accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 12 (1884)

Reiseberichte S. M. S. „Prinz Adalbert“. 
und auch der Süden Sumatra’s und die nördlich von Krakataw liegenden stark 
bevölkerten Inseln haben, weil dem Eruptionsfelde näher, womöglich noch 
stärker wie Anjer und dessen Umgegend gelitten. Die von mir dort gesehenen 
angerichteten Verheerungen spotten thatsächlich der Beschreibung und können 
uur in der Bemerkung gipfeln, dafs bis dahin, wo die Eruptionsfluthen drangen, 
Alles, was an Pflanzen und Gebilden den lohmigen Urboden bedeckte, bis auf 
diesen glatt weggeschwemmt ist. Nur die Fundamente des 500 Insassen be- 
herbergenden Korrektionshauses, das, durch die andrängende erste Fluth 
zusammenstürzend, alle Beherbergten unter den Trümmern begrub und der 
Vernichtung preisgab, ermöglichen es, sich die Lage Anjers.zu vergegenwärtigen. 
Die weit ausgedehnten und prachtvollen Arjer umgebenden Kokos- 
waldungen sind durch die Fluthen entwurzelt, und liegen Tausende von Stämmen 
dieser einst so reichen Ertrag liefernden Bäume nun zersplittert und verdorrt, 
über-, in- und durcheinander geworfen, oftmals ziemlich weit im Lande, an durch 
Bodensenkungen gebildeten Stellen, wohin sie von den Fluthen getrieben wurden, 
ohne mit dem zurücktretenden Wasser wegen vorliegender Bodenerhebungen 
dem Meere zugeführt werden zu können. 
Auch der Strand und dessen nächste Umgebung bei Anjer ist mit grofsen 
und kleinen Bimssteinstücken besät, und scheinen die bis jetzt gemachten Ver- 
suche der neuangesiedelten Eingeborenen, das des Humus beraubte Erdreich 
wieder unter Kultur zu nehmen, grofse Schwierigkeiten zu bereiten und wenig 
Aussicht auf Erfolg zu bieten. 
Was an Pflanzen nicht durch die Fluthwellen zerstört ist, hat durch den 
Aschenregen da, wo dieser in weiterem Umkreise vertrieben wurde, stark ge- 
litten. Namentlich soll in diesen Distrikten der Ertrag der Kokospalmen für 
Jahre fast gänzlich in Frage gestellt worden sein, wie denn überhaupt ein un- 
geheurer Verlust an Menschenleben, Schaden an Eigenthum und Bodenertrags- 
fähigkeit durch die Folgen des Ausbruchs von Krakatawu entstanden ist. 
Das Telegraphenkabel von Anjer ist von der Zerstörung nicht verschont 
geblieben; die in der Karte verzeichneten drei Tonnen zur Kennzeichnung des 
Kabels sind gleichfalls verschwunden. Nach Angabe der ansässigen Malayen 
soll das nach Sumatra und von dort weiter leitende Telegraphenkabel nach der 
Insel Merak verlegt sein, woselbst auch die seither in Anjer befindliche Tele- 
graphenstation errichtet ist und auch Depeschen aufgegeben werden können.‘) 
Wie bereits in den „Nachr. f. Seef.“ 1884 No. 1, 29, bekannt gemacht, 
ist auf dieser Insel ein Leuchtfeuer 6. Ordnung errichtet, welches auf einer 
Bake von derselben Beschaffenheit wie die auf Fourth Point angebracht ist und 
brennt. Neben der Bake steht eine Signalstation, durch welche passirende, 
den Namen signalisirende Schiffe telegraphisch nach Batavia gemeldet werden. 
Von Südwesten kommend, ist die dann zum Theil hinter Bäumen verdeckt 
liegende Bake und Signalmast nicht leicht aufzufnden. Mit mehr östlicher 
Peilung treten dieselben jedoch deutlicher hervor. 
Von Anjer kommend und Brabands-I. an St-B., Toppers-I. an B-B. lassend, 
ist es, indem man auf letztere so zusteuert, dafs sie in ca 1 Sm Abstand passirt 
wird, leicht, sich von den südlich von Merak und westlich von Toppers liegenden 
Untiefen freizuhalten und die Java-See zu gewinnen. Für die Passage des 
südlichen Theiles dieser Gewässer empfiehlt es sich, auf dem Wege zur Banka- 
Straßse zunächst recht auf die Mitte des Abstandes zwischen den Inseln Two 
Brothers und North Watcher, etwa mit NNO'/A40-Kurs, zu halten und nach dem 
Insichtkommen letzterer Insel mit etwas östlicherem Kurse, etwa NO'/20, diese 
in ca 3 Sm Abstand zu passiren. — Man bleibt so von den südlich North 
Watcher und den zwischen derselben und den Two Brothers liegenden Untiefen 
frei. Am Tage bekommt man mit dem vorangegebenen ersten Kurse die Insel 
Babie und weiter nördlich, schon vor dem Erscheinen von North Watcher und 
den Two Brothers, Pulo Peblakan- oder West-, North- und Doea-I. und andere 
Inseln der Tausend Inseln-Gruppe in Sicht und hat durch dieselben guten An- 
halt für die Navigirung. Bei Nacht genügt das Feuer von North Watcher, 
nachdem es in Sicht gelaufen, zur Orientirung, 
[35 
" Vgl. No. 1085 d. dies). „Nachr. £. Seef.“.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.