L08 Aunalen der Hydrographie and Maritimen Meteorologie, März 1937,
wohl sicher nicht verschließen und ebensowenig seinen Beweisen aus sicher
beobachteten starken Sprüngen der Echoabstände, aus denen er steile Stufen im
Meeresboden folgert, die mit geologischen Erwartungen in Einklang sind, Können
nämlich nur Normalen des Meeresbodens Bahnen der Echoabstände sein, so er-
hält man typisch verschiedene Verläufe der rasch aufeinanderfolgenden Echo-
abstände je nach der Steilheit von unterseeischen Grabenrändern, wie dies die
Abbildungen 1 und 2 verdeutlichen,
I. Im Fall einer flachen, aber mit einer Kante bei A (Abb. 1} einsetzenden
Böschung erhalten wir links von a den der Tiefe gleichen Echoabstand a A, auf
der Strecke a b aber überhaupt kein Echo, da keine
Bodennormale diese Strecke schneidet, Auf der
Strecke bd wächst der schräge Echoabstand von
bA = (aA)see @ [@& = Böschungswinkel] bis dC
= (dD) seca, wobei auf dem Streckenteil bo nur
dieser die Tiefen im Verhältnis cos « unterschreitende
Abstand gelotet wird, während im Abschnitt cd
außer ihm durch ein zweites Echo auch die richtige
Tiefe cC =D erhalten wird.
ZI. Bei steiler Böschung (Abb, 2) findet man links
von a und im Abschnitt be die richtigen Tiefen a A
bzw. bC = €eD, dazwischen aber auf der Strecke ab
wieder kein Echo. Auf der Strecke eC werden zwei
Echos gehört, von denen das eine der richtigen Tiefe cD = dE = eF entspricht,
während das andere im Abschnitt cd zu kleine, im Abschnitt de zu große Tiefen
vortäuscht,
Bei senkrechter Böschung endlich werden die unmittelbar aufeinander-
folgenden verschiedenen Tiefen richtig mit dem Echo gelotet, ohne daß sich eine
Strecke olıne Echo oder mit einfachen unrichtigen oder mit Doppelwerten des
Abstandes einschaltet,
Während in den genannten Fällen mit nur einer Bodenstufe zu große Echo-
abstände nur im Doppelecho neben richtiger Tiefenmessung auftreten können,
wird später gezeigt werden, daß beim Yor-
handensein von benachbarten Böschungen auch
nur ein einziges Echo auftreten kann, das
einem die Tiefe stark überschreitenden Echo-
abstand entspricht,
Das Ausbleiben des Echos bei schiefem
Winkel zwischen Schallstrahl und Meeresboden
wird bei Echolotung mit gerichteter Schall-
aussendung noch häufiger auftreten als bei
allseitiger Schallaussendung, wo die Wahrschein-
lichkeit einer zu irgendeinem Schallstrabl senkrechten Bodenstelle größer ist. In
der Tat habe ich schon 19321) auf das Ausbleiben des Echos auf Registrier-
streifen des französischen Echolotes aufmerksam gemacht, das bei schiefem
Winkel zwischen Schallstrahl und Boden auftrat sowohl bei senkrechtem Strahl
and stark geneigtem Meeresboden als auch bei waagerechtem Boden aber starker
Strahlneigung während des Schlingerausschlags des Schiffes,
Um nun auch unter Berücksichtigung dieser Gedankengänge ein Urteil über
die Bodengestaltung bei der Emden-Tiefe nach den Beobachtungen dieses Schiffes
zu gewinnen, habe ich die Originalbeobachtungen, für deren Überlassung ich
der Nautischen Abteilung des Oberkommandos der Kriegsmarine zu großem Dank
verpflichtet bin, erneut durchgearbeitet, In der beigefügten Karte im Maßstab
1:40000 (Tafel 19) sind die geraden Kurse I bis VIII eingezeichnet, die die
„Emden“ dort am 29. April 1927 in der Zeit von 12%®hb bis 171% gefahren hat,
Senkrecht zu jeder Kurslinie sind die Überschüsse der Echoabstände über 9000 m
ohne Überhöhung im gleichen Maßstab 1:40000 als Tiefen mit den genauen
Schallgeschwindigkeiten berechnet, angetragen, Die dünnen Parallelgeraden zu
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Ann. d. Hydr. 1932, 8. 168.