10”"40?56,  also  sehr  nahe  übereinstimmend  mit  obiger  Rechnung.
Bei  der  Entnahme  von  f(Si)  und  M—t a  aus  der  Tabelle  der  Mercator’schen  Funktion  ist  ein  kleiner
Kunstgriff  zur  Anwendung  gekommen,  welcher  es  ermöglicht,  in  gewissen  Fällen  einer  Tabelle,  welche  die
Funktionswerthe  nur  auf  Zehntel  giebt,  diese  dennoch,  wenigstens  sehr  nahe  richtig,  auf  Hundertel  zu  entnehmen ­
  und  entsprechend  auch  den  zugehörigen  Winkelwerth  auf  Hundertel  Minuten  zu  erhalten.  Ein
Blick  auf  die  Tabelle  zeigt,  dass  innerhalb  der  ersten  10  bis  12  Grade  immer  eine  grössere  Anzahl  von
Funktionswerthen  dasselbe  Zehntel  haben;  dies  ist  eine  Folge  davon,  dass  das  Zehntel  um  eine  Einheit
erhöht  wird,  sobald  die  Hundertel  den  Werth  5  übersteigen  und  andererseits  die  Hundertel  weggeworfen
werden,  solange  sie  kleiner  als  5  sind.  Um  bei  unserem  Beispiel  zu  bleiben,  so  liegt  die  dem  Werthe  von
cof{St)  =  +10656.9  entsprechende  Funktion  mitten  in  einer  Reihe  von  Werthen,  die  alle  als  Zehntel  4
haben  und  speziell  zwischen  309.4  und  310.4;  im  Ganzen  sind  es  27  Werthe,  deren  Zehntel  4  ist  und  unter
19
diesen  ist  309.4  der  19 te .  Dieser  muss  daher  um  0.1  =  0.07  grösser  sein  als  der  erste  der  mit  .4
            
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