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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1898 No. 5
Wenn der Beobachter des Met. Office notirte:
1
2
Ö
4
5
6
7
8
9
[ bei E ,
1.3
1.5
2.2
3.1
4.0
4.9
5.9
6.4
7.7
schätzte der Wärter des 1
Leuchtschiffs 1 ”
1.2
2.2
3.0
3.7
5.0
5.6
6.8
l „ W
1.4
2.2
3.2
4.2
5.1
6.3
7.2
8.0
—
Da vorauszusetzen ist, dass beim Beobachter am Strande der ablandige Westwind schwächer ist, als
auf dem Leuchtschiff, während der Ostwind sie wohl beide annähernd gleich stark trifft, so macht Hr. Curtis
die Annahme, dass ersterer Beobachter um so viel höher schätze, und für den Westwind nur zufällig sich
beide Differenzen ausgleichen. Welcher von beiden Beobachtern richtiger schätzt, ist fraglich, doch nimmt
Hr. Curtis nach dem Vergleich mit Scilly und Fleetwood an, dass es der Leuchtthurmwärter sei. Eine
ebensolche zufällige Ausgleichung zweier Fehler nimmt er ferner bei dem Vergleich der Anemometer-
Angaben und Schätzungen in östlichen Winden an, insofern als in diesen auch das Anemometer durch den
oben berührten wahrscheinlichen Einfluss des grossen, dem Luftstrom frei exponirten Gebäudes, auf dem
es steht, zu grosse Windgeschwindigkeiten liefert. Die den einzelnen Schätzungsgraden entsprechenden Ge
schwindigkeiten stellen sich nach der Schrift von Curtis folgendermaassen, in „miles perhour“.
Schätzung:
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
| N bis SE-Winde...
4.2
6.S
10.1
14.S
20.2
25.4
31.2
35.9
45.0
—
\ W-Winde
—
6.1
S.8
12.5
15.7
20.5
27.0
32.3
—
—
Fleetwood
5.1
8.1
11.6
15.9
20.7
26.2
31.5
37.5
46.3
51.8
| Robinson-Anemometer
4.0
6.8
9.4
13.7
19.9
26.1
31.5
35.6
415
51.7
Scilly < Druckrohr- J stiindl.
2.9
5.9
8.9
13.8
19.2
24.8
30.9
39.5
44.7
52.0
1 Anemometer 1 10 Min.
2.9
6.0
9.0
13.9
19.2
24.7
30.8
38.6
44.6
55.0
| Druckrohr- I stündl.
5.1
8.6
12.7
17.1
21.2
24.0
27.6
34.0
38.5
Holj hea ^ nemo;m | |o 3ü n
| 4.9
8.6
13.0
17.2
21.4
24.4
27.8
33.8
39.1
—
Die Ab-weichung der Zahlenreihen von Holyhead glaubt Hr. Curtis darauf zurückführen zu können, dass
der Beobachter die leichten Winde unterschätzte und die starken überschätzte, was ihm, ohne Kenntniss dieses
Resultats, auch von Hrn. Gaster aus der Erfahrung an den täglichen Wetterberichten bestätigt wurde/
Nach dem Vergleich mit der Gesamtheit der übrigen Vergleichungen zwischen Beauforts-Skala und Wind
geschwindigkeiten werden wir aber dazu gedrängt, anzunehmen, dass der Beobachter von Scilly den ent
gegengesetzten Fehler beim Schätzen macht, also die hohen Grade zu niedrig, die niedrigen zu hoch schätzt.
Dieser Annahme scheint freilich der Vergleich seiner Schätzungen mit jenen von St. Agnes im Wege zu
stehen; allein berücksichtigen wir, dass bei diesem Vergleich die Schätzungen von Scilly (St. Mary) als
Argument dienten, so werden wir die grössere Höhe der Schätzungen zu St. Agnes bei niedrigen Windstärken
vielleicht der oben erwähnten Abstumpfung der Extreme zuschreiben dürfen, während allerdings dieselbe
bei den hohen Windstärken diesem methodischen Fehler zum Trotz erscheint und also hier sicher auf einem
niedrigeren Taxiren auf Seite des St. Mary-Beobachtors beruht.
Curtis hat als Endresultat seiner Untersuchung das Mittel aus Fleetwood, Yarmouth bei östlichen
Winden und den beiden Anemometern von Scilly genommen. Stellen wir diesem Mittel als gleichberechtigt
ein zweites gegenüber, in welchem die zwiefach unsichere Reihe von Yarmouth durch jene von Holyhead
ersetzt und Scilly nur mit einfachem Gewicht genommen ist, so ergeben sich folgende Zahlenreihen, die
noch wegen der Methode zu korrigiren sind:
Beauforts Skala:
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Mittel «*) : Scilly,
miles p. h. ..
4.0
6.9
10.0
14.5
20.0
25.6
31.3
37.1
44.4
(51.8)
Fleetwood, Yarmouth
[ m. p. Sek. ...
1.8
3.1
4.5
6.5
8.9
11.4
14.0
16.5
19.9
23.1
Mittel b\ Scilly,
[ miles p. h. ...
4.6
7.7
11.2
15.6
20.5
25.2
30.4
36.3
42.7
(51.8)
Fleetwood, Holyhead
[ m. p. Sek. .. .
2.1
3.4
5.0
6.9
9.2
11.3
13.4
16.2
19.1
23.1
Mittel beider (e)
[ miles p. h. ...
4.3
7.3
10.6
15.0
20.2
25.4
30.7
36.7
43.0
(51.8)
1 m. p. Sek
1.9
3.3
4.7
6.7
9.0
11.4
13.7
16.4
19.5
23.1
*) Die kleinen Abweichungen dieser Reihe von der Endreihe von Curtis rühren davon, dass Mer die, nach Obigem
ganz ungenügenden, Korrektionen fortgelassen sind, die Curtis wegen des von ihm erkannten, aber unterschätzten Fehlers
der Methode angebracht hat.