134
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1911,
Quarantäne. Vom Auslande kommend muß ein Gesundheitspaß vorgelegt
werden; hat man vorher schon einen koreanischen oder japanischen Hafen angelaufen,
so ist das nicht mehr notwendig.
Zollbehandlung ist zuvorkommend. Von Schiffspapieren wurden verlangt:
Schiffszertifikat, Ladungsmanifest oder Konnossemente, Proviant- und Mannschaftsliste,
Musterrolle, Lukenplan, schriftliche Anmeldung für das Konsulat,
Schein über bezahlte Tonnengelder für die letzten vier Monate innerhalb des
japanischen Reiches,
Der Ankerplatz auf der Reede östlich von den Felsen Uno-se und Chehipaui
bis zu Cho To oder Mudge-Insel wird von Handelsschiffen selten oder nie
benutzt, da die Ladungsarbeiten wegen der großen Entfernung von den Leichterhäfen
bei Sorio zu sehr aufgehalten würden. Kriegsschiffe benutzen die äußere
Reede wegen der freieren Lage zu Bootsmanövern usw. Die geschützteste Stelle
bei ablandigen und südlichen Winden findet man westlich von Cho To auf etwa
9 bis 11 m (5 bis 6 Faden). Bei nördlichen und östlichen Winden kann man
hier aber nicht liegen bleiben.
F-Kapt. Obenheimer, Kommandant S. M. S. »Irene«, ankerte im Juli
1899 auf der äußeren Reede in den Peilungen Yogudan San in rw. 91°
(mw. 01/,S), Uno-se rw. 326° (mw. NNW°/,W), und sagt über die äußere Reede
folgendes: »Der Ankergrund ist sehr gut, denn der Anker hielt bei einem zwei
Tage dauernden Sturm aus nordöstlicher Richtung mit Böen von Stärke 9.
Trotz der stetigen Richtung des Windes kam allmählich starke östliche Dünung
im Hafen auf, so daß das Schiff bis zu 25° schlingerte. Die im inneren Hafen
liegenden kleineren Schiffe lagen ruhig. Der Ankerplatz westlich von der
Mudge-Insel (Cho To) auf 71, bis 11 m Wasser über Schlickgrund mit dem Südwestende
der Insel in Eins mit dem Kap Vashon oder Sein Kutsu hätte bei
diesem Wind und Seegang weniger Schutz geboten; dort stand starke Brandung
an der Küste.«
Gezeiten. Die Hafenzeit für Fusan ist 8b 17min; Hochwasserhöhe bei
Springtide 1.3 m, bei Nipptide 0.9 m. Auf die starken Gezeitenströme mit Geschwindigkeiten
bis zu 2!/, Sm in der Stunde vor der Einfahrt in die Bucht
von Fusan und hier namentlich dicht bei dem Leuchtturm auf Choragu somu
und bei der Segu-Klippe wie auf die daselbst auftretenden Neerströmungen und
Wirbel ist bereits hingewiesen worden. Dagegen sind die Strömungen auf der
Reede und in den Engen bei Uno-se verhältnismäßig schwach und erreichen nur
'/, und %, Knoten. In der engen Durchfahrt zwischen Sorio und der Nordwestspitze
von Choragu somu und auch grade auf dem inneren Ankerplatz der Schiffe,
in der Nähe der Zoll- und Leichterhäfen, erreichen sie wieder Geschwindigkeiten
von 2 bis 3 Sm in der Stunde. Kapt. W. Hülsebusch berichtet: »Die Gezeiten
waren ziemlich regelmäßig, die Gezeitenströmungen aber wurden durch den
herrschenden Wind stark beeinflußt.«
Barre. Die sogenannte südliche oder innere Einfahrt zu dem Innenhafen
von Fusan zwischen der Nordwestecke von Choragu somu und Sorio wird tiefgehenden
Seeschiffen durch Barren gesperrt, von denen die eine querab von dem
Dorfe Pumindogo, die andere vor dem Nordwestende der Insel Deer liegt. Auf
den Barren ist 4.6 bis 5.5 m (2!/, bis 3 Faden) Wasser. Küstendampfer benutzen
diese Einfahrt vielfach und halten sich dabei in der Mitte des Fahrwassers.
Das französische Kanonenboot »Vipdere« passierte diese Einfahrt mit 3.2 m Tiefgang
anstandslos,
Über Wind, Wetter und Klima vgl. Brit, Shb. »Japan, Korea, and adjacent
Seas« 1904 S. 120 und 773. Eine kurze Übersicht möge hier folgen: Die
Witterung in Fusan ist gewöhnlich sehr gut. Im Juli regnet es etwas. Die
Temperatur schwankt zwischen — 5° in der kältesten, und 32° bis 35° in der
heißesten Zeit; die Hitze wird jedoch durch die nordöstlichen Winde gemildert.
Taifune sind selten. Von Mai bis August trifft man westliche, von Oktober bis
März östliche Winde. Es gibt jedoch ungefähr ebenso viele stille als windige
Tage, Nebel tritt in den Monaten von April bis August auf und ist im Juni