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Full text: 16, 1893

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1893 No. 3 — 
Zählt man bei zwei aufeinander folgenden gleich grossen Monatswerthen die Abweichung gleich V2, so ergiebt 
sich die Abweichung im Vorzeichen der Z für die 8 Stationen und 12 Monatsfolgen im Mittel gleich 15°/o, 
bezgl. 8%, falls die Fälle mit gleichartiger Abweichung der Niederschläge nicht gezählt werden. Die in 
dieser Weise berechneten und der Tabelle beigefügten, mit a, b bezeichneten zweierlei Abweichungsprozente 
zeigen bei weitem die grössten Abweichungen für Januar bis Februar und Februar bis März, was darauf 
zurückzuführen ist, dass die Aenderung der mittleren Niederschläge in den Monaten Januar bis März 
nur eine geringe ist und daher Zufälligkeiten die Gesetzmässigkeit leichter zu trüben vermögen. Für die 
1 mm und höhere Grenzwerthe erreichenden Niederschläge stimmt der jährliche Gang der Häufigkeit nahe 
überein mit demjenigen der Monatsniederschläge, deren Maxima und Minima wie Tab. XI zeigt, für die ver 
schiedenen Stationen fast vollständig mit denjenigen von Z 1<0 und zumal Z5.0 zusammenfallen. 
Besondere Bedeutung der 5 mm erreichenden Niederschläge und die mathematische 
Darstellung der Häufigkeitszahlen. 
Als Verfasser die monatlichen Niederschläge als Ordinaten zu den zugehörigen ÜT-Werthen als Abscissen 
in Millimeterpapier eintrug, und zwar der Reihe nach gesondert in dieser Weise der Ersteren Abhängigkeit 
von Zq.o, Zo.2 u. s. w. untersuchte, zeigte sich, dass die Verbindungslinien der Monatspunkte für die Z & . 0 für 
alle Stationen nahezu gerade Linien ergaben, während in den übrigen Fällen als Mittellinien gekrümmte Linien 
auftraten, gegen welche die Monatspunkte bedeutend abweichend zu beiden Seiten fielen. Hiermit hat sich 
herausgestellt, dass sich nahezu die Monatssummen der Niederschläge 8 darstellen lassen für jede Station in 
der Form: 
S — a + bZs-o wo a und b konstante Werthe besitzen, und in der That führt die Berechnung der a 
und b nach der Methode der kleinsten Quadrate zu mittels jener Formel berechneten Monatswerthen, welche, 
wie Tab. VII zeigt, grosse Uebereinstimmung mit den beobachteten aufweisen. 
Monatsniederschläge = a- r h Z 5 . 0 
Werthe von a und b, nebst Abweichung, Rechnung — Beobachtung, in mm. 
a 
b 
I 
II 
III 
IV 
V 
VI 
VII 
VIII 
IX 
X 
XI 
xn 
Borkum 
11.6 
11.55 
0 
—5 
+4 
+1 
0 
+4 
-3 
-4 
-1 
-0 
+4 
+1 
Keitum 
7.5 
12.82 
+3 
_2 
0 
+3 
-1 
-6 
-1 
—5 
_2 
-3 
+8 
+7 
Hamburg 
7.0 
12.97 
0 
—2 
-1 
0 
—2 
-1 
-i 
+i 
0 
+4 
+4 
Kiel .' 
0.8 
14.16 
-1 
—4 
+i 
0 
+3 
0 
-4 
+5 
+i 
-4 
+3 
-1 
Wustrow 
5.6 
12.75 
-1 
H~3 
_2 
+2 
+2 
+3 
—5 
-i 
—5 
+7 
+1 
-3 
Swinemüncle 
10.6 
11.76 
-1 
+3 
+2 
+3 
-1 
-1 
+2 
+4 
—7 
-4 
+3 
-3 
Neufahrwasser 
9.6 
13.36 
+1 
-1 
-3 
+3 
0 
+6 
-6 
-4 
+4 
0 
-1 
+2 
Memel 
7.4 
13.15 
+1 
-3 
+8 
0 
0 
-1 
-1 
-1 
+3 
-1 
-3 
—2 
Wenn b — D5.0 wäre, womit wir kurz die Dichtigkeit der 5 mm erreichenden Niederschläge, den 
mittleren Betrag an einem dieser Niederschlagstage bezeichnen wollen, so würde a die Bedeutung haben, 
gleich der Summe S 0I5 der unter 5 mm innerhalb 30 Tagen fallenden Niederschläge zu sein, sodass also 
diese Summe für alle Monate konstant wäre. Es ist indessen, wie Tab. Vlla zeigt, a<$ 0 /5 und &>D 5 . 0 , 
entsprechend dem allgemeineren Ausdruck jener linearen Beziehung S = a l + b{Zb.o —Je) in welchem al—b k = a 
als Konstante auftritt und b in eine um Ic verminderte Zahl von Niederschlagstagen multiplizirt scheint, so 
dass a und b obige Deutung nicht zukommt. 
Die Berechnung der von den unter 5 mm verbleibenden Niederschlägen gelieferten Niederschlagsmengen 
erfordert die mathematische Darstellung der Häufigkeitszahlen, die a 'priori sich als Exponentialfunktionen 
vermuthen lassen. Da sich die Darstellung durch Z = a 1 als unmöglich erwies, wegen zu grosser 
systematischer Abweichung der berechneten und beobachteten Werthe, so musste die Funktion Z = e a ~ lix1 '
	        
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