Dr. Grossmann: Häufigkeit, Mengen und Dichtigkeit der Niederschläge an der Deutschen Küste.
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gleichartige Verhältnisse auftreten. Zu dieser Zeit halten sich diese kleinen und grossen Niederschläge
nahe an Zahl das Gleichgewicht, die Ueberschüsse erreichen ihre kleinsten, meist negativen Werthe — nur
für Borkum (u. Keitum) wie Memel, tritt, bedingt durch die grösseren Niederschläge, das Minimum erst
später ein.
Tah. III.
II
III
IV
V
VI
VII
VIII
IX
X
XI
Im Jahr
XII
Auf
100 Tage
Auf
100 Tage
mit
^ 0.0
■^(üä) — ^5'0i Mittel 1876/90, berechnet für 30 Monatstage.
Borkum
3.3
3.4
3.3
42
2.0
1.3
0.2
-1.1
-0.1
-1.2*
-0.4
1.2
1 4
1 0
1.2
O.S
1.3
-0.7
0 5
-2.7
-1.9
1.3
-4.0*
2.5
1 ft
-0.4
2.9
2
Hamburg
4.6
3.S
4.4
5.8
2.9
-0.5*
-0.2
1.4
3.9
9
Kiel
i 4.6
4.1
4.6
4.7
2.7
1.6
0.3*
1.1
2.6
2.1
2.7
4.5
9
i 9 h
9 4
3 8
9 fi
1.4
0.5
LS
9, 9*
1 2
1 4
n 6
9 9
o
Swinemtine
7.6
6.8
6.6
5.1
3.3
0.0
-1.2*
3.3
2.5
3.6
4.7
7.3
14
Neufahrwasser ....
7.6
6.2
7.9
4.3
2.8
0.8*
0.8*
1.8
i.i
1.2
4.7
6.9
13
Memel
5.2
5.7
4.1
5.0
2.5
1.3
0.7
0.5
0.1*
0.9
3.5
4.7
9
8
-3
15
17
7
26
26
19
Wenden wir uns zu den in Tab. IV mitgetheilten Häufigkeitszahlen für die Tage, welche die angege
benen Schwellenwerthe der Niederschläge erreichen, so fällt uns zunächst die Wanderung der Monate mit
Extremwerthen in die Augen. Für die Zahl der Tage mit Niederschlag überhaupt (/>o.o) zeigt sich meist
ein schwächeres sekundäres Maximum im März, herrührend von den kleinen Niederschlägen, ein stärkeres
sekundäres Maximum im Juli, gegeben durch die 10 mm erreichenden Niederschläge und das Hauptmaximum
fast durchweg im Oktober, bedingt durch die Niederschläge mittlerer Grösse. Erhöhen wir die Schwelle
durch Ausschluss der kleinen Niederschläge, so tritt zunächst jenes März-Maximum und allmählich jenes
Oktober-Maximum zurück gegen das Juli-Maximum — wobei von den 20 mm erreichenden Niederschlägen
zunächst noch abgesehen werden mag. Ebenso treten für Z 0 . 0 mehrere sekundäre Minima neben einem
Hauptminimum im Juni auf, welches sich bei Erhöhung des Schwellwerthes nach Februar — März für
Z 10 . 0 verlagert, ebenfalls bedingt durch die den Niederschlägen verschiedener Grössenordnung zukommenden,
von einander abweichenden jährlichen Perioden. Mit Erhöhung des Schwellwerthes wandert die Zeit des
Maximums der Häufigkeit vom Oktober nach Juli, der Zeitpunkt des Minimums vom Juni nach Februar—März
— mit den ersichtlichen Ausnahmen und als solche seien zumal hervorgehoben für die Z^.o die grossen
Oktoberwerthe für Borkum, Keitum und Memel.
An genannterStelle fand Brückner aus den für Hamburg pro 1876/85 für verschiedene Schwellwerthe
berechneten Häufigkeitszahlen, in gleicher Weise wie für St. Petersburg den Einfluss der Zählweise auf die
jährliche Periode und zumal bei Erhöhung des Schwellwerthes das allmähliche Erstarken des für Z 0 .o vor
handenen sekundären Maximums zum Hauptmaximum im Juli—August. Brückner erklärt die Verschiebung
des Maximums durch den Gegensatz der sommerlichen und winterlichen Regendichte, wie wir etwas weitgehen
der die Ursache in der Verschiedenheit des jährlichen Ganges der kleinen und der grossen Niederschläge
kennen lernten.
Schon die Z 0 .2 zeigen im Vergleich mit den Z 0 . 0 charakteristisch mehrfach die durch Erhöhung des
Schwellwerthes eintretende Verfrühung des Zeitpunkts der Extreme Wir sehen ferner, dass die Einführung
der Grenze von 0.2 mm die Niederschlagshäufigkeit im Jahre um etwa 10% herabdrückt. Sieht man von
Keitum und Wustrow ab, so beträgt an der Küste die Zahl der Tage mit Niederschlag überhaupt, von Regen,
Schnee, Hagel oder Graupeln herrührend, 50—60%, die der 0.2 mm erreichenden 40—50%, die Häufigkeit der
1.0 mm erreichenden etwa 30—35%- Etwa am 4. oder 5. Theil aller Niederschlagstage werden im Jahre
noch 5 mm erreicht, in nur 7—11% der Niederschlagstage 10 mm. Die Zahlen der Niederschlagshäufigkeit
weisen im Jahre für alle Schwellwerthe eine Abnahme von Westen nach Osten auf, abgesehen von den für
Hamburg und Kiel für die ersten Gruppen hervortretenden relativ grossen Werthen.