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Volltext : 17, 1894

20

Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Seewarte  —  1S94  No.  5  —

Hamburg

I

II

III

IV

V

VI  VII

VIII

IX

X  XI

XII

—.—

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—-—

—.—

——

——.—

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——  —_~

—

1  Sinusglied

51

62

—23

—21

—33

3  —  1

29

46

—  8  -87

—18

2  Sinusglieder

23

17

—41

7

12

20  —28

—  15

27

19  —42

0

1  Sinusglied

47

57

-20

—  17

-31

1  —  4

27

47

—  6  -83

-17

2  Sinusglieder

23

15

—39

6

11

20  —28

—15

28

1
CO

1

2  Sinusglieder

23

16

—39

6

11

20  —27

-14

29

18  —42

1

Die  gewöhnliche  Ilechnungsweise  (A),  die  von  Weihrauch  (B)  und  die  des  Verfassers  (C)  liefern  also
die  rückwärts  aus  der  Formel  berechneten  Monatsmittel  nahe  vollständig  übereinstimmend,  wenn  die  Reihe
auf  die  gleiche  Zahl  der  Glieder  ausgedehnt  wird.

Jedes  meteorologische  Element  ist  durch  eine  unendliche  trigonometrische  Reihe  darstellbar  und  es
besteht  für  die  Meteorologie  die  Aufgabe,  die  ersten  Koeffizienten  der  Reihe  möglichst  genau  zu  bestimmen,
da  diese  für  theoretische  Untersuchungen  von  Wichtigkeit  sind.  Sind  die  gegebenen  Werthe  äquidistant
und  in  hinreichender  Zahl  bekannt,  wozu  24  Stundenmittel  für  den  täglichen  Gang  vielfach  ausreichen,  so
genügen  die  Lagrange-Bessersclien  Formeln  vollkommen  zur  Berechnung  der  ersten  Koeffizienten  innerhalb
der  durch  die  Genauigkeit  der  Beobachtungen  gesetzten  Fehlergrenze.  Auch  für  die  Mittel  von  Monaten
gleicher  Länge  werden  diese  Formeln  zur  Darstellung  des  jährlichen  Ganges  vielfach  ausreichen,  soweit  es
sich  um  die  ersten  Koeffizienten  handelt.  Zum  mindesten  steht  zu  bezweifeln,  ob  die  auf  graphisch  -  mechanischem ­
  Wege  erhaltenen  Werthe  der  die  Koeffizienten  darstellenden  Integrale  genauere  Werthe  liefern  und
dürfte  ein  Urtheil  über  die  relative  Güte  der  beiderlei  berechneten  Koeffizienten  kaum  mit  Sicherheit  zu  gewinnen ­
  sein.
Im  Anschluss  an  eine  Darlegung  der  bequemsten  Rechnungsweisen  auf  Grundlage  der  Lagrange-Bessel’schen
  Formeln  für  die  beiden  Hauptfälle  der  Anwendung  der  Bessel’sclien  Formel  in  der  Meteorologie
wurde  vom  Verfasser  noch  die  Berechnung  des  jährlichen  Ganges  aus  den  Mitteln  der  bürgerlichen  Monate
nach  Weihrauch  und  der  Methode  des  Verfassers  mitgetheilt  und  an  Beispielen  gezeigt,  bis  zu  welchem
Grade  die  auf  verschiedenen  Wegen  berechneten  Konstanten  übereinstimmen.
Gewiss  muss  man  es  stets  im  Auge  behalten,  dass  die  berechneten  Koeffizienten  nicht  absolut
genau  mit  den  gleichnamigen  Koeffizienten  der  unendlichen  Reihe  übereinstimmen.  Die  Anzahl  der  gegebenen ­
  Beobachtungen  muss  als  ein  ganz  willkürliches  Element  betrachtet  werden,  das  an  und  für  sich
keinen  Einfluss  auf  die  Koeffizienten  haben  dürfte,  ebensowenig  wie  die  Formel  jede  Ungenauigkeit  der
in  Rechnung  gestellten  Beobachtungen  genau  wieder  geben  sollte.
Im  Gegensatz  zu  dieser  Auffassung  befand  sich  Weihrauch,  der  die  genaue  Darstellung  der  Beobachtungen ­
  durch  ebenso  viele  Koeffizienten  forderte.  Auf  diesem  Wege  gelangte  Weihrauch  zu  seinem  bekannten ­
  Einspruch  gegen  die  Berechnung  von  wahren  Tagesmitteln  aus  mehreren  Terminbeobachtungen
unter  Zuhilfenahme  von  Konstanten,  zu  dem  Satz,  dass  wenn  von  3  Beobachtungen  zwei  äquidistant,  also
in  der  Tagesperiode  um  12  Stunden  auseinander  gelegen  sind,  unter  allen  Umständen  das  von  der  Theorie
geforderte,  beste  Tagesmittel  gleich  dem  arithmetischen  Mittel  dieser  zwei  Beobachtungen  sei  etc.  Zu  diesem
Resultat  führt  in  der  That  eine  Bessel’sche  dreigliedrige  Reihe  (p 0  2h  gi);  Weihrauch  übersah  eben  die  Willkür ­
  der  Beschränkung  der  Reihe  und  dass  man  in  der  Praxis  hei  Ableitung  derartiger  empirischer  Formeln
für  die  Berechnung  der  Tagesmittel  den  ganzen  Verlauf  des  Elementes  kennt;  er  glaubte  streng  nachweisen
zu  können,  dass  die  Meteorologie  jene  Beschränkung  fordere,  doch  kann  die  Richtigkeit  des  Beweises  nicht
anerkannt  werden.  Gleichwohl  hat  Weihrauch  ausserordentlich  grossen  Verdienst  um  die  Bessel’sche  Formel,
indem  er  die  Lösung  für  wohl  alle  in  der  Praxis  wichtigen  Fälle  ihrer  Anwendung  geliefert  hat.  Die
wichtigste  Leistung  lernten  wir  in  den  von  ihm  gegebenen  Formeln  für  die  Darstellung  des  jährlichen
Ganges  aus  den  Mitteln  der  bürgerlichen  Monate  kennen.  Möchten  diese,  wie  der  Verfasser  bereits  oben
betonte,  endlich  die  wohlverdiente  Beachtung  finden.
Vor  Berechnung  der  Koeffizienten  ist  aber  in  jedem  Fall  durch  Anwendung  aller  thunlichen  Kriterien,
mit  besonderem  Vortheil  auch  durch  graphische  Prüfung  des  Verlaufs  der  in  Rechnung  zu  stellenden  Werthe
dafür  zu  sorgen,  dass  diese  möglichst  fehlerfrei  sind,  da  Rechnung  nie  im  Stande  ist,  die  Fehler  zu  eliminiren,
  sondern  lediglich  deren  Vertheilung  herbeiführt.
            
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