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Full text: 16, 1893

Dr. Willi. Meinardus: Beiträge zur Kenntniss der klimatischen Verhältnisse etc. 
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durch die Erfahrung bestätigt. Wenn zugegeben wird, dass die südöstlichen und südlichen Winde, welche 
in den östlichen Theilen des Ozeans den Aequator erreichen, zu Zeiten durch einen westlichen Luftstrom 
nördlich der Linie gegen die nördliche Hemisphäre abgedämmt werden, so muss nothwendig in solchen Fällen 
die aufsteigende Luftbewegung über dieser Region sich steigern. Nun findet sich längs des Aequators, aus 
genommen in den westlichen Theilen des Ozeans, ein Gebiet gleichförmigen Druckes, und es dürfte wahr 
scheinlich sein, dass unter solchen Umständen die südöstlichen und südlichen Luftströme des SE-Passats 
hier in die oberen Luftschichten aufsteigen, und der Luftdruck in diesem Gebiet etwas tiefer ist als in den 
benachbarten Theilen des Meeres.“ 
Wenn wir uns auch nicht mit allen Ausführungen von Dallas einverstanden erklären möchten — 
z. B. dürften die nordwestlichen und westlichen Winde südlich und westlich von Ceylon auf wirkungsvollere 
Ursachen zurückzuführen sein, als auf eine Ablenkung des Monsunzweigs des arabischen Meeres durch die 
Westküste Vorderindiens, — so wird doch die Richtigkeit seiner Bemerkungen über das Verhalten des SE- 
Passats und die Niederschlags-Vertheilung im östlichen Ozean, welche er auf die nördlich vom Aequator 
gemachten Beobachtungen gründet, auch durch die Beobachtungen erwiesen, welche uns aus der südlichen^ 
äquatorialen Zone des Ozeans vorliegen. In der That verzögert sich, wie wir sahen, die hori 
zontale Bewegung der aus SE kommenden Luftmassen mit der Annäherung an die Linie 
sehr beträchtlich. Diese Verzögerung erfolgt zu Gunsten einer aufsteigenden Bewegung, 
welche in einer abnormen, grossen Regenhäufigkeit zum Ausdruck kommt. 
Auf Grund von Tabelle 42 des Anhangs wurde die Regenhäufigkeit für 5-Gradbreitenzonen berechnet 
und zusammen mit der Regenhäufigkeit an einigen benachbarten festländischen Beobachtungs-Stationen nach 
der geogr. Breite geordnet in folgender Tabelle angegeben, um den Gang der jährlichen Periode der Regen 
häufigkeit auf dem Lande und Meere vergleichen zu können. Die Werthe sind theils aus den „Climatic 
Tables“ in Blanfords „Climates of India,“ theils aus den „Regenwaarnemingen in Nederlandsch Indie,“ 
XII, 1890, (door Dr. J. P. van der Stok, Batavia 1891) entnommen. 
Prozentische Regenhäufigkeit. 
I 
II 
III 
IV 
V 
VI 
VII 
VIII 
IX 
X 
XI 
XII 
Jahr 
Caleutta 2285 N. 8S83 0 
3* 
11 
10 
17 
39 
60 
81 
84 
63 
26 
3* 
6 
32 
10°— 15°N.Br. 86°—96° 0. L. 
19 
4* 
4* 
18 
67 
76 
58 
38 
Port Blair 1187 N. 9287 0.. .. 
6 
7 
3* 
17 
65 
83 
84 
81 
83 
71 
50 
19 
47 
5°—10° N. Br. RG°—96° 0. L. . 
40 
31* 
31* 
46 
64 
66 
68 
61 
Nancowry S80 N. 9385 0. .. 
26 
14* 
16 
30 
58 
73 
65 
61* 
63 
68 
60 
48 
49 
Kota Raclja 586 N. 9593 0. . . 
39 
21* 
23 
30 
45 
30 
29* 
35 
43 
48 
53 
4S 
37 
0°—5° N. Br. 86°—96° 0. L.. . 
44* 
53 
59 
62 
71 
63 
67 
70 
72 
62 
(62) 
Singkel 283 N. 9796 0 
48 
46* 
52 
60 
55 
43* 
45 
52 
57 
65 
67 
61 
54 
Pa dang 190 N. 10083 0 
45 
43' ! ' 
45 
50 
42 
37 
29* 
42 
53 
58 
67 
61 
48 
0°—5° S. Br. 86°—96” 0. L. . 
60* 
60* 
68 
62 
66 
71 
75 
68 
74 
71 
(68) 
Benkulen 386 S. 102?0 0. . . . 
55 
54 
55 
50 
45 
40 
35* 
42 
47 
58 
63 
65 
51 
Batavia 692 S. 1068S 0 
73 
72 
56 
45 
31 
31 
22 
17* 
26 
33 
45 
61 
43 
5°—10° S. Br. 86°—96° 0. L. . 
67 
67 
68 
63 
61* 
66 
84 
74 
65 
61 
(68) 
Die normale tropische jährliche Regenperiode wird bekanntlich durch den Gang der Zenithregen, 
welche zögernd der Bewegung der Sonne in der Ekliptik folgen, bestimmt. Die Maxima treten bald nach 
dem Zenithstand, die Minima bald nach dem niedrigsten Stand der Sonne ein. Die Zeiten der Maxima sind 
also Funktionen der geographischen Breite, die der Minima für alle die Orte gleich, welche zwei Minima 
haben. Unter dem Aequator folgen sich zwei Maxima und Minima in gleichen Zeitabständen, je höher die 
Breite desto näher rücken die beiden Maxima gegen das Sommerhalbjahr zusammen, desto flacher wird das 
zwischenliegende Minimum, bis in einer gewissen Breite die Maxima mit einander verschmelzen und die 
Regenperiode einfach wird. Ueberall wird durch die Besonderheiten der Erdoberfläche der normale Gang 
der tropischen Regenperiode mehr oder weniger modifizirt. In obiger Tabelle findet jede der verschiedenen
	        
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