Dr. Grossmann: Häufigkeit, Mengen und Dichtigkeit der Niederschläge an der Deutschen Küste.
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relativ grosse Werthe, im Uebrigen geringe Unterschiede, eine geringe Abnahme nach Osten hin, zumal
für die JD 0
Die D 0 sinkt an der Ostsee vom Dezember bis März zum Theil unter 2 mm herab, beträgt im Uebrigen
vom November bis April 2 1 /2—3 und vom Juni bis September 4—5 mm.
Im Durchschnitt der Stationen zeigen beide Dichtigkeiten eine einfache jährliche Periode. Zunahme
vom Minimum im Januar—Februar bis Juli und Abnahme vom August bis zu jenem Minimum, also die gleiche
Periode wie die Niederschläge, bis auf die Sprünge im April und Oktober, welche indessen für einige Sta
tionen auch bei den Dichtigkeitszahlen, neben verschiedenen sonstigen Abweichungen von jenem mittleren
Gange, auftreten. Insbesondere kommen mehrfach grosse Dichtigkeitszahlen im Juni vor, bedingt durch das
auf diesen Monat gemäss Tab. II entfallende Minimum der unter 5 mm bleibenden Niederschläge und zumal
durch die starke Zunahme der Zahl dieser Tage im Juli.
Fassen wir zum Schluss die Hauptergebnisse zusammen.
Einige Aufmerksamkeit der Beobachter gestattet die Bestimmung der Tage mit 0.0 bis 0.1 mm Nieder
schlag, von Regen, Schnee, Hagel oder Graupeln herrührend, vollkommen ausreichend, um die Häufigkeit
dieser geringsten Niederschläge durch ihre geographische wie zeitliche Vertheilung charakteristisch zu indi-
vidualisiren und schon einen Unterschied gegen die Niederschläge von 0.2—0 9 mm hervortreten zu lassen.
An der deutschen Küste bleiben die Niederschläge an 10—20°/o der Tage mit Niederschlag unter
0.2 mm, um 33—44% unter 1.0 mm, um 75—82% unter 5.0 mm und übersteigen 10.0 mm an 7—11% dieser
Tage, so dass jenen kleinsten Niederschlägen eine grosse Bedeutung für die Regenhäufigkeit zukommt.
Während in den warmen Monaten eine mehr gleichmässige Vertheilung der Niederschläge an der Küste
statt hat, überwiegt in den kalten Monaten die Zahl der kleinsten Niederschläge bedeutend im Osten gegen
über dem Westen, die der 10mm erreichenden dagegen im Westen. Zugleich erreichen die winterlichen
Niederschläge im Westen, die sommerlichen im Osten die grösseren Werthe, eine gewisse Mittelstellung
nehmen Hamburg und Kiel ein. Indessen verbleiben die Winterniederschläge unter einer gewissen Grösse;
von Swinemünde bis Memel in jenen Jahren sogar unter 20 mm, und zurück gegen die Regenmengen der
warmen Jahreszeit, so dass durch die Sommer- und Herbstniederschläge bedingt, 30mm Niederschlag im
Osten häufiger erreicht wird. Auffallend tritt die Neigung zu grossen Niederschlägen für Hamburg hervor,
indem an 7 Tagen mit 30 mm hier zugleich an 6 Tagen 40 mm erreicht wurden, was in Borkum und Keitum
an keinem dieser Tage, an den übrigen Stationen an etwa deren Hälfte eintrat. Entsprechend unterbrechen
relativ grosse Werthe für Hamburg die sonst nach Osten stetig wechselnde Reihe des mittleren Betrages
der 20 mm erreichenden Niederschläge wie auch der grössten und insbesondere der drittgrössten täglichen
Niederschlagsmengen des fünfzehnjährigen Zeitraumes, welche stetig nach Osten anwachsen. Die grössten
24 stlindigen Regenmengen mit 86 und 79 mm entfallen auf Hamburg, die kleinsten Maxima mit 32 und
40 mm (abgerundet) auf Borkum resp. Keitum.
In der Jahresperiode weichen die Niederschläge verschiedener Grösse in der Weise von einander ab,
dass von den grossen zu den kleinen herabsteigend das Maximum der Häufigkeit von Juli über Winter nach
dem Frühjahr, das Minimum von Ende Winter nach Spätsommer wandert, so dass die Zeiten der entgegen
gesetzten Extreme für die grössten und kleinsten Niederschläge nahe zusammenfallen.
Die durch Einführung von unteren Niederschlagsgrenzen bestimmten Niederschlagshäufigkeiten zeigen
bei Erhöhung des Grenzwerthes eine Rückwanderung der Maxima in der jährlichen Periode von Oktober
nach Juli und der Minima von Juni nach Ende Winter. Diese Niederschlagshäufigkeiten nehmen fast durch
weg nach Osten hin etwas ab. Ihre Aenderungen von Monat zu Monat stimmen im Mittel der Stationen
in 9 aus 12 Monatsfolgen untereinander und mit den Aenderungen der Niederschläge in den Vorzeichen
überein. Wo einzelne Stationen im Vorzeichen von der mittleren Aenderung der Niederschlagshäufigkeiten
abweichen, fällt dies meist mit der gleichen Abweichung der monatlichen Niederschläge zusammen. Volle
Parallelität im Gang zwischen Niederschlag und Häufigkeit besteht für die 1.0 mm und fast ebenso für die
Häufigkeit der 5.0 mm erreichenden Niederschläge. Die meisten Abweichungen von dem mittleren Verhalten
zeigen die Folgen Januar—Februar und Februar—März.