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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1893 No. 2 —
Unter Anwendung dieser Reduktionsgrössen (wodurch für die Häufigkeit der Cyklonen statt der ganzen
Zahlen Brüche auftreten) ergab sich:
Länge
westlich
östlich
Breite
100°j—81°
80°—61°
60°—41°
40°—21°
20°—1°
0°—19°
20°—39°
40°—59°
70°—¡61°
6.7
1.7
_
5.0
5.0
60 —51
1.2
1.2
6.2
17.2
2.5
6.2
12.3
50 —41
s.b
10.0
15.0
6.0
3.0
1.0
—
o
L
05
0.9
—
0.9
0.9
—
—
30 —21
—
0.8
—
—
Hiernach fällt das absolute Maximum auf die Umgebung der britischen Inseln und je ein sekundäres
in die Gegend von Neufundland und auf Zentral-Russland. Diese Folgerung gilt aber nur für die in vor
stehender Tabelle durch Zahlen oder Striche angedeuteten Felder, da die übrigen, freigelassenen, in den
Wetterkarten entweder garnieht enthalten sind oder nur zum Theil in dieselben hineinragen. Das Maximum
bei Grossbritannien findet seine Erklärung offenbar darin, dass in jener Gegend ein Hauptausstrahlungs
punkt der Zugstrassen der Depressionen liegt; dasselbe gilt auch für das Maximum bei Neufundland, wie
die Karte der Zugstrassen von Koppen ‘) zeigt. Für das russische Maximum endlich werden die weiten
Ebenen des inneren Russlands von erheblichem Einfluss sein, da ein Land mit geringen Bodenerhebungen
der Ausbildung kreisähnlicher Cyklonen offenbar sehr günstige Bedingungen darbietet.
8. Im Anschluss hieran sind die Cyklonen noch nach einigen anderen Gesichtspunkten untersucht
worden. Was zunächst ihre zeitliche Vertheilung anbelangt, so lehrt die folgende Uebersicht:
Cyklonen
Winter
Frühling
Sommer
Herbst
über
liez.
Jan. Eebr.
März April
Hai
Juni
Juli
Ang.
Sept.
Okt.
Kot.
Land
3
5 4
2
4
1
2
1
2
3
2
Küste
4
5 1
o
Û
7
2
3
1
i
2
1
2
Meer
4
— 4
2
8
3
—
—
2
3
1
o
o
Summe . ..
11
10 9
7
19
6
5
2
5
8
2
7
dass die Cyklonen im Sommer und auch noch im Herbste nur durch eine geringe Anzahl vertreten sind;
anders dagegen im Winter und Frühling — der April allein weist etwa ein Fünftel aller Fälle auf.
Gruppirt man die Cyklonen noch nach meteorologischen Jahreszeiten:
Cyklonen
über
Winter
Frühling
Sommer
Herbst
Land
12
7
5
5
Küste
10
12
5
5
Meer
8
13
2
7
Summe ...
30
32
12
17
so sieht man, dass das Maximum der Land-Cyklonen auf den Winter fällt, das der Küsten- und Meer-Cyklonen
aber auf den Frühling. Das Minimum ist nur bei letzteren Cyklonen (und zwar im Sommer) scharf ausgesprochen.
*) Sprung: Lehrbuch der Meteorologie. Tafel XIV.