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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1892 No, 4 —
verschieden ist. Während Krankenhagen die Richtung des Gradienten seinen Untersuchungen zu Grunde
legt, geht Koppen von der Windrichtung aus und bei meiner Arbeit ist die Lage des höchsten Barometere
Standes in den Hochdruckgebieten als maassgebend angenommen worden. Indessen dürften die Resultat-
wenigstens annähernd mit einander vergleichbar sein.
Tabelle II.
1) Für Deutschland, Lage .. ..
I
II
III
IV
V
VI
VII
Vili
2) Für Swinemünde, Gradient
... S
SW
W
NW
N
NE
E
SE
3) Für Petersburg, Windrichtung NE
E
SE
S
SW
W
NW
N
1) Kältere Jahreszeit (Oktober b
is März)
I
II
III
IV
Y
I\
VII
Vili
Central
Deutschland
135
105
52
55
16*
43
69
25
159
Swinemünde
39
70
58
67
57
87
33
16*
—
Petei'sburg
4*
12
20
15
21
12
13
4*
—
2) Wärmere Jahreszeit (April bis September)
Deutschland
92
56
12*
30
63
98
111
80
278
Swinemünde
53
42
35
19*
68
98
69
25
—
Petersburg
12
6
11
2*
6
9
8
12
—
Man sieht aus dieser Zusammenstellung, dass im Allgemeinen in der kälteren Jahreszeit die nördlichen
und nordöstlichen Lagen, dagegen in der wärmeren Jahreszeit die südwestlichen und westlichen Lagen die
häufigsten sind und diese Thatsache weist darauf hin, dass wir es hier mit der Verlagerung der grossen
Hochdruckgebiete im Osten und im Südwesten von Europa zu thun haben. Das erstere verlagert sich in
der kälteren Jahreszeit häufig nach Westen hin, nach Nordwestrussland und Skandinavien, das letztere
schiebt sich in der wärmeren Jahreszeit sehr oft nordwärts nach den britischen Inseln oder nach noch höheren
Breiten vor, die sehr häufig auftretende kühle veränderliche Witterung unserer Sommer bedingend.
Abweichend von meiner Zusammenstellung ist die Existenz eines Maximums der südlichen Lage in der
kälteren Jahreszeit für Swinemünde sowol als auch für Petersburg. Der Grund dieser Abweichung liegt
darin, dass das barometrische Maximum im Süden wol am häufigsten über der Alpengegend liegt und dass
diese Fälle in meiner Zusammenstellung in der Regel zu den zentralen Lagen gerechnet wurden. In der
wärmeren Jahreszeit zeigt sich für Petersburg ein Maximum der Häufigkeit für die nördlichen Lagen, eine
Thatsache, welche in der Lage dieses Ortes zum Meere und zum Festlande ihre Erklärung finden dürfte.
Mittlere Dauer und Aufeinanderfolge der Maxima.
Tabelle lila.
Mittlere Dauer der Maxima und Minima in Tagen, sowie mittlere Wahrscheinlichkeit der
Fortdauer derselben von Tag zu Tag.
Lagen
Mittlere Dauer
Wahrscheinlichkeit der Fortdauer
Winter
'Frühling
Sommer
Herbst
Jahr
Winter
Frühling
Sommer
Herbst
Jahr
I + 'JI
3.5
2.4
2.0
2.2
2.6
71
58
50
55
62
III+ IV
2.1
1.5
1.3
1.5
1.7
52
33
23
33
41
V + VI
1.5
1.7
1.6
1.2
1.6
33
41
38
17
38
Maxima .
VII+VIII
2.0
1.9
2.7
1.4
2.0
50
47
53
29
50
c.
1.7
1.8
1.7
1.8
1.7
41
44
41
44
41
überhaupt
5.6
3.4
3.6
2.9
3.8
82
71
72
66
74
Minima
6.7
5.0
3.6
6.2
5.2
85
80
72
S4
81