Cäsar Puls: Oberflächentemperaturen und Strömungsverhältnisse etc.
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Ein Beispiel für Oststrom im Gebiet des südlichen Aequatorialstromes des Atlantischen Ozeans bietet:
J.-No. 4136. Bark „KEPLER“, Kapt. Crantz, vom La Plata nach Hüll.
1894
Breite
Länge
Wind j
Strom nach
Bemerkungen
(in Sm)
28,
II.
2° 46' S
27“ 21' W
umlaufend 3—1
sw
12
i. m.
*2 4 S
27 25 W
SE 1-2
West
11
2.
*1 32 S
*27 20 W
S-NW 3-0
| OSO
50
3.
»
1 16 S
26 30 W
verändert. 0—3
(Dieselben Kalmen und Ost
ströme verzeichnet eine gan-
4.
0 49 S
25 39 W
do. 2
Ost
45
5.
0 1 N
25 24 W
do. 1-31
Ost
28
ze Anzahl anderer Journale
6.
»
*0 25 N
*25 26 W
Nord 2
}S 82°0
38
von 1894, ebenso im Jahre
7.
0 35 N
25 5 W
do. 1—2
18930
8.
0 39 N
25 2 W
Stille
Ost
14
9.
2
1 9 N
*25 21 W
Südlich 0—3
1
10.
»
*1 45 N
*25 33 W
verändert. 1—3
Js 63°0
109
Seit dem i. III. 296 Sm Ost-
11.
2
*2 25 N
*25 3 W
do. 1—3
ström, wo sonst der Aequa
torialstrom am stärksten ist.
12.
2
2 26 N
24 11 W
do. 1—3
)
13.
>
2° 52' N
25° 6'W
NNE 3
S 45°W
12
(Beginn des Passats.)
Ausser auf die veröffentlichten Journale der oben genannten Forschungsschiffe: ,,L’Uranie“, „Chal
lenger“, „Vitias“ ist noch hinzuweisen auf Segelhandhuch für den Indischen Ozean, S. 668 ff., Annalen der
Hydrographie etc. 1883, pag. 703 u. f., 1891 pag. 21 und Hoffmann: Mechanik der Meeresströmungen, An
hang 1, pag. 93; die beiden letztgenannten Auszüge verzeichnen in der Zone des Gegenstroms keinen
Oststrom.
April.
Das Extrem war erreicht; im April beginnt die Rückbildung zu den Verhältnissen, wie sie im Sommer
und Herbst obwalten; noch ist das Bild der Strom- und Temperaturverhältnisse im ganzen dasselbe wie im
März, doch die Winde haben schon eine sehr merkliche Veränderung erfahren. Die Südgrenze des NE-Pas-
sats ist auf der ganzen Linie um 2°, im äussersten Osten und Westen selbst um noch mehr zurückgewichen.
Der SE-Passat folgt nicht so schnell, er rückt nur etwa um 1° vor, im Westen mehr, denn hier nimmt er
allmählich von seinem alten Gebiet bis zu den Salomonsinseln und dem Bismarckarchipel hin wieder Besitz,
im Osten, ostwärts von 120° W.Lg. aber weniger, denn hier halten die Kalmen unter dem Aequator auch
im April, wenigstens im Anfang desselben, noch an. Der Papagojo nimmt sehr an Regelmässigkeit und
Stärke ab, denn er erreicht im April sein Ende und kommt im Mai nur noch ganz ausnahmsweise vor. Die
Zone zwischen den beiden Passaten, die breiter geworden ist, wird noch von vorwiegend östlichen Winden
eingenommen, doch kommen auch schon zeitweilig die SW-Winde zur Geltung. Der SW-Monsun im Golf
von ‘Panama weht noch nicht wieder regelmässig, wenn auch die SW-Winde langsam an Stetigkeit und
Stärke wieder gewinnen.
Am Verlauf der Isothermen, der im ganzefi derselbe ist wie im vorigen Monat, sieht man, dass die
Abkühlung an der Küste von Südamerika wieder langsam fortschreitet, vor allem, dass die niedrigen Iso
thermen wieder weiter über den Aequator nach Norden drängen. Dagegen nehmen die auffälligen, kalten
Temperaturen in der Papagojotrift und im Golf von Panama etwas ab.
Die Strömungen bieten noch ganz dasselbe Bild wie im März: Die Südost-Strömung an der Küste von
Mexico, die Papagojotrift, der Gegenstrom westlich der Galapagos sind noch vorhanden, ebenso der Strom
ring vor dem Golf von Panama, der aber schon von Süden her etwas zusammengedrückt wird. Der süd
liche Aequatorialstrom aber ist weiter nach Westen vorgerückt und nimmt sein altes Gebiet wieder ein, nur
östlich und westlich der Salomonsinseln ist noch häufig östlicher Strom. Aber seine Stärke scheint im gan
zen nicht mehr so gross zu sein wie noch im März, wo er doch in der Geschwindigkeit schon weit hinter
den vorigen Monaten zurückstand.
Die Zeit, wo der Gegenstrom häufig an seiner Entwicklung durch die widrigen Winde gehindert wird,
ist überstanden. Die notirten Versetzungen, wenn sie auch nur kleine Beträge erreichen, rechtfertigen
seine Einzeichnung über den ganzen Ozean jetzt schon ganz entschieden. Seine Zone Hegt zwischen 4° und
7°—8° N.Br.