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Full text : 13, 1890

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Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Seewarte  —  1890  No.  1  —

konnten.  Die  Errichtung  eines  Signalmastes  auf  dem  Südende  der  Insel,  sowie  andere  hierher  gehörige
Einrichtungen  müssen  für  das  nächste  Jahr  Vorbehalten  bleiben,  da  hiefür  die  erforderlichen  Mittel  iin  Etat
vorgesehen  werden  müssen.
Leider  gelang  es  der  Direktion  auch  im  Berichtsjahre  nicht,  die  Witterungs-Nachrichten  aus  dem
Südwesten  Europas  alltäglich  rechtzeitig  zum  Gebrauche  bei  den  Witterungs-Aussichten  und  den  Sturmwarnungen ­
  zu  erhalten.  Noch  immer  fehlen  die  Nachrichten  aus  Portugal  und  Spanien,  und  steht  zu  hoffen,
dass  es  den  Bemühungen  der  Direktion,  erneuert  bei  der  im  Jahre  1891  abzuhaltenden  internationalen
Konferenz  der  Direktoren  der  meteorologischen  Institute  gelingen  wird,  eine  wesentliche  Verbesserung  der
bis  jetzt  bestehenden  Verhältnisse  herbeizuführen.
Vom  28.  Juli  bis  31.  Oktober  ging  auch  im  Berichtsjahre  eine  Depesche  nach  Stockholm,  enthaltend
die  Nachmittags-Beobachtungen  der  Stationen  Hamburg,  Neufahrwasser  und  Chemnitz  in  je  zwei  Gruppen;
dagegen  wurden  vom  1.  Oktober  die  Abend-Beobachtungen  von  Haparanda  und  Stockholm  an  der  Seewarte
übermittelt.
In  der  Depesche  nach  Paris  wurde  vom  16.  Oktober  an  Wiesbaden  statt  Kassel  gegeben,  weil  die
Depeschen  der  letzteren  Station  meist  sehr  verspätet  auf  der  Seewarte  eintrafen.
In  der  Depesche  nach  Brüssel  wurde  seit  Mitte  April  des  Berichtsjahres  statt  Petersburg  Helsingfors,
statt  Wien  München  im  Falle  der  Verspätung  gegeben.
Dieses  sind  die  wenigen  Veränderungen  im  Verkehre,  welche  gegen  früher  zu  verzeichnen  sind.
II.  Tägliche  telegraphische  Berichterstattung  an  das  Publikum.
Hafentelegramme  erhielt  seit  dem  16.  September  Helgoland;  ausserdem  wurden  der  Hauptagentur  im
Freihafengebiet  in  Hamburg  seit  dem  1.  April  Hafentelegramme  zugestellt,  welche  auch  an  dem  Dienstgebäude
dieser  Agentur  (Silo-Speiclier  B)  im  Wetterkasten  der  Seewarte  zur  Ausstellung  gelangten.
In  Beziehung  auf  den  inländischen  Depeschenverkehr  kamen  folgende  Veränderungen  vor:  in  den  nach
Magdeburg,  Chemnitz,  Berlin  und  Breslau  abgehenden  Depeschen  kam  seit  Oktober  die  Station  Kasssei  in
W  egfall.
Die  schon  seit  langer  Zeit  an  das  Tageblatt  in  Stuttgart  abgehende  Depesche  kam  seit  Dezember  in
Wegfall;  dagegen  erhielt  das  Meteorologische  Institut  in  Stuttgart  alltäglich  in  einem  zweiten  Telegramm
die  zur  Zeit  der  Absendung  noch  fehlenden  Angaben.
Telegramme  zur  Konstruktion  der  Wetterkarten  nach  ausserhalb  Hamburgs.  In
diesem  Theile  des  Dienstes  der  Abtheilung  III  trat  keinerlei  Aenderung  ein.
Ila.  Die  Normal-Beobachtungs-Stationen  und  Signalstellen  der  Seewarte  an  der  Deutschen  Küste.
In  Neufahrwasser  fand  eine  Verlegung  der  Normal-Beobachtungs-Station  statt,  indem  dieselbe  am
1.  April  nach  derselben  Stelle  verlegt  wurde,  wo  sie  bis  zum  1.  April  1884  untergebracht  war.
In  Swine  münde  erhielt  der  Regenmesser  eine  wesentlich  freiere  Aufstellung,  bei  welcher  Gelegenheit,
um  Unbefugte  abzuhalten,  derselbe  von  einem  genügend  hohen  Lattenzaun  umgeben  wurde.
In  Kiel  wurde  das  Anemometer  am  1.  Oktober  auf  dem  Wohngebäude  der  Sternwarte  aufgestellt
(Seehöhe  64.8“  gegen  früher  63.0“).  Anfang  Juni  wurde  diese  Station  mit  einem  neuen  Stationsbarometer
mit  festem  Boden  ausgerüstet.
An  der  Seewarte  wurde  der  Sonnen-Autograph  auf  einem  gemauerten  Pfeiler  anstatt  auf  einem  Holzpfahle ­
  (auf  dem  Westthurme  der  Seewarte)  angebracht,  wodurch  er  eine  festere  und  höhere  Aufstellung  erhielt.
Bezüglich  der  Aenderungen  an  den  Signalstellen  ist  Nachstehendes  zu  bemerken:
An  den  Signalstellen  Travemünde,  Heia  und  Brüsterort  wurden  neue  Signalmasten  errichtet.  In  Marienleuchte ­
  brach  am  2.  Oktober  während  einer  Sturmböe  die  Signalstange  oberhalb  des  Fusses  ab.  Dieselbe
konnte  bis  jetzt  noch  nicht  erneuert  werden.
Personal-Aendernngen  fanden  statt  in  Stralsund,  wo  seit  dem  1.  April  der  Hafenmeister  Herr  Koch
als  Vorsteher  der  Signalstelle  ernannt  wurde  und  auf  Borkum  ,  wo  der  Beamte  der  Inselbahn,  Herr  Sch  wo  on,
die  Leitung  der  Normal-Beobachtungs-Station,  sowie  der  Signalstelle  übernahm.
Inspizirt  wurden  im  Berichts-Jahre  folgende  Normal-Beobachtungs-Stationen  bezw.  Signalstellen:
vom  Abtheilungs-Vorsteher  Herrn  Prof.  Dr.  van  Bebber:  Swinemünde,  Greifswalder-Oie,  Thiessow,  Arkona,
            
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