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Full text: 21, 1898

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1S9S No. 3 — 
Der grösste Höhenwinkel ergab sicli zu 8° 19' zwischen S und W, sonst aber blieb er weit darunter. Wenn 
man nun auch annehmen muss, dass infolgedessen die Schätzung der Bewölkung ein wenig beeinträchtigt 
worden ist, so darf man doch andererseits diesen Einfluss nicht hoch anschlagen, wenn man sich der Ver 
gleichsbeobachtungen erinnert, welche auf Veranlassung von Herrn Wild in Pawlowsk vorgenommen wurden. 
Schätzte man nämlich die Bewölkung am ganzen Himmel und diejenige Wolkenmenge, welche innerhalb 60° 
Zenithabstand vorhanden war, so ergab erstere Methode wohl etwas grössere Werthe, aber selten über eine 
volle Stufe und niemals mehr als anderthalb Stufen (15%) im Monatsmittel. 3 * ) Da aber in Tiflis im un 
günstigsten Falle immer noch ein Zenithabstand von 82°, meist aber von mehr als 85° zur Verfügung stand, 
so darf man den hierdurch entstandenen Fehler auf höchstens 5% anschlagen, ein Betrag, der aber, wie 
Herr Laurenty 1 ) gezeigt hat, kaum den persönlichen Fehler selbst geübter Beobachter erreicht. 
Die Beobachtungen, an welchen sich eine ganze Reihe, im Laufe der Jahre sehr wechselnder Personen 
betheiligten 5 ), wurden in folgenden Bänden in russischer und deutscher Sprache veröffentlicht: 
Materialien zu einer Klimatologie des Kaukasus, gesammelt und herausgegeben von A. Moritz und 
J. Mielberg, Direktoren des Observatoriums in Tiflis. Abth. I: meteorologische Beobachtungen, 
Band I: Tiflis 1871—1875, Band II: Tiflis 1876—1879. 8°. 
Meteorologische Beobachtungen des Tifliser Physikalischen Observatoriums im Jahre 1880, dasselbe für 
1881—1890. 8°. 
Beobachtungen des Tifliser Physikalischen Observatoriums im Jahre 1891, dasselbe für 1892 — 1895. 4°. 
Aus den Monaten Januar 1871 bis Juli 1872 liegen zwar Beobachtungen für die Stunden 1", 4", 7“, 
9°, 10“, l p , 4 P , 7 P , 9 p , 10 p vor, aber nur für 7®, l p und 9 p in der üblichen Form der Schätzung nach 
Zehnteln des Himmelsgewölbes, während an den übrigen Stunden folgende Skala zu Grunde gelegt wurde: 
I = einzelne Wolken am Horizonte, VI = dünne Wolken, 
II = dünne „ „ „ VII = zerstreute Wolken, 
III = Wolken am Horizonte, VIII t= Regenwolken, 
IV — einzelne dünne Wolken, IX = bewölkt, 
V — einzelne Wolken, X — trübe. 
Da diese Skala eine Umrechnung in die lOtheilige nicht sicher gestattet 5 ), so wurden für die ersten 
zwei Jahre 1871 und 1872 nur die Beobachtungen um 7®, l p und 9 p benutzt, von 1873 an aber alle vor 
handenen und zwar von 1873—1880 die zehnmal täglichen und von 1881—1895 die 24-stündigen Werthe. 
Vom Jahrgang 1880 liegen allerdings auch schon 24-stündige Beobachtungen vor, die aber gemäss der in 
ternational vereinbarten Vorschrift, dass alle Dezennien mit 1 beginnen sollen, nicht voll ausgenutzt wurden. 
Da die Wolkenformen nur während des zwischen Auf- und Untergang der Sonne liegenden Theiles des 
Tages notirt wurden, hätte sich ihre Auswerthung, weil dieselbe in allen Monaten für die gleichen Stunden 
hätte geschehen müssen, nur auf einen geringen Zeitraum, etwa nur zwischen 8® und 4 p erstrecken können. 
Da ich mir aber hiervon keinen grossen Nutzen versprach, so musste ich leider von der sehr wünschens- 
werthen Untersuchung der Beziehung zwischen Form und Menge der Wolken Abstand nehmen. 
Wenn ferner in den nachstehenden Untersuchungen nicht immer die gleichen Zeiträume der Bearbeitung 
zu Grunde gelegt wurden, so sah ich mich hierzu mehrfach aus rein äusserlichen Gründen veranlasst, vor 
allem Hessen mir mein Dienst und sonstige Verpflichtungen nicht die Zeit übrig, die zu einer vollkommen 
gleichmässigen Arbeit erforderlich ist; zudem übersteigt eine ganz eingehende Untersuchung weitaus die 
Arbeitskraft eines Einzelnen. Aus demselben Grunde konnte ich u. A. auch die Berechnung der Veränder 
lichkeit der Bewölkung nach den 24stündigen Werthen nicht ausführen. Endlich wurde aus den genannten 
Ursachen die Untersuchung nur auf soviel Jahre ausgedehnt, als zur Berechnung brauchbarer Werthe er 
forderlich schienen. 
3 ) Bericht über die Verhandlungen der internationalen meteorologischen Konferenz in München 1891, S. 71—72, und 
Das Wetter 1893, S. 84—85. 
*) Repert. f. Heteorol. 10, Nr. 2. 5 ) lieber den Beobachtungsturnus wird gegen Schluss der Abhandlung berichtet. 
s ) Vergl. hierüber Woeikoff, Études sur la nébulosité en Russie. Annuaire de la Soc. mét. de France 29, 176, 1881. 
Herrn Teisserenc de Bort, der diese Abhandlung für seine „Étude sur la distribution moyenne de la nébulosité à la 
surface du globe“ benutzt hat, ist dabei leider ein Irrthum passirt, indem er übersah, dass Herr Woeikoff das Jahr mit 
dem Dezember und nicht mit dem Januar begann, wodurch die. Isonephen über Russland und Sibirien um einen Monat ver 
schoben sind. Auch muss das Monatsmittel des Novembers für Tiflis in beiden Aufsätzen 52 statt 42 heissen.
	        
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