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Volltext : 18, 1895

W.  J.  van  Bebber  und  W.  Koppen:  Die  Isobarentypen  des  Nor(latlantischen  Ozeans  etc.

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In  den  folgenden  Bemerkungen  ist  eine  kurze  Charakteristik  der  Lage  und  Bewegungen  der  temporären
barometrischen  Maxima  und  Minima,  ihrer  Häufigkeit  und  ihrer  Zugstrassen  nach  den  einzelnen  Isobarentypen ­
  gegeben.  Zur  Abrundung  ist  dabei  auch  auf  die  Vertheilung  der  Typen  auf  die  Jahreszeiten  Rücksicht ­
  genommen,  die  im  folgenden  Abschnitt  spezieller  dargelegt  wird.
Die  Klasse  O  hat  mit  allen  ihren  Einzeltypen  einen  ausgesprochen  sommerlichen  Charakter,  deren
grösste  Häufigkeit  in  den  Juli  fällt.  Auch  der  Dauer  nach  ist  diese  Klasse  im  Sommer  am  beständigsten.
Die  Einzeltypen  dieser  Klasse  weisen  viele  Aehnlichkeiten  unter  einander  auf.  Am  häufigsten  und  auch  am
tiefsten  sind  die  Minima  zwischen  den  britischen  Inseln  und  Grönland,  sowie  über  dem  Ozean  westlich  von
Norwegen;  bei  den  Typen  Ol  und  On  ist  auch  die  Davisstrasse  und  ihre  Umgehung  stark  besucht.  Europa
zeigt  bei  allen  Einzeltypen  eine  grosse  Häufigkeit  der  Minima.  Auffallend  gross  ist  die  Häufigkeit  schwacher
Minima  in  den  östlichen  Theilen  des  Mittelmeeres,  in  der  Gegend  von  Cypern,  indem  diese  der  Häufigkeit
der,  freilich  viel  tieferen,  Minima  in  Nordwesteuropa  die  Waage  hält.
Die  Häufigkeit  der  Hauptminima  nimmt  nach  Süden  hin  ziemlich  rasch  ab,  dagegen  die  der  Theilminima
  zu,  sodass  schon  südlich  vom  50.  Breitengrad  die  Zahl  der  Hauptminima  von  denen  der  Theilminima
erheblich  übertroffen  wird.  Bemerkenswerth  ist  die  geringe  Anzahl  der  Hauptminima  und  die  grosse  Zahl
der  Theilminima  in  Zentraleuropa,  eine  Thatsache,  welche  die  Witterungs-Erscheinungen  in  diesen  Gegenden
so  verwickelt  macht.
Die  Zugstrassen  der  Minima  zeigen  für  alle  Einzeltypen  ausser  On  etwas  Gemeinsames:  in  der
Breite  der  Britischen  Inseln  durchqueren  die  Minima  den  Ozean  in  östlicher  Richtung,  aber  bei  Annäherung
an  den  europäischen  Kontinent  oder  nach  Betreten  desselben,  biegen  sie  nach  Nordost  oder  Nord  ab;  die
rein  östliche  Fortbewegung  ist  über  Europa  ziemlich  selten.  Am  häufigsten  wird  das  Nordsee-  und  Ostseegebiet ­
  von  den  Minima  durchwandert.  Beim  Typus  On  hingegen  wird  das  bei  diesem  Typus  nördlicher
liegende  Hochdruckgebiet  von  den  Minima  umkreist,  die  über  dem  Ostrande  Amerikas  nach  N,  über  Westeuropa ­
  nach  S  zu  wandern  Neigung  zeigen.
Die  barometrischen  Maxima  durchwandern  sowohl  auf  dem  Ozean,  als  auch  auf  den  Kontinenten  die
mittleren  Breiten  meist  in  östlicher,  zuweilen  in  südöstlicher,  selten  in  nordöstlicher  Richtung.  Am  häufigsten
sind  die  Maxima  wandernd  auf  den  Kontinenten,  am  wenigsten  häufig  auf  dem  Ozean,  wo  sie  meistens  in
stationäre  übergehen.  Bemerkenswerth  sind  die  unregelmässigen  Bahnen  der  Maxima  beim  Typus  On  auf
dem  Ozean.
Von  besonderer  Bedeutung  für  den  vorwaltenden  Witterungscharakter  unserer  Gegend  ist  die  Lage  und
Häufigkeit  der  stationären  Maxima.  Im  allgemeinen  sind  dieselben  am  häufigsten  mitten  auf  dem  Nordatlantischen ­
  Ozean.  Bei  den  Typen  Os  und  Ok  liegen  sie  am  häufigsten  zwischen  den  Azoren  und  dem
Wendekreise,  bei  Ol  etwas  nördlicher,  während  bei  On  die  Lage  eine  mehr  zerstreute  ist.  Stationäre
Maxima  kamen  in  dem  in  Betracht  fallenden  Zeitraum  in  Europa  bei  On  und  Ok  nicht  vor,  vereinzelt  hei
Ol,  wogegen  sie  hei  Os  verhältnissmässig  häufig  waren,  aber  ohne  bestimmte  Gebiettheile  besonders  zu  bevorzugen. ­

Umgekehrt  gehört  die  Typenklasse  JK  der  kälteren  Jahreszeit  an;  nur  die  Typen  Ko n  und  Kn  weisen
einige  Fälle,  Kl  einen  einzigen  Fall  im  Sommer  auf,  wogegen  Kp  und  Ko s  in  dieser  Jahreszeit  nicht  vertreten ­
  sind.  Die  grösste  Häufigkeit  der  Minima  hegt  im  allgemeinen  zwischen  Grönland  und  Norwegen,
namentlich  in  der  Umgebung  von  Island,  andererseits  sind  die  Minima  in  der  Davisstrasse  und  im  Mittelmeere ­
  sehr  stark  vertreten.  In  der  Davisstrasse  kommen  die  Minima  am  häufigsten  vor  beim  Typus  Ko n
und  Kn,  während  sie  auf  dem  Mittelmeere  in  der  Umgebung  von  Italien  bei  den  Typen  Ko n ,  Kp  und  Kn
am  häufigsten  sind,  auf  letzterem  Gebiete  meist  nur  als  Theildepressionen.
Bei  der  Klasse  K  kamen  in  Nordeuropa  ungewöhnlich  tiefe  Minima  vor,  und  zwar:
Bei  Ko n :  am  1.  April  1885  «  710  mm)  zwischen  Island  und  Spitzbergen,  am  7.  Februar  1886  (<  720  mm)
Nordost-Island  und  am  17.  Januar  1887  (<  720  mm)  Süd-Island.
Bei  Ko s :  am  26.  September  1884  nördlich  von  Island,  am  3.  November  südlich  von  Island,  am
4.  Januar  1885  zwischen  Island  und  Siid-Grönland,  am  21.  Januar  1884  südlich  von  Island,  am  22.  Januar  1884
nordöstlich  von  Island,  am  2.  Februar  1887  südlich  von  Island,  am  22.  Februar  1887  südlich  von  Island
(sämmtlich  unter  720  mm).
Bei  Kp:  am  15.  Dezember  1884  zwischen  Island  und  Norwegen,  am  20.  Februar  1884  westlich  von
Island,  am  7.  Dezember  1884  östlich  von  Island  (sämmtlich  <  720  mm).

Archiv  1895.  4.

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