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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1893 No. 1 —
L. №
91. 1879 11.—12. Dezbr.
92. 1880 20. Januar.
93. 1880 21.—26. Januar.
94. 1880 3,—11. Februar.
Der Orkan lag etwas über 200 Sm. im Süden von Rotuma, ging von da
über die Westküste von VitiLevu und weiter nach Südosten.
Die Geschwindigkeit betrug am 11. 14 Sm.
Das Barometer I. Br. M. S. „Emerald“, 200 Sm. südlich von Ro
tuma fiel auf 747mm, ebenso tief das Barometer in Delanasau, in
Nandi-Bai fiel es um 50 mm.
Mehrere Schiffe gingen verloren; der Kutter „Alarm“ wurde in
Nandi durch die Orkanwelle % Meilen weit von der Hochwassermarke
aufs Land gesetzt.
Bei Savo in 9° S. Br., 160° 0. Lg. strandete in einem Orkan der „Meteor“.
Der Orkan lag im Nordwesten der Fiji-Inseln, ging nach Neu-Kale-
donien und bog dort nach Südosten um.
Die Geschwindigkeit betrug 12V2 Sm.; das Barometer fiel in
Numea auf 712 mm; die zentrale Windstille hatte eine Ausdehnung
von 24 Sm.
Der Orkan entwickelte sich vom 3. bis 6. Februar im Norden von Neu--
Kaledonien, bewegte sich langsam nach Südost, überschritt die
Insel von Nord nach Süd am 9., ging am 10. 75 Sm. westlich von
S- M. S. „Bismarck“ in 25° S. Br., 167° 0. Lg. vorbei und über die
„Levuka“ hinweg in 30° S. Br., 161° 0. Lg.
Die Geschwindigkeit betrug bis zum 9. 2 Sm, am 10. 11 Sm. und
am 11. 13^2 Sm.
Dass dieser Orkan nicht etwa anderwärts entstanden ist, geht
aus folgenden Beobachtungen hervor, die mit verglichenen Instrumenten
angestellt sind. S. Fig. 1 und Fig. 2.
1880 Februar 3 4
Barometerstand auf Surprise-Insel 755 755
Oubatche .... 756 754.3
5 6 7
752.5 747.5 737
750.4 749.8 745.8
8 9 10
737 737 744.5 mm
744.8 734 744
Das Barometer stand also niedriger: am 3. im Norden, aber am
4.—5. im Süden; am 6.—8. wieder niedriger im Norden, am 9. —10-
im Süden. Vom 3. bis zum 6. und 7. Februar hat sich also un
zweifelhaft östlich von den Nordriffen Neu-Kaledoniens eine Depression
entwickelt, in deren Umgebung die Winde am 6. und 7. Orkanstärke
erreichten.
Auf der Surprise-Insel wurden am 6. stürmische SE- bis SW-Winde
beobachtet, mit heftigen Böen; am 7. SW-Sturm und Orkan, der am
9. in WSW- und W-Sturm übergeht. Auf den Belep-Inseln dagegen
ist die Windrichtung SE vom 5. bis 9., erst in der Nacht zum 10.
geht hier der Wind nach SW.
Ein kleiner Kern mit besonders tiefem Barometerstand hat sich
bei diesem Orkan vor dem 10. ganz gewiss nicht entwickelt, das
folgt ebensowohl aus Fig. 1 und 2, wie aus der Beobachtung, dass
Windstillen, zum Theil über V2 Tag lang, auf einem Raum von 180
Seemeilen Durchmesser beobachtet wurden; in Oubatche wie in Lifu.
Bei einem kleinen ausgeprägten Zentrum wäre diese letztere Beob
achtung ganz unerklärlich.
In Neu-Kaledonien und nördlich davon waren die tiefsten Stände:
Surprise 737 mm, Oubatche 730 mm, Kanala 730mm, Dumbea 728 mm,
Numea 731mm, Fichten-Insel 732 mm. Bei diesen weit verbreiteten