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Full text: 18, 1895

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Aus dom Archiv der Deutschen Seewarte — 1S95 No. 4 — 
sämmtlich von einer und derselben Person, und zwar von Einem von uns, entworfen sind, weil auf diese 
Weise die grösste Garantie für eine vollständige Einheitlichkeit und innere Vergleichbarkeit des Materials 
gewährleistet war; es ist wlmschenswerth, dass die Arbeit nach einigen Jahren an den inzwischen ange 
sammelten aus anderer Hand stammenden Karten wiederholt werde. Die Komplizirtheit des Gegenstandes 
bringt es naturgemäss mit sich, dass dem individuellen Takt und Geschmack bei der Wahl der Zeitabschnitte 
und Entwertung der Karten einiger Spielraum verbleiben muss. Wir wollten deshalb wenigstens diese Ein 
flüsse in dem ganzen Material einheitlich haben, um nicht in diesem oder jenem Punkt Scheinresultate zu 
erhalten, die nur durch verschiedene Behandlung an sich gleicher Verhältnisse bedingt wären.*) 
Nach Zusammenlegung einiger von den in der Wetter-Rundschau unterschiedenen Zeitabschnitten lagen 
für die Klassifikation 194 solcher Abschnitte vor. Nach einigen andern Versuchen blieben wir auf einer 
Einordnung derselben in 20 Typen stehen, die in 5 Klassen sich gruppmen lassen. Zum Centralfelde für 
die Charakteristik dieser Typen wählten wir einen Kreis, dessen Zentrum westlich von den Scihy-Inseln auf 
50° N und 8° W hegt und dessen Peripherie über Memel, Algier, die Azoren und Island verläuft, der somit 
das westeuropäische Littorale und einerseits ganz Deutschland, andrerseits den von deutschen Schiffen am 
meisten befahrenen Theil des Ozeans umfasst, wo die Routen von und nach dem Aequator sowie Amerika 
nahe zusammenlaufen. Die Verhältnisse innerhalb dieses Kreises waren auch bei den Untersuchungen von 
Teisserenc de Bort ausschlaggebend gewesen, so dass auch die Vergleichbarkeit mit diesen grundlegenden 
Untersuchungen, die sich allerdings nur auf die kältere Jahreszeit beziehen, gesichert war. Wir stellten nun 
an jeden der Typen die Forderung, dass sich die Druckvertlieilung bei demselben erstens für diesen engeren 
Kreis, und zweitens für das ganze Gebiet des Nordatlantischen Ozeans und Europas in bestimmter Weise 
charakterisiren lasse und erhielten so das folgende Schema. Die Bezeichnung der Typen ist so gewählt, 
dass die grossen Buchstaben die Klassen nach charakteristischen Anfangsbuchstaben ihrer nach der Lage 
des höheren Drucks gewählten Benennungen angeben, die kleineren Buchstaben auf die Beziehungen zu 
anderen Klassen oder ihre sonstigen unterscheidenden Merkmale hinweisen. Sie setzen sich zusammen aus 
den 6 Zeichen ozeanisch, Kontinental, litoral, peripherisch, nordisch und südlich. 
In den folgenden Definitionen, die sich vor Allem auf die Mitteflage der Isobare 765 stützen, ist unter 
„hoch“ und „niedrig“ ein Druck über oder unter 765 mm verstanden. 
O. Ozeanische Typen. Alleinherrschaft des subtropisch-ozeanischen Maximums. Sommerformen. 
Allgemeine Lage: 
Os. Maximum südwestlich von den Azoren, hoher Druck 
ostwärts höchstens bis Spanien, nordwärts höchstens bis 52° N 
(verwandt mit Po s ). 
Ok. Maximum südlich von den Azoren, Zunge davon oder 
kleineres Maximum in Centraleuropa (verwandt mit Kl).**) 
Ol. Maximum bei den Azoren, Zunge hohen Drucks bis nach 
Frankreich. (Starke Depressionen mit bogenförmigen Bahnen SO 
von Island; verwandt mit Lo.) 
On. Maximum nördlich von den Azoren oder doch 765-Iso- 
bare bis über 50° N reichend im W von Irland. (Schwache De 
pressionen, meist auch in Deutschland; verwandt mit Po n und Wo.) 
Lage im engeren Kreise: 
Druck nur am SW-Rande hoch, 
sonst niedrig. 
Druck im SSW und im Innern, bis 
nach SO hin, hoch, sonst Ränder niedrig. 
Druck im SW-Oktant und bis zum 
Zentrum (nicht S von diesem) hoch, 
sonst Ränder niedrig. 
Druck im SW- und W-Oktant hoch, 
im N-, NO- und Ost-Oktant niedrig. 
K. Kontinentale Typen. Druck auf dem Kontinente höher, als auf dem Ozean. Hoher Druck 
auf einem mehr oder weniger grossen Theil von Europa. Tiefe Depressionen auf dem Nordatlantischen Ozean 
und im Eismeere. Winterformen. 
*) Aus demselben Material (exkl. Herbst 18S3) gewonnene statistische Resultate, die sich nicht auf Isobaren typen, 
sondern auf Raum und Jahreszeit beziehen, sind von Einem von uns in den „Annalen der Hydrogr. u. Mar. Met.“, 1894, 
Juniheft, bereits veröffentlicht worden. 
**) Dabei Depressionen wie bei Ol-, Ok unterscheidet sich von Iä durch geringe Entwicklung des Maximums in 
Centraleuropa, Abwesenheit eines Maximums an der Ostgrenze Europas und Ausdehnung des ozeanischen mindestens bis 
Madeira.
	        
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