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Das Festmachen der Schiffe an dem oben erwähnten Kai geschieht in
ler Weise, dass man ungefähr in der Mitte des Stromes den Steuerbord-Anker
fallen lässt und vor demselben sich an das Land heranfiert. Beim Fortgehen
hievt man sich später an diesem Anker ab, doch ist der Hauptzweck dabei,
das Schiff, wenn der Wind von Steuerbord ein ist, vom Land frei zu halten,
so dass es bei der Ebbe nicht trocken fällt. Aus dem gleichen Grund wird
vom Steuerbord - Heck ebenfalls ein Stromanker querab ausgebracht. Am
Land sind starke Pfähle eingerammt, an denen die Trossen oder Festmacher-
ketten von der Backbordseite aus befestigt werden. Die Schiffe bleiben in
dieser Weise noch ca. 10 Met. vom Land entfernt, und muss die Verbindung
mit dem Ufer durch eine Brücke hergestellt werden, welche von den Hafen-
jehörden für die Kanonenboote kostenfrei errichtet wird.
Proviant. Das Wasser des Peiho kann in dem Zustande, in welchem
os aus dem Flusse geschöpft wird, weder zum Waschen noch zum Kochen, viel
weniger aber zum Trinken benutzt werden. Da der Fluss jedoch die einzige Quelle
ist, aus welcher das Wasser bezogen werden kann, und eine besondere Filtrir-
Anstalt dort nicht existirt, so muss sich jedes Schiff seine eigene anlegen, da
es sich nicht empfiehlt, das Wasser im Destillir-Apparat zu destilliren, welcher
dadurch in kurzer Zeit verschlammt und verschmutzt werden würde. Das Ver-
jahren, welches seit Jahren von den Kanonenbooten aller Nationen dabei
feobachtet worden, ist folgendes: Der Contract für die Lieferung des täglichen
Wasserbedarfs wird mit dem Schiffshändler oder einem chinesischen Compara-
dore abgeschlossen, derselbe erhält dafür den Preis von 60 Cents (= 2.08 M)
den Tag. Er legt dazu ein chinesisches Fahrzeug längsseit, dasselbe wird zur
Zeit der Ebbe durch seine Leute voll Wasser gefüllt, welches dann durch einen
Zusatz von Alaun abgeklärt wird. Am Ufer wird dicht an der Landungsbrücke
aus mehreren Fässern ein Filtrir-Apparat errichtet, in welchen das Wasser,
sobald der Schmutz und Schlamm sich gesetzt hat, gegossen wird. Aus dem
ersten Fasse, in welchem sich Lagen aus Sand und Holzkohle befinden, läuft
das Wasser in ein zweites mit dem gleichen Inhalt, aus welchem es dann voll-
ständig klar in ein drittes tritt, Zwei solcher Apparate genügen vollständig
{für den Bedarf eines Kanonenbootes. Vorsichtshalber wurde das Wasser nicht
in rohem Zustande den Leuten zum Trinken gegeben, sondern noch mit Thee
abgekocht. Zum Waschen der Kleidungsstücke und des Decks wird das Wasser
direct aus dem Prahm genommen, nachdem sich der Schlamm darin niederge-
schlagen hat. Die Fässer zur Herstellung des Apparats werden. von dem
Lieferanten geliehen, während die Kosten für die Errichtung der denselben
schützenden Hütte von dem Schiffe getragen werden müssen. Im Sommer genügt
dazu ein leichtes aus Matten hergestelltes Häuschen, während im Winter ein
festeres heizbares Gebäude darüber errichtet werden muss, um das Wasser am
Gefrieren zu verhindern.
Schiffsproviant ist in Tientsin nur in geringem Maasse und nicht von be-
sonderer Güte vorhanden, dagegen ist das frische Rindfleisch zum Preise von
5 Cents (0.22 AM) das Pfund ganz vorzüglich, ebenso ist auch das frische
Brod, welches 6 Cents (0.27 A) das Pfund kostet, von guter Beschaffenheit,
Auch die übrigen Lebensmittel sind gut und nicht theuer, nnr Kartoffeln waren
zur Zeit des Aufenthaltes von „Cyclop“ noch knapp und nicht billig, der Picul
(60.479 Kilogr.) kostete 2'/ bis 3 Dollars (1l.ıs bis 13.4 MM).
Kohlen lagerten einige hundert Tonnen am Platze, deren Preis zwischen
12 bis 15 Dollars (53.64 bis 67.05 MM) varürte.
In gleicher Weise, wie sich Tientsin nicht dazu eignet, um daselbst ein
Schiff mit Seeproviant auszurüsten, so ist es auch nicht möglich, dort Materia-
lien in grösserer Menge zu beschaffen, oder umfangreichere Reparaturen vor-
zunehmen, wofür daselbst alle Vorkehrungen fehlen. Die vor dem Peiho liegende
Barre ist, obwohl die Segeldirectionen das Gegentheil behaupten, nur in äusserst
nangelhafter Weise betonnt. Die Tonnen liegen zu weit auseinander und sind
an und für sich zu klein. Da sie weder einen Korb noch sonst ein Toppzeichen
‘ühren, so sind dieselben, wenn, wie es meistens der Fall ist, die Barre mit
chinesischen Fischerbooten bedeckt ist, kaum zwischen diesen herauszufinden.