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Full text: 18, 1895

Cäsar Puls: Oherflächentemperaturen und Strömungsverhältnisse etc. 27 
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einer Verschmelzung beider Aequatorialströme reden kann. Oestlieh von 160°W.Lg., wo das Material 
wieder reichlicher ist, ist der Gegenstrom recht häufig notirt worden, doch ist seine Zone nicht mit grosser 
Sicherheit festzustellen, denn er findet sich immer da, wo gerade der Passat an Stärke etwas nachlässt, 
also ■ zwischen 5° und 8° N. Br. schwankend. Der „Vitias“ 1 ) fand auf der Reise von den Marquesas nach 
Hawaii Gegenstrom bis 22 Sm bei Passat, und zwar wurde die Strömung bei Vornahme von Lothungen 
direkt gemessen; die Messung ist also besonders zuverlässig. Je weiter nach Osten hin, um so regelmässiger 
tritt der Gegenstrom auf, und ganz im Osten ist der schon im Februar vorhandene Stromring noch deut 
licher ausgeprägt. 
Vom Nordrande des Stromringes kurvt auch jetzt noch Wasser, wenn auch wohl nur wenig, unter der 
Küste von Mittelamerika nach Norden ab, angezogen von der jetzt vielleicht das Maximum ihrer Geschwindig 
keit erreichenden Papagojotrift, die bis 7°N.Br. nach Süden reicht. Ebenfalls von dieser Strömung ange 
zogen strömt das Wasser zwischen der Küste und 100° W.Lg. nach S und SO an der Küste entlang, jetzt 
seine südlichste Breite erreichend, denn der Strom dringt an der Küste bis 12°, ja, selbst bis ll°N.Br. nach 
Süden vor; weiter von der Küste entfernt kurvt er etwa unter ll°N.Br. in die Papagojotrift ein. Zu beachten 
ist, dass nicht wie Berghaus, Findlay und andere annehmen, diese südöstliche Küstenströmung über 10°N.Br. 
hinaus nach Süden ganz bis in den Golf von Panama eindringt. Der Irrthum war leicht möglich: da man 
bisher den Papagojostrom nicht kannte, konnte man leicht den bis 12° oder ll°N.Br. nach Süden vor 
dringenden Küstenstrom und das von 9° N. Br. an längs der Küste in den Golf von Panama hineindringende 
Wasser des Gegenstromes (oder des Nordrandes des Stromringes) für eine zusammenhängende Strömung 
halten. 
Noch eine besonders wichtige und auffallende Erscheinung weisen die Stromverhältnisse unserer Zone 
im März auf. Das ist eine in der Mehrzahl der Jahre westlich von den Galapagos unter dem Aequator 
mitten im südlichen Aequatorialstrom herrschende Gegenströmung. Diese, ebensowenig wie die grosse 
Gegenströmung, vom Winde hervorgerufene Ostströmung wird von etwa 110° W. Lg. an bis zu den Galapagos 
angetroffen, jedesmal, wenn das obenerwähnte Gebiet der Kalmen unter dem Aequator und noch 
südlich davon auftritt, also ausnahmsweise schon im Februar, gewöhnlich im März und Anfang April, zu 
weilen aber auch noch bis in den Mai hinein. Die Breite richtet sich ganz nach der Lage der Begion des 
gestörten Passats; bald ist die Ostströmung auf die Zone zwischen dem Aequator und 2°N.Br. beschränkt, 
bald liegt sie ganz südlich der Linie, bis etwa 3°S.Br. im Maximum reichend. Je weiter nach Westen hin, 
desto unsicherer wird sie, weil sich das Gebiet des gestörten Passats nach jener Richtung hin auskeilt; unter der 
Westküste der Galapagos biegt das Wasser nach Norden und Süden hin um, sich der Westströmung wieder 
anschliessend. Diese auffällige Ostströmung, die bisher nicht bekannt war (wohl finden sich in Evans’ Strom 
karte westlich der Galapagos Ostströmungen z. Th. von nicht unbeträchtlicher Stärke verzeichnet, aber, da 
die Karte die Strömungen für das ganze Jahr enthält, verschwinden sie unter den Westströmungen ganz), 
ist nicht eine nur ausnahmweise auftretende, sondern eine sehr häufige Erscheinung; das geht daraus her 
vor, dass von 20 Jahren, von denen Material vorhegt, 10 Jahre ausgeprägten Ostström, 6 ausgeprägten 
Weststrom und 4 unbestimmte oder wechselnde Strömungen zeigen. Nach den Strömungen richtet sich 
natürlich auch die Temperatur: weht starker Passat und herrschen demgemäss Westströmungen, so treten 
westlich der Galapagos niedrigere Temperaturen auf; die Isotherme von 26° schliesst sich an die Inselgruppe 
an, in vielen Fällen wäre eine solche von 25° noch innerhalb derselben zu ziehen; ist aber der Passat ge 
stört unter der Linie, herrscht somit Oststrom vor (und das ist das häufigere), so werden Temperaturen 
von 26°—28° gefunden. Nur unmittelbar westlich der Galapagos wird unter der Küste durch das Umbiegen 
des Stromes nach N und S kälteres Wasser heraufgesogen; daher werden hier zuweilen grössere Tempera 
turschwankungen gefunden, die ein Auftreten wärmerer und kälterer Striche anzeigen. — Auch im Atlan 
tischen Ozean kommen im März ünd April bei Windstillen ganz analoge Ostströmungen im südlichen 
Aequatorialstrom gerade da vor, wo gewöhnlich der stärkste Weststrom auftritt; nur scheint dieses Auftreten 
hier nicht so regelmässig vorzukommen wie im Stillen Ozean, sondern nur als Ausnahme, weshalb darüber 
auch noch nichts veröffentlicht worden ist. So sind z. B. die Jahre 1893 und 94 solche gewesen, wo auch 
im Atlantischen Ozean, während die Kalmen über dem Aequator lagen, die Westversetzungen vermisst und 
oft statt derselben leichte oder starke Ostversetzungen erfahren wurden. Ein besonders auffallendes Beispiel 
*) Siehe oben pag. 4.
	        
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