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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1890 No. 4 —
Also: für eine und dieselbe Grössenstufe im Luftdruckunterschied zwischen Stornoway und Hamburg
sind jedesmal 7—8 Tabellen für sämmtliche Grössenstufen im Luftdruckunterschied zwischen Biarritz und
Hamburg vorhanden.
Diese einzelnen Tabellen zerfallen dann wieder zunächst in 8 Abtheilungen für den Luftdruckunter
schied zwischen Hamburg und Helsingfors, die am Kopf folgende Angaben haben: Luftdruck in Helsingfors
mehr als B mm niedriger als in Hamburg, zwischen +5 und—5 mm, und mehr als 5 mm höher als in
Hamburg.
Auf Seite 22—30 sind die Tage mit einem positiven Luftdruckunterschied zwischen Stornoway und
Hamburg (Stornoway-Hamburg positiv) in ganz derselben Weise wiedergegeben.
Für die Luftdruckverhältnisse von Hamburg nach dem Süden zu, wo wir es meistens mit schwachen
und durch die verschiedene Seehöhe der Stationen minder verlässlichen Druckunterschieden zu thun haben,
sind nicht diese, sondern die Windrichtungen auf 2 Stationen am Nordfusse der Alpen, München und Fried
richshafen, in Betracht gezogen, und zwar in der Art, dass in allen Fällen, wo die Windrichtung von Fried
richshafen nicht mehr als 8 Strich (inkl.) von derjenigen von München abweicht, beide unter der Richtung
von München stehen; wo beide Stationen aber grössere Abweichungen aufweisen, als 8 Striche, sind diese
Tage unter „lokal“ zusammengestellt. Hierbei ist die Voraussetzung gemacht, dass, wenn an zwei so nahe
gelegenen Stationen die Winde so erheblich von einander abweichen, diese lokal beeinflusst sein müssen,
wie solches besonders bei den leichten Winden in einem Maximum des Luftdrucks der Fall zu sein pflegt.
Für das Vorhandensein eines relativ hohen Luftdrucks über den Alpen haben wir dann wieder in
diesem letzten Umstand in einfacher Art einen Ausdruck gewonnen.
Es mag etwas willkürlich erscheinen, dass von allen Stationen im Süden gerade München und Fried
richshafen herangezogen sind, doch glaube ich, dass diese Stationen die Auszeichnung verdienen. Auf der
Hochebene am Nordfusse der Alpen frei gelegen, spiegeln sie in ihren Windrichtungen so ziemlich den Zu
stand im Luftmeere ab, einestheils über den Alpen selbst, anderntheils aber auch das, was im Nordwesten
vor sich geht. Die Alpen haben eine ausserordentliche Tendenz zur Ausbildung von Zungen hohen Luft
drucks und es ist anzunehmen, dass durch die Ausbildung dieser Zungen sowohl die Lage als auch die
Intensität der Depressionen im NW stark beeinflusst wird. Dieser Vorgang spiegelt sieb aber in dem
Verhalten der Windrichtungen von München und Friedrichshafen mehr oder minder ab. Hat z. B. München
am Morgen einen SW-und Friedrichshafen einen nördlichen Wind, so mögen noch so ernste Druckdifferenzen
von Hamburg nach