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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1893 No. 2 —
3. Als Material zu dieser Untersuchung dienten die von dem Dänischen Meteorologischen Institut
und der Deutschen Seewarte herausgegebenen „täglichen synoptischen Wetterkarten für den nordatlantischen
Ozean und die angrenzenden Theile der Kontinente“, soweit sie bis zum Abschluss dieser Arbeit erschienen
waren, nämlich für die Zeit vom 1. Dezember 1880 bis 31. August 1882 und vom 1. September 1883 bis
■30. November 1886. Es fehlt also das sogenannte Polarjahr, da die hierfür vorliegenden englischen Karten
für meine, wie für alle ähnlichen Zwecke in keiner Weise zu brauchen waren.
Jedoch konnten nicht alle in den Karten enthaltenen kreisähnlichen Cyldonen verwendet werden, da
einzelne derselben aus verschiedenen Gründen sich für vorliegende Untersuchung als ungeeignet erwiesen,
und zwar wurden bei der Auswahl folgende Gesichtspunkte als maassgebend zu Grunde gelegt.
4. Cyldonen mit tadellos kreisförmigen Isobaren giebt es in der Natur vielleicht garnickt oder doch
nur äusserst selten, *) sodass man sich mit einer grösseren oder geringeren Annäherung an den Kreis be
gnügen muss. Dieselbe wurde so festgesetzt, dass als äusserste zulässige Grenze das Verhältniss 3:2 für
die auf einander senkrecht stehenden Durchmesser galt. Aber auch diese letztere Einschränkung zeigte sich
als noch nicht hinreichend, weil Partialwirbel, die mehrfach auftraten, den nahezu kreisförmigen Verlauf der
Isobaren hier und da nicht unwesentlich störten und so zu Trübung der Resultate hätten Anlass geben
können. 2 ) Solche Cyklonen wurden im allgemeinen ausgeschlossen; inwieweit sie jedoch in einzelnen Fällen
noch Verwendung fanden, wird weiter unten auseinandergesetzt werden. Endlich war noch zu bedenken,
dass in solchen Fällen, wo nur wenige Beobachtungen Vorlagen — besonders in polaren Gegenden oder in
den von den gewöhnlichen Schiffswegen entfernteren Theilen des Ozeans — die Kreisgestalt der Cyklonen
in ziemlich erheblichem Maasse Interpolationsprodukt sein dürfte. Derartige Cyklonen mussten als für meine
Untersuchung unbrauchbar ganz verworfen werden.
o. Unter Beachtung dieser Grundsätze konnten für die vorliegende Arbeit nur die in der folgenden
Uebersicht enthaltenen Cyklonen benutzt werden. Dieselben sind durch die Koordinaten ihres ungefähren
Zentrums, über dessen nähere Festlegung unten noch gesprochen wird, genügend gekennzeichnet.
Datum
Länge
(Greenwich)
Breite
(nördlich)
Tiefe
(kleiner als)
Datum
Länge
(Greenwich)
Breite
(nördlich)
Tiefe
(kleiner als)
1S80 XII. 2.
52" IV
41°
730 mm
1882 I. 14.
60° IV
46°
735 mm
4.
51 E
58
40
23.
57 E
67
45
7.
62 W
43
45
28.
4S IV
46
30
16.
63 W
47
45 1
II. 4.
47 IV
47
35
20.
43 W
47
40
III. 7.
56 IV
41
45
1881 I. 8.
45 E
58
35
9.
24 IV
63
15
9.
55 E
59
45
24.
70 IV
48
50
16.
40 E
62
30
IV. 10.
41 IV
4S
40
II. 3.
47 W
48
30
11.
30 IV
49
35
IV. 11.
61 IV
37
50
13.
15 IV
53
30
14.
37° W
47-
740 mm
18.
' 33° W
52°
730 mm
15.
68 W
41
25
19.
88 IV
43
45
16.
67 W
48
35
22.
12 IV
51
40
26.
47 IV
46
40
V. 11.
50 IV
46
50
VI. 18.
14 W
53
45
VIII. 24.
57 IV
44
45
X. 22.
14 IV
4S
25
1883 IX. 1.
13 IV
49
25
XII. 4.
31 IV
61
25
16.
32 IV
49
25
22.
8 IV
47
50
17.
29 IV
51
40
29.
26 IV
61
30
21.
27 E
59
40
1882 I. 2.
66 W
45
35
22.
36 w
1
46
35
*) Sprung: Lehrbuch der Meteorologie, pag. 191, 21S. Auf die Arbeit von Herrn Knipping (Annal. der Hydr. 1890)
komme ich noch zurück, übergehe dagegen das zustimmende Urtheil des Herrn Blasius (Drei Vorträge über Meteorologie.
Braunschweig 1892, pag. 51).
Vielleicht würde manche Cyklone weniger regelmässig ausfallen, wenn die Isobaren nicht von 5 zu 5 mm, sondern
enger gezogen würden.
2 ) Auch Loomis verfuhr so. (Americ. Journ. of Science 1875 I.)