W. Koppen: Neuere Bestimmungen über das Verhältnis® zwischen der Windgeschwindigkeit etc.
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2'
Beauf.: 0 1 2 S i 5 6 7 8 9 10 11 12
Alle diese Vergleiche sind von Hrn. Curtis in
der früher üblichen Weise ausgeführt worden, dass
die momentanen Schätzungen als Argument ge
nommen und die Windwege der betreffenden
Stunde nach diesen geordnet und zu Mitteln ver
bunden wurden. Wie schon erwähnt, hat auf meine
Bitte Hr. Curtis die Güte gehabt, einen Theil des
von ihm verwendeten Materials, nämlich den auf
das Robinson-Anemometer zu Scilly bezüglichen,
umzuordnen unter Anwendung der Anemometer-
werthe als Argument, und mir das Resultat brief
lich mitzutheilen. In Fig. 2 geben die Kreuzchen
die Vergleiche nach der ersten, die Punkte jene
nach der zweiten Methode, aus demselben Mate
rial, wieder. Man sieht, wie wesentlich verschieden
die entsprechenden beiden Kurven verlaufen, die
nur bei den Stärken 4 bis 6 annähernd zusammen
fallen.
Auch Hr. Curtis hat also, als er stündliche Windwege nach Augenblickswerthen, wie es die Stärke
schätzungen sind, ordnete, für die ersteren bei schwachen Schätzungen zu grosse, bei starken zu kleine Zahlen
bekommen, wie dies a priori zu erwarten ist. (Meteor. Zeitschr. 1888, S. 239, Fussnote),
Man muss eben die Schätzungen nach den Windwegen ordnen, nicht umgekehrt, und erst nachträglich
die den ganzen Schätzungsgraden entsprechenden wahren Windwege durch Interpolation bestimmen. Unver
ständlich bleibt es freilich, dass auf der einen Seite dieser Einfluss gerade bei der Umordnung der Stunden-
werthe des Scilly-Anemometers so gross erwiesen hat, auf der andern Seite aber die 10-Minuten-Werthe bei
der ersten Untersuchung so gut wie gar keine Abweichung von den Stundenwerthen gezeigt haben.
Da die nachträgliche Umordnung des Materials in der angegebenen Weise nur selten möglich ist, so
müssen wir suchen, die Grösse dieses methodischen Fehlers zu bestimmen und sie als Korrektion an den
jenigen Reihen anbringen, die nun einmal nur in der älteren Berechnungsart vorliegen. Eine solche Um
ordnung ist bis jetzt nur dreimal geschehen, nämlich 1888 durch mich an Sprung’s Material von der
deutschen Küste und durch Waldo an seinen Messungen auf dem Atlantischen Ozean und neuerdings 1897
durch Hrn. Curtis an einem Theil des von ihm in seiner neuesten Schrift über den Gegenstand verwendeten
Materials, nämlich an den Schätzungen und Anemometer-Aufzeichnungen von Scilly.
In Sprung’s Material, das ich durch seine Gefälligkeit nach dem Manuskript umordnen konnte, ist
die im Beobachtungstermin geschätzte Windstärke mit der mittleren Windgeschwindigkeit der zwei anliegenden
Stunden verglichen. Der Fehler wird deshalb hier grösser sein, als wenn man einstündige Mittel zum Ver
gleich nimmt, wie dies bei den übrigen Untersuchungen geschehen ist, allein gewiss weniger als doppelt so
gross. Nehmen wir indessen, um den Fehler sicher nicht zu überschätzen, für einstündige Mittel die Hälfte
der an Sprung’s Zahlen gefundenen Werthe als maassgebend an, so erhalten wir folgende Zahlen (Meter
pro Sek.), wenn wir Waldo’s kurzer Beobachtungsreihe das halbe Gewicht der beiden anderen geben:
bei Beaufort:
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
1. Korrektion nach Curtis
-1.4
-1.0
-0.2
+0.1
+0.0
+0.1
+0.8
+2.8
+4.3
+4.5
+5.2
2. Halbe Korr, nach Köppen-Sprung
-0.3
-0.1
-0.0
+0.3
+0.5
+0.8
+1.2
+1.8
+2.4
+3.0
+3.6
3. Korrekt, nach Waldo
-1.3
-1.9
-0.9
-0.2
+1.1
+1.2
+1.4
+1.2
+0.9
Mittel
-0.9
-o.s
-0.3
+0.1
+0.4
+0.6
+1.1
+2.1
+2.9
+3.8
+4.4
Wir müssen diese Korrektion an die unter 1 und 4 aufgeführten Vergleiche von Scott und Chatterton
anbringen und zugleich an diesen auch die Skala berichtigen, nach der die Angaben der Anemometer ge
messen sind. Während nämlich Herr Curtis in seiner Abhandlung die wirklich durch eingehende Versuche