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Full text: 18, 1895

No. 3. 
Vergleichende Eegenmessungen an der Deutschen Seewarte. 
Von 
Prof. Dr. W. J. van Betober. 
Seit Juni 1892 wurden an der Deutschen Seewarte regelmässige Niederschlagsmessungen mit ver 
schieden aufgestellten Regenmessern angestellt. 
1) Ein Regenmesser, welcher auch zu den regelmässigen Terminbeobachtungen benutzt wird, befindet 
sich in einiger Entfernung auf der Nordseite der Seewarte auf einem grossen ellipsenförmigen Wasser 
reservoir frei aufgestellt, aber von allen Seiten durch Bäume und Sträuche gegen den Wind hinreichend 
geschützt. Diese Aufstellung kann als musterhaft gelten, und die Angaben dieses Regenmessers können 
daher als normal angesehen werden. 
2) Ein zweiter Regenmesser ist auf der Südwestseite auf dem Dache der Seewarte vorn an der Firste 
eines kleineren Glasdaches angebracht und zwar in einer Höhe von 22.4 m über dem Erdboden. Dieser 
Regenmesser, dessen Aufstellung eine ganz freie, ungeschützte ist, ist auch zum Registriren eingerichtet. 
3) Ein dritter Regenmesser befindet sich auf der Plattform des Südwestthurmes, 22.5 m über dem 
Erdboden, und 40 cm über der Plattform, umgehen von einer 1 m hohen Brüstung, welche ein Quadrat von 
7 m Seite umschliesst, sodass die Auffangsfläche des Regenmessers unter einem Winkel von etwa 11° gegen 
den oberen Rand der Brüstung geneigt ist. Dieser Regenmesser ist also gegen den Einfluss starker Winde 
nach Art eines Nipher’schen Trichters mehr oder weniger geschützt. 
4) Ein vierter Regenmesser endlich ist an der Ecke des Südthurmes 66.5 cm über der Brüstung und 
24 m über dem Erdboden ganz frei aufgestellt. 
Ich bemerke hierbei noch, dass alle oben genannten Regenmesser dieselbe Konstruktion haben, wie 
sie an allen Stationen der Seewarte gebräuchlich ist. 
Vergleichende Niederschlagsmessungen liegen vor von Juni 1892 bis zum September 1894, also für 
2 1 /* Jahr. Wenn auch dieser Zeitraum zu kurz ist, um hieraus für alle Fälle endgültige Mittel abzuleiten, 
so wird es sich doch lohnen, schon jetzt die Ergebnisse hier mitzutheilen, welche ich aus der Bearbeitung 
dieser Beobachtungsreihe erhielt, um so mehr, als einige Resultate die wirklichen Thatsachen zweifellos 
festlegen und dabei ein hohes Interesse verdienen. 
Zunächst nun lasse ich eine Tabelle der durch die verschiedenen Regenmesser erhaltenen Niederschlags 
mengen, geordnet nach Jahr und Jahreszeiten sowie nach der wärmeren und kälteren Jahreszeit hier folgen. 
Die drei letzten Rubriken enthalten die Verhältnisszahlen der Niederschlagsmengen des Regenmessers auf 
dem Wasserreservoir zu denjenigen der übrigen Regenmesser, die Niederschlagsmengen des ersteren = 100 
gesetzt. 
Archiv 1895. 3. 
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