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Volltext : 15, 1892

Franz  v.  Schwarz:  Astronomische,  Magnetische  und  Hypsometrische  Beobachtungen  etc.

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Habei-dullin  und  Timofei  Tetjuschow  und  aus  vier  Reit-  und  sechs  Packpferden.  Nachdem  ich  am  nächsten
Tage  die  Rucharische  Grenze  überschritten  hatte,  begab  ich  mich  zunächst  nach  Kitab  und  von  da  über
Schaar  nach  Jakkobag.  Von  hier  ging  ich  nicht,  wie  das  Programm  bestimmte,  direkt  nach  Gusar,  sondern
machte  einen  seitlichen  Abstecher  über  Tscliiraktschi  und  Tschim-kurgan  nach  Karschi,  weil  am  14.  und.
18.  Juni  zwei  Sternbedeckungen  bevorstanden,  die  ich  in  Gusar  beobachten  sollte,  und  ich  nicht  bis  dahin
unthätig  au  einem  Platz  sitzen  wollte.  Die  Beobachtung  dieser  Sternbedeckungen  in  Gusar,  wo  ich  vom
13.  bis  19.  Juni  verweilte,  misslang  infolge  ungünstiger  Witterung.  Da  für  die  nächsten  Tage  keine  weiteren
Sterubedeckungen  bevorstanden,  so  verliess  ich  Gusar  am  19.  Juni,  ging  über  das  südlich  davon  gelegene
unwirthliche  Gebirge,  über  Tokaschur,  Kuitang  und  Kalljuk  nach  Kelif-,  von  dort  am  rechten  Ufer  des.
Amu-darja  entlang  nach  Tschuschka-Gusar  und  von  da  über  Schir-abad  und  Sairab  nach  Baisun,  wo  ich
am  3.  Juli  anlangte.  Auch  in  Kuitang  und  Kelif  war  es  mir  nicht  gelungen,  Sternbedeckungen  zu  beobachten. ­
  Da  die  Dauer  der  Zeitübertragung  zwischen  Samarkand  und  Baisun,  d.  h.  vom  31.  Mai  bis  4.  Juli
offenbar  zu  gross  war  zur  Ableitung  der  Längen  mit  hinreichender  Genauigkeit,  so  blieb  mir  nichts  übrig’
als  zwischen  Baisun  und  Gusar  eine  spezielle  Chronometer-Uebertragung  auszuführen,  wodurch  dann  die
Strecke  Samarkand—Baisun  in  zwei  Theile  zerlegt  wurde:  Samarkand—Gusar  und  Gusar—Baisun.  Nachdem ­
  mir  in  Baisun  am  7.  und  9.  Juli  die  Beobachtung  je  einer  Sternbedeckung  gelungen  war,  reiste  ich
am  11.  Juli  von  Baisun  ab,  kam  am  13.  nach  Gusar  und  nachdem  ich  dort  am  13.  und  14.  mehrere
Zeitbestimmungen  gemacht  hatte,  kehrte  ich  über  Kara-chowal  und  Derbent  am  17.  Juli  nach  Baisun
zurück.  Um  eine  grössere  Schnelligkeit  der  Bewegung  zu  ermöglichen,  hatte  ich  während  dieser  Expedition
sowohl  alles  Gepäck  als  auch  die  magnetischen  Apparate  in  Baisun  zurückgelassen.  Da  auf  diese  Weise
Baisun  der  Knotenpunkt  für  alle  meine  Längen-Bestimmungen,  sowohl  für  'die  bisher  ausgeführten  als  auch
für  die  folgenden  zwischen  Baisun  und  Margelan  noch  auszuführenden  geworden  war,  so  hielt  ich  die
Beobachtung  von  nur  zwei  Sternbedeckungen  zur  Ableitung  der  absoluten  Länge  von  Baisun  nicht  für
genügend  und  ich  entschloss  mich  deshalb,  hier  die  Bedeckung  der  Hyaden  abzuwarten,  welche  am  27.  Juli
