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Full text: 71, 1943

Spangenberg, W, W.: Bemerkungen zur Bestimmung der Himmelsfarbe usw. 101 
Der Verfasser erleichterte sich die Schätzung folgendermaßen: es wurde 
das Blau des Himmels mit dem der Skala dadurch verglichen, daß direkt vor 
das Auge eine sehr kurzbrennweitige Lupe gehalten wurde. Hierdurch erschien 
die mit weit ausgestrecktem Arm gegen den Himmel gehaltene Skala voll- 
kommen unscharf und auf dem Himmelsuntergrunde verschwimmend. Noch 
besser ließ sich das erreichen, wenn die Lupe um einen kleinen Betrag vom 
Auge weg in Richtung auf die Skala zu verschoben wurde und dann in seit- 
licher Richtung hin und her bewegt wurde, so daß einmal nur das Himmelsblau 
und einmal nur das Skalenblau gesehen wurde. Auf jeden Fall muß die Lupe 
eine möglichst kurze Brennweite haben, im vorliegenden Versuch war diese 
4 bis 5 cm, Dieses einfache Verfahren erleichtert das Abschätzen erheblich, 
Es ist tatsächlich leicht zu erreichen, daß die Grenze zwischen Skala und 
Himmel bei annähernder Farbgleichheit genügend verschwindet, ohne daß irgend- 
welche unangenehmen Sensationen hervorgerufen werden. Vielleicht versucht 
der eine oder andere. Beobachter einmal diese Methode, 
Hingewiesen sei auch noch auf die Versuche von H. Berg (1s), der die 
einzelnen Skalenblätter zur Vereinfachung der Schätzung nebeneinander auf 
einem Brett befestigte, Obwohl dieses Verfahren eigentlich für ganz spezielle 
Zwecke (Beobachtungen vom Flugzeug aus) gedacht ist, erscheint es doch auch 
allgemein als durchaus plausibel, weil die Sicherheit der Farbbewertung durch 
das Nebeneinanderliegen aller Farbstufen erhöht werden könnte. Es ist das 
schon wieder eine Annäherung an die von Saussure 1790 bei seinem Zyano- 
meter gewählte Form, bei der alle 53 Farbtöne als Sektoren auf einer Kreis- 
platte angebracht sind. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit irgendwelcher 
Täuschungen oder Beeinflussungen bei der Schätzung mit der Buchform der 
Linkeschen Skala vermindert, weil eben jeweils nur ein ganz bestimmter 
Farbton sichtbar ist. 
Weiterhin ist bei der Beobachtung streng darauf zu achten, daß Täuschungen 
und Störungen durch irdische Gegenstände, wie Häuser oder Bäume, nach 
Möglichkeit ausgeschlossen sind. Außer der Skala sollte sich im Gesichtskreis 
kein weiteres Objekt befinden. Wenn alle diese Vorsichtsmaßregeln gebührend 
beachtet werden und die nötige Kritik vorhanden ist, kann man wohl mit Recht 
sagen, daß die Bestimmung der Himmelsfarbe mit der Linkeschen Blauskala 
wissenschaftlichen Wert besitzt, obwohl es sich im physikalischen Sinne doch 
nur um einfache Schätzungen auf Grund rein subjektiver Empfindungen handelt, 
Die Ausführung solcher Beobachtungen kann allen meteorologisch-klimatologischen 
und bioklimatologischen Beobachtern nur dringend empfohlen werden. 
Literatur. 
1. Gerl, Beitr, z. Geophys, 50, 271 (1937). 
2. Met. Zschr, 41, 42 (1924). 
3. Ger]. Beitr, z, Geophys. 32, 106 (1931), 
4, Zschr, ang. Meteorol. „Das Wetter“ 47, 294 (1930). 
5. Busch-Jensen, Tatsachen und Therien der atmosphärischen Polarisation. Aus d, Jahrb. d. 
Hambg. Wiss, Anst. XXVII, 1910, 
8. Jensen, in Geiger-Scheels Handb. d. Phys. Bd. XIX, 
7. Pernter-Exner, Lehrbuch d. meteorol. Optik. 1922. 
8, Wie unter 2, 
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‚ Zschr., ang, Meteorol. „Das Wetter“ 47, 317 (1930). 
‚ Parrot, Physik der Erde, 8 278. 
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» Bioklimatische Beiblätter 5, 62 (1938), 
‚ Met. Zschr, 24, 306 (1907), 
‚ Met. Zschr. 42, 206 (1925). 
‚ Zschr, ang. Meteorol. „Das Wetter“ 53, 63 (1936). 
Zschr. ang. Meteorol. „Das Wetter“ 46, 336 (1929). 
Zechr. ang, Meteorol, „Das Wetter" 51, 85 (1934), 
‚1, Gerl. Beitr, z, Geophys, 52, 270 (1938). 
20. Niederdeutsche Monatshefte 7, 353 (1933). 
21. Ann. d, Hydr. und marit. Met, 67, 436 (1939). 
22, Met, Zeschr. 46, 364 (1929). 
23. Met. Zechr. 56, 408 (1939).
	        
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