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Full text: 15, 1892

Dr. Paul Schlee: Niederschlag, Gewitter und Bewölkung etc. 
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hier wurden in allen 2^2 Grad - Abschnitten in allen Monaten Regentage verzeichnet mit einer einzigen 
Ausnahme, denn in dem Abschnitt von 15°—1772° n. B. findet sich für den Mai unter (nur) 30 Beobachtungs 
tagen kein Regentag. 
Wie schon bekannt ist durch die Ergebnisse der englischen Veröffentlichungen, 1 ) befindet sich in der 
Mitte des Atlantischen Ozeans der meteorologische Aequator unter 5° n. B. Auch unser Diagramm zeigt 
ihn genau an dieser Stelle. Während der nordhemisphärischen Sommer- und Herbstmonate befindet sich 
die Mitte des Stillengürtels nördlich vom meteorologischen Aequator, genau während der beiden anderen 
Jahreszeiten südlich von ihm. 
Wie für alle berücksichtigten Theile des Atlantischen Ozeans, so stellt unsere Untersuchung auch für 
den Stillengürtel in Folge des besseren Materials eine grössere Regen Wahrscheinlichkeit fest als die Arbeit 
von Koppen und Sprung. Jede der früheren Untersuchungen hat für den Calmengürtel, sei es im 
Atlantischen, sei es im Indischen Ozean, eine grössere Regenwahrscheinlichkeit erhalten als die vorher 
gehende, und so ist auch eine Regenhäufigkeit, wie sie durch unsere Arbeit gefunden worden ist, für den 
ozeanischen Stillengürtel bis jetzt nicht vermerkt worden. Liegen die Scheitelpunkte der Kurven, welche 
für die einzelnen Monate die Regenwahrscheinlichkeit auf einem Meridianstreifen des Atlantischen Ozeans 
ausdrücken, bei Koppen und Sprung immer zwischen 0.60 und 0.80 im Mittel bei 0.75, 2 ) so liegen sie 
nach unseren Werthen alle zwölf zwischen 0.77 und l.oo und durchschnittlich bei 0.90. Es musste nun 
auch die Ansicht fallen gelassen werden, dass jeder Theil der Zone, in der sich der Calmengürtel hin- und 
herschiebt, einmal im Jahre am ganz trockenen Passatgebiete Theil nehme, sodass die Regenwabrschein- 
lichkeit unter 0 20 sinke. 3 ) Unser Diagramm zeigt vielmehr, dass am meteorologischen Aequator ein Streifen 
vorhanden ist, aus dem der Stillengürtel kaum ganz herauskommt und wo der Passat an der Grenze der Calmen- 
zone immer schon flauer, veränderlicher und regenreicher ist. Dieser Streifen musste daher von den 
Gegenden, in denen die Regenwahrscheinlichkeit in der Jahresperiode unter O.20 sinkt, auf der Karte durch 
die gezähnte Linie ausgeschlossen werden, die zur Begrenzung dieser Gebiete ebenso wie in den Atlanten 
des Indischen und des Atlantischen Ozeans und auf der Karte des Berghaus’schen Atlas angewandt wurde. 
Aus unseren Diagrammen lässt sich ferner erkennen, dass die Intensität des Calmengürtels in seinen 
verschiedenen Theilen im Laufe des Jahres Veränderungen erleidet, die durch sein Verhältniss zu den 
Festländern Südamerika und Afrika bedingt sind. Nur wo seitlich, im Osten oder Westen, kein stärker 
erhitztes Festland die Luft ansaugt, da entwickelt sich ungestört der Stillengürtel, da entstehen in grösserem 
Maasse auf dem Meere selbst die kleinen Theildepressionen, welche Calmen, elektrische Erscheinungen und 
Regengüsse im Gefolge haben. 4 5 ) Wenn am Ende des nordhemisphärischen Sommers der erwärmte Körper 
Nordafrikas bis 30° w. L. die Passate zum westlichen Monsun verkehrt, dann zeigt, je mehr wir uns von 
Westen der afrikanischen Küste nähern, der Calmengürtel eine desto geringere Intensität, indem Windstillen, 
Gewitter und Regen dann im Osten am seltensten sind. Die Isobarenkarten zeigen, dass dann Nordafrika 
geringen Luftdruck hat, im Stillengürtel des Ozeans aber dann der höchste Luftdruck des ganzen Jahres 
herrscht. 6 ) Ist sechs Monate später im westlichen Theile des Ozeans der Gradient nach dem erhitzten 
Festlande Südamerikas gerichtet, so macht sich auch hier eine Abnahme der Calmen, Gewitter und Regen 
fühlbar. Wenn man die Wahrscheinlichkeit für diese drei Elemente aus den Charts of Meteorological Data 
for nine 10° Squares gesondert nach Meridianstreifen zusammenstellt, so erkennt man, dass sich östlich 
von 30° w. L. der Einfluss Afrikas fühlbarer macht, indem hier der Stillengürtel etwa im August, bei nörd 
licher Lage seine geringste Intensität zeigt, westlich jenes Meridians jedoch der Calmengürtel etwa im 
März, in Folge des Einflusses von Südamerika, also bei südlichster Lage am schwächsten ausgebildet ist. 
Sehr klar zeigen diese Verhältnisse auch die Windkarten für die bürgerlichen Quartale im Atlas des 
*) Yergl. besonders: „Meteorolog. Office, Bemarks to accompany Montbly Charts of Meteorol. Data for Square 3“ und 
A. Müliry: „Die Meteorologie des Calmengürtels“, untersucht auf dem Atlant. Ozean. Zeitschr. f. Meteor., 1876. (Berichtigung 
dazu, ebenda 1880, pag. 476.) 
2 ) Kurventafel zu Koppen und Sprung: „Die Regenverhältnisse u. s. w.“ Annal. derHydr., 1880, Heft V. 
3 ) Koppen und Sprung: „Kegenverhältnisse u. s. w.“ Annal. der Hydr., 1880, pag. 475. 
4 ) Vergl.: „Tägliche synoptische Wetterkarten für den Atlant. Ozean und die anliegenden Theile der Kontinente.“ Heraus 
gegeben von dem Dänischen Meteorolog. Institut und der Deutschen Seewarte. Die Beobachtungen elektrischer Erscheinungen 
sind nur in den Manuskriptkarten angegeben. 
5 ) Monatliche Isobarenkarten in: „Eeport on the Scientific Eesults ofthe Voyage ofH. M. S. Challenger“, -Vol. II, Part.V 
A. Buchau: „Eeport on Atmospheric Circulation“. London 1889.
	        
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