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Full text: 16, 1893

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1893 No. 5 — 
0 1 2 3 4 5 
Danilo f . . . 
. . 59 
106 
66 
31 
33 
21 
Metz 
. 83 
124 
53 
15 
23 
45 
Mielberg . . 
. 96 
100 
66 
50 
38 
34 
6 
n 
1 
8 
9 
10 
Mittel 
1, 3, 5, 7, 9 2, 
4, 6, 8 
Mittlere 
Be 
wölkung 
32 
41 
42 
80 
489 
56 
43 
7.0 
49 
38 
46 
77 
447 
60 
43 
6.7 
34 
26 
41 
61 
454 
54 
45 
6.5 
Der Unterschied ist namentlich hei den extremen Stufen ausgeprägt: Herr Danilof hat 10 erheblich 
häufiger, 0 seltener notirt, als die beiden Anderen. Herr Metz hat 1 und 5 bis 9 häufiger, 0 und 2 bis 4 
seltener notirt, als Herr Mielberg. Herr Laurenty untersucht diese Unterschiede genauer nach den Jahres 
und Tageszeiten, worüber man seinen Aufsatz nachsehen möge. 
Bei allen drei Beobachtern sehen wir die geraden Ziffern, 2, 4, 6 und 8, durchschnittlich seltener 
zur Notirung kommen, als die ungeraden (von 0 und 10 müssen wir ihrer exceptionellen Stellung wegen, 
absehen). Ganz im Gegensatz dazu sehen wir in den Zahlen vom Ozean ein höchst ausgesprochenes Ueber- 
gewicht der geraden Ziffern über die ungeraden, und zwar in allen drei Gebieten und zu allen Jahreszeiten. 
Nach den Promille- 
Quadrat 149 a 
Quadrat 111, 
nördl. Hälfte 
Quadrat 111, 
siidl. Hälfte 
zahlen 
Winter 
Frühling 
Sommer 
Herbst 
Winter 
Frühling 
Sommer 
Herbst 
Winter 
Frühling 
Sommer 
Herbst 
Vs (1 + 3 + 5 + 7 + 9). 
71 
72 
73 
71 
83 
82 
82 
81 
90 
89 
96 
83 
7< (2 + 4+6 + S) .... 
90 
86 
97 
104 
100 
115 
114 
107 
110 
118 
102 
115 
Dieses Ergebniss verdient besondere Aufmerksamkeit, weil es nicht von einzelnen, sondern von 
mehreren Hundert Beobachtern geliefert ist, also auf eine allgemeine psychologische Quelle hinweist. Unter 
den Landstationen weist es ausser Pävlofsk auch Breslau nicht auf (ungerade Stufen 41, gerade 37) und 
Batavia nur in beschränktem Maasse (84:93, nämlich 2, 4, 6 zu häufig, 8 zu selten). An einer Umrech 
nung aus anderer Skala liegt es nicht, da das Material vom Ozean durchweg nach 11-theiliger Skala notirt 
worden ist. Dagegen kann ein anderer Umstand darauf Einfluss haben: es treten nämlich in den älteren 
Journalen nicht selten Notirungen auf, wie 3—4, 8—5, 4—7 oder dergl., bei welchen aus dem Wunsche, 
es recht gut zu machen, der Instruktion entgegen, die Bewölkung nicht des Moments, sondern der ganzen 
Wache angegeben ist. In vielen Fällen ist ersichtlich, dass die letzte Ziffer das Ende der Wache, also den 
Beobachtungstermin betrifft, dann ist diese genommen worden. In anderen Fällen aber, wo die Bewölkung 
offenbar mehrfach schwankte, ist beim Umschreiben der Beobachtungen in die Extrahirbücher — und diese 
haben wir zu unsern Zählungen benutzt — die Regel befolgt worden, das Mittel und im Zweifelsfalle stets 
die gerade Zahl zu wählen, um das allgemeine Mittel nicht durch einseitige Wahl zu beeinflussen. Allein 
solche Beobachtungen bilden sicher nicht mehr als 2% von allen, und da zudem in der Hälfte dieser 
Fälle die gerade Ziffer der Wahrheit entsprechen wird, so kann höchstens in 1% aller Fälle zu Unrecht 
eine gerade Ziffer angenommen sein. Die Frage verdient jedenfalls weitere Untersuchung. 
Unter den fünf preussischen Stationen am Schluss unserer Tabelle I, für welche von Dr. Kremser 
probeweise der Jahrgang 1884 berechnet worden ist (vgl. Met. Zeitschr. 1885, S. 328), notirten Klaussen und 
Emden offenbar in manchen Fällen 1 und 9, in welchen die Beobachter der drei anderen Stationen 0 und 
10 notirt haben würden. Eine ganz eigenartige Vorliebe zeigt Kassel für die Zahl 8, wahrscheinlich ist 
diese Ziffer 100 bis 200 Mal im Laufe des Jahres zu Zeiten notirt worden, zu welchen andere Beobachter 
10 notirt hätten. Wie man sieht, empfiehlt sich die Auszählung der einzelnen Bewölkungsgrade in hohem 
Maasse für meteorologische Institute zum Kennenlernen der Eigenthümlichkeiten der einzelnen Beobachter 
und zur Erzielung einer grösseren Vergleichbarkeit der Resultate. 
Die Berechnung der 11 verschiedenen Bewölkungsgrade für alle Orte ist ziemlich zeitraubend und ver 
langt namentlich so umfangreiche, schwer zu behandelnde Tabellen, dass sie nicht allgemein empfohlen 
werden könnte, selbst wenn die persönlichen Fehler bei der Wahl der Stufe nicht in Betracht kämen. 
Auch würde eine sehr lange Reihe von Jahren erforderlich sein, um für die Wahrscheinlichkeit der seltenen 
Bewölkungsstufen zuverlässige Werthe zu erhalten. Für Fragen allgemeiner Natur ist also eine Zusammen 
fassung mehrerer Stufen zu einer Gruppe vorzuziehen, und zwar werden drei Gruppen: „wolkenloser“,
	        
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