C. Kassner: üeber kreisähnliche Cyklonen.
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Zentrum des Windsystems eine und dieselbe (oder doch nur eine sehr langsam sich verändernde) Luftmasse
unausgesetzt rotire“, 1 ) vielleicht doch nicht immer ganz von der Hand zu weisen sein.
26. Weiter fragt sich nun: wie verhält sich der Ablenkungswinkel bei zunehmender Entfernung vom Zentrum?
Diese Frage kann aber nicht eher beantwortet werden, als bis gezeigt ist, in welcher Art sich die Beobach
tungen selbst nach ihrem jeweiligen Abstand vom Zentrum über die Cyklonen vertheilen. Zu
diesem Zweck sind in der folgenden Uebersicht wieder (wie schon S.9) Zonen von je 222 km Breite zu Grunde
gelegt worden:
Cyklone
über
CM CD CO
(M ^ o cß
cm CO
III!
O CM
CM MD
CM dM DD
Land
14
39
35
12
Küste
10
32
28
17
Meer
11
27
34
21
7
5
CM *rH CO
CO IO c-
CO mo L-
MO
ICO
3 0 0
1 — —
Dass das Maximum der Beobachtungen bei den Meer-Cyklonen gegenüber dem der Land- und Küsten-
Cyklonen nach aussen hin verschoben ist, hat seine Ursache wohl darin, dass die Schiffe dem Zentrum der
Cyklone möglichst zu entfliehen suchen, während die Land-Stationen an ihren Ort gebunden sind und deshalb
die Cyklone über sich ergehen lassen müssen. Ausserdem zeigt die Tabelle, dass die Kiisten-Cyklonen in
grösseren Dimensionen kreisähnlich ausgebildet sind, als die Meer- und besonders als die Land-Cyklonen;
bei letzteren hemmt die grössere Reibung ihre Ausbildung, während bei den Cyklonen über dem Meere wohl
die schnelle Fortbewegung eine ausgedehntere Entwicklung nicht zu Stande kommen lässt.
Nunmehr erst kann die vorhin aufgeworfene Frage über die Beziehungen des Ablenkungs
winkels zum Abstand vom Zentrum ihre Beantwortung finden; zu diesem Zwecke habe ich für die
einzelnen Zonen und Quadranten den betreffenden mittleren Ablenkungswinkel berechnet, dessen Werthe
sich für die genannten Gebiete wie folgt stellen (die eingeklammerten Zahlen sind wegen ungenügender
Anzahl von Beobachtungen unsicher):
Abstand
vom
Zentrum
Land
Küste
Meer
IV
Land
litte
Küste
N
Quadrant:
B S
W
N
Quadrant:
B S
W
N '
Quadrant:
E S
W
Meer
0— 222 km
57°
59°
52°
55°
64°
69°
62°
62°
70°
87°
(103°)
(45°)
56°
64°
76°
222— 444
54
47
56
56
51
73
79
62
77
91
81
80
53
66
82
444— 666
56
46
56
69
50
75
77
72
76
85
79
73
57
68
78
666- 888
(48)
62
74
63
54
70
87
86
—
84
90
81
62
75
85
888—1110
—
—
—
—
(75)
74
83
(90)
(55)
(86)
(94)
(81)
—
(80)
(79)
1110-1332
—
—
—
—
—
(69)
S3
(100)
—
—
(98)
—
—
(84)
—
1332—1554
-
—
—
—
—
(75)
(82)
(75)
—
—
—
—
—
(77)
—
1554—1776
—
—
—
—
—
(105)
(65)
(90)
—
—
—
—
—
(87)
—
Hier zeigt sich noch klarer als in der Tabelle S. 14, dass der Ablenkungswinkel im Ost-Quadranten
meist grösser ist als im westlichen, sogar bei den Meer-Cyklonen in etwa 350 km Abstand vom Zentrum
90° übersteigt. Sodann aber weisen die Land- und Meer-Cyklonen besonders in den Mittehverthen ein
entgegengesetztes Verhalten auf: während nämlich bei ersteren der Ablenkungswinkel in etwa 350 km Abstand
vom Zentrum ein Minimum erreicht, und von da nach innen und aussen hin zunimmt, liegt in jener Gegend
für die Meer-Cyklonen ein Maximum, entsprechend dem Guldberg-Mohn’schen Resultate. 2 ) Eine
Cyklone, die über dem geringe Reibung darbietenden Meere lagert, muss naturgemäss dem theoretischen
Ergebniss sich mehr nähern, als eine solche über dem Lande, dessen Bodengestalt einen erheblichen Einfluss
’) Sprung, Lehrbuch der Meteorologie, pag. 244.
2 ) Vergl. Seite 1, Anmerkung 1.