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Volltext : 18, 1895

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Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Seewarte  —  1895  No;  1  ■—

September  inne  hat.  Der  Gegenstrom  hat  wieder  die  ansehnliche  Breite  von  5°  erreicht;  denn  er  fiiesst
etwa  zwischen  5°  und  10°  N.  Br.  und  überschreitet  im  Osten  beide  Parallelen  noch.  Die  Nordgrenze  des
SE-Passats  liegt  also  jetzt  fast  mitten  im  Gegenstrom.
Beispiele  für  den  August  sind  veröffentlicht;  Journal  des  „Challenger“  (Reise  von  Hawaii  nach  Tahiti).
Report  of  the  scientific  Residts.  Narrative  vol.  II,  London  1882.  Er  fand  im  Gegenstrom  Versetzungen  bis
54  Sm,  unter  der  Linie  Weststrom  bis  70  Sm  hei  einer  Temperatur  von  25°  Cels.  Aehnlich  wie  der  „Challenger“ ­
  traf  es  ,,L’  Uranie“ 1 )  in  derselben  Gegend,  ferner  die  französische  Fregatte  ,,L’Eurydice“  1857
(vergl.  Maurv,  Explanations  and  Sailing  Directions,  8.  Ed.  Washington  1858).  Ebenfalls  trafen  S.  M.  Schiffe
„Arcona“  und  „Alexandrine“  im  August  1894  auf  ihrer  Reise  nach  Ostasien  starken  Gegenstrom  (vergl.
Annalen  der  Hydrographie  etc.  1894,  pag.  463  und  464  und  Tafel  7).
Ferner  sind  aus  dem  Jahre  1867  in  etwa  165°  0.  Lg.  zwei  Journalauszüge  der  Schiffe  „Hans“  und
„Matador“  veröffentlicht  in  den  Annalen  der  Hydrographie  etc.  1875,  pag.  46  u.  f.
Die  Augustkarte  der  „Charts  showing  the  Surface  Temperature  etc.“  lässt  deutlich  die  Kältezunge  hervortreten; ­
  nur  die  grosse  Einbuchtung  der  Isotherme  von  75°,  die  auf  Grund  von  nur  zwei  Schiffsbeobachtungen ­
  gezeichnet  ist  und  die  der  Zunge  ein  gelapptes  Aussehen  giebt,  muss  verschwinden.
Zusammenfassung  und  Schluss.
Ueberblicken  wir  nun  nochmals  kurz  das,  was  hei  der  nach  Monaten  gesonderten  Betrachtung  zerrissen, ­
  ohne  Zusammenhang,  zur  Darstellung  kam,  und  vergleichen  dabei  die  neu  gefundenen  Ergebnisse
mit  den  bisherigen  Darstellungen.
Zunächst  fällt  auf,  dass  ein  gewissermaassen  normaler  Zustand  in  den  Strömungsverhältnissen  unserer
Zone  besteht,  der  allerdings  in  seiner  vollen  Ausbildung  kaum  jemals  im  ganzen  Jahre  oder  doch  nur  kurze
Zeit  vorhanden  ist.  Es  gewährt  dieser  Zustand  ein  Bild,  wie  es  annähernd  unsere  Junikarte  bietet,  wie  es
auch  in  den  meisten  bisherigen  Darstellungen  auftritt,  besonders  in  der  von  Krümmel 2 )  (an  die  wir  uns  bei
unserm  Vergleiche  vorzugsweise  halten  wollen,  da  sie  eine  der  neuesten  ist,  auf  gründlichem  Studium  aller
bis  dahin  vorliegenden  Veröffentlichungen  beruht,  auch  in  die  meisten  neuen  Atlanten  übergegangen  ist).  Zu
beiden  Seiten  der  Kalmenzone  fliessen  die  beiden  von  den  Passaten  hervorgerufenen  Aequatorialströme  über
die  ganze  Breite  des  Ozeans  nach  Westen.  Der  südliche  Aequatorialstrom  ist  der  bei  weitem  mächtigere,
sowohl  was  Breite,  als  auch  was  Geschwindigkeit  betrifft.  Seine  Zone  ist  im  Mittel  zwischen  12°S.Br.  und
5°N.Br.  Die  Zone  der  grössten  Geschwindigkeit,  der  stärkste  Stromstrich,  ist  der  Nordrand  auf  der  ganzen
Strecke  von  den  Galapagos  an  bis  zur  Nordküste  von  Neu-Guinea;  hier  werden  zuweilen  Stromversetzungen ­
  von  über  100  Sm  in  24  Stunden  gefunden.  Nach  Süden  zu  nimmt  die  Geschwindigkeit  ziemlich
rasch  ab;  manche  Beobachtungen  scheinen  darauf  hinzudeuten,  dass  ausser  diesem  sehr  ausgeprägten,
starken  Stromstrich  nördlich  des  Aequators  auch  südlich  davon,  etwa  in  5°  S.  Br.,  wiederum  ein  weniger
gut  ausgeprägter  Strich  grösserer  Geschwindigkeit  auftritt,  wie  er  mit  grösserer  Bestimmtheit  im  Atlantischen
Ozean  von  Hoffmann 3 )  nachgewiesen  ist.  Dieser  zweite  Stromstrich,  der  etwa  von  100°—140°  W.Lg.  vorhanden ­
  zu  sein  scheint,  kommt  aber  nicht  klar  zum  Ausdruck,  da  die  meisten  Schiffe,  wenn  sie  auch  südlich
des  Aequators  wieder  stärkere  Versetzungen  notiren,  dies  doch  in  ganz  verschiedener  Breite  thun,  so  dass
aus  den  in  die  Karten  eingetragenen  Versetzungen  kein  ausgeprägter  Gürtel  stärkeren.  Stromes  hervortritt.
An  der  Küste  von  Südamerika  und  unter  den  Galapagos  reisst  dieser  Strom  kälteres  Wasser  aus  der  Tiefe
herauf;  und  wahrscheinlich  thut  dies  auch  der  nördliche  Stromstrich  noch  auf  offenem  Ozean,  so  dass  die
Isothermen  zungenförmig  weit  hinausgezogen  werden,  wie  es  unvollkommen  schon  auf  der  grossen  englischen
Karte 4 )  zum  Ausdruck  kommt.  Dies  auffällig  kühlere  Wasser  an  der  Küste  und  westlich  der  Galapagos
unter  dem  Aequator  hat,  wie  aus  zahlreichen  Beobachtungen  hervorgeht,  eine  grüne  Farbe,  während  der
unmittelbar  nördlich  davon  fliessende  Gegenstrom  eine  tiefblaue  Farbe  hat.  —  Von  etwa  140°  W.Lg.  an
nimmt  der  Theil  der  Strömung  südlich  vom  Aequator  eine  etwas  südlich  von  West  liegende  Richtung  an,
(wie  auch  der  Passat  etwas  nördlich  von  Ost  weht),  wodurch  ein  grosser  Theil  des  Wassers  unser  Gebiet
’)  Siehe  oben  pag.  2.
2 )  A.  a.  0.  Uebersichtskarte  der  Meeresströmungen.
3 )  A.  a.  0.  pag.  9,  vergl.  auch  Krümmel,  Ozeanographie  II,  pag.  387.
4 )  Siehe  oben  pag.  3.
            
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