bevorstand.  Die  Zwischenzeit  benutzte  ich  zur  Vorausberechnung  der  Bedeckungs-Momente,  weil  ohne  eine
solche  Vorausberechnung  wohl  die  Beobachtung  der  Eintritte,  aber  nicht  die  der  Austritte  möglich  ist,
welche  diesmal  besonders  günstig  zu  beobachten  waren,  weil  sie  am  dunklen  Rande  erfolgten.  Die  Beobachtung ­
  dieser  Bedeckungen  gelang  mir  vollständig,  indem  ich  am  26.  und  27.  Juli  im  ganzen  sechszehn
Bedeckungs-Momente  von  neun  verschiedenen  Sternen  beobachten  konnte.  Dieselben  Momente,  mit  Ausnahme ­
  der  Bedeckung  von  aTauri,  waren  auch  gleichzeitig  bei  der  Sternwarte  in  Taschkent  beobachtet
worden,  was  für  die  Genauigkeit  der  Resultate  besonders  wichtig  ist.
Obwohl  ich  ganz  erschöpft  war,  weil  ich  drei  Tage  und  Nächte  kein  Auge  zugemacht  hatte  und  stark  an
Fieber  litt,  ritt  ich  sofort  nach  Beendigung  der  Beobachtungen  am  Morgen  des  27.  Juli  aus  Baisun  und  ging
ohne  weiteren  Aufenthalt  über  Mir-schade,  Sary-dschui,  Karatag,  Düschambe,  Kafir-nagan,  Faisabad  und
Baldschuan  nach  Chowaling  in  Darwas.  In  Kafir-nagan  gelang  mir  noch  die  Beobachtung  von  drei,  in
Chowaling  von  zwei  Sternbedeckungen.  Von  hier  sollte  ich  dem  Programm  gemäss  nach  Kalai-chum,  der
Hauptstadt  von  Darwas,  gehen.  Kalai-chum  war  aber  in’s  Programm  aufgenommen  worden,  weil  auf  der  früheren
Karte  von  Turkestan  der  grade  Weg  von  Baldschuan  dahin  führt,  während  in  Wirklichkeit  Kalai-chum  auf
der  andern  Seite  eines  hohen  schneebedeckten  Gebirgszugs  liegt,  über  den  kein  einziger  Pass  führt.  Ich
ging  deshalb  von  Chowaling  weiter  über  Kalai-chodcha,  Tobi-dara  und  stieg  über  deu  Pass  Kamtschirak
hinüber  nach  Garm,  der  Hauptstadt  von  Karategin.  Von  da  ging  ich  am  Kysyl-su  aufwärts  über  Mirtab
nach  Sanku.  Hier  verliess  ich  das  Thal  des  Kysyl-su  und  stieg  über  den  Pass  Bokbasch  (12170  Fuss  hoch)
nach  dem  Thal  von  Karamuk.  Von  da  gelangte  ich  endlich  über  den  14500  Fuss  hohen  schneebedeckten
Pass  Kara-kasyk,  über  Schach-i-mardan  und  Wuadil  nach  Margelan,  dem  Endpunkt  meiner  Längen-Bestimmungen.

In  Margelan,  wo  ich  meine  Kosaken  entliess  und  meine  Pferde  verkaufte,  verweilte  ich  vom  2.  bis
6.  September.  Hier  hatte  ich,  ebenso  wie  in  Dschisak,  Samarkand  und  Chodschent  eine  Revision  der  aus
Staatsmitteln  unterhaltenen  meteorologischen  Station  vorzunehmen.  Auf  dem  Postwege  von  Margelan  nach
Taschkent  bestimmte  ich  wieder  in  ähnlicher  Weise,  wie  zwischen  Taschkent  und  Samarkand,  die  magnetischen ­
  Koordinaten  in  Durmantscha,  Bisch-aryk,  Karak-tschukum,  Chodschent,  Dscham-bulak  und  Pskent,
indem  ich  die  Uhrkorrektionen  nur  in  Margelan  und  Pskeut  besimmte  und  dieselben  dann  für  die  zwischenliegenden ­
  Stationen  interpolirte.
            
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