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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1918. 
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage) 
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Die ersten Tage des Monats waren für die ganze Küste sehr stürmisch, 
Vom 1, bis 4. zog von der Nordsee her über Mittelskandinavien nach Finnland 
ein Tiefdruckgebiet, unter dessen Einfluß an der Küste zunächst westliche, dann 
nördliche Winde wehten, die zumal an der Nordsee fast orkanartigen Charakter 
annahmen; die nördliche Luftströmung brachte schon am 3. an der ganzen Küste 
Frost. — Die Winde hatten an der Nordsee und teilweise auch an der Ostsee 
Hochwasser zur Folge, das an der Nordsee vielfach schwere Schäden hervor- 
rief. — Am 5. stellte sich über Mitteleuropa sehr gleichmäßiger hoher Druck 
ein, dessen Kern mit 780 mm etwa über den Alpen lag. Infolgedessen war die 
Luftbewegung überall schwach bei veränderlichen Richtungen, das Frostwetter 
dauerte fort bei teilweise heiterem Himmel. — Die Wetterlage hielt jedoch nicht 
an, da schon am 6. ein Tiefdruckgebiet von Skandinavien südwärts vordrang, 
während sich der Hochdruckkern südwärts verlagerte. Bei vorwiegend west- 
licher Luftströmung stellte sich daher überall Tauwetter ein. —. Im Laufe des 
8, zog sich das Tiefdruckgebiet langsam nordwärts zurück, so daß vom 9. bis 11. 
bei zunehmendem Druck die Luftverteilung über dem Kontinent wieder sehr 
gleichmäßig war. Bei schwachen veränderlichen Winden herrschte während 
dieser Zeit an der Küste trübes, ziemlich trockenes Wetter, vielfach stellte sich 
leichter Frost ein, — Im Laufe des 12. drang wiederum ein Tiefdruckgebiet von 
Norden her vor und verlagerte sich mit einem Ausläufer bis zum 15. nach 
Westrußland, während in seinem Rücken der Druck stieg. Die Winde wehten 
während dieser Zeit rechtdrehend aus westlichen Richtungen, die Temperaturen 
stiegen wieder, das Wetter wurde trüb und regnerisch. — Nach Mitte des Monats 
lag längere Zeit, bis etwa zum 23., bei wechselndem Barometerstande sehr gleich- 
mäßig verteilter Druck über dem Kontinent. Bei meist schwacher Luftbewegung 
lag vielfach heiterer Himmel über der ganzen Küste, die Temperaturen waren 
überall unter Null und nahmen ab, so daß um den 20. herum an Nord- und- 
Ostsee strenger Frost herrschte; infolge der Abkühlung kam es in diesen Tagen 
vielfach zu Nebelbildung. Die Niederschlagsmengen waren gering, nur an der 
östlichen Ostsee, wo es überhaupt ziemlich trüb blieb, fiel vom 16. bis 19, Schnee 
in ziemlich ergiebigen Mengen: Memel meldete am 19. eine Schneehöhe von 
12 cm. — Die gleichmäßige Wetterlage erlitt eine Störung durch ein Kerntief, 
das am 24. vom Nordmeer quer über Skandinavien wanderte und am 25, die 
deutsche Ostseeküste erreichte, Infolgedessen traten am 25. an der Nordseeküste 
teilweise stürmische Nordwinde auf, während an der Ostsee südliche schwächere 
Luftströmung vorherrschte. An der Nordsee stieg das Thermometer wieder über 
Null, an der Ostsee dagegen blieb es darunter. Schon am 27. wurde der Luft- 
druck wieder ziemlich gleichmäßig, das Barometer stieg überall, so daß bis 
Monatsende ein Hochdruckgebiet mit einem Kern etwa über Dänemark die 
Wetterlage an der Küste besfimmte. Bei vorwiegend östlicher meist schwacher 
Luftströmung herrschte meist leichtes, im ganzen wolkiges Frostwetter an der 
Küste, Niederschläge fielen verbreitet vom 24. bis 28., dann war es überall im 
wesentlichen trocken. 
‚eruag und Druck von E. S. Mittier & Sohn, Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei, 
Berlin SW. Kochstraße 68—71.
	        
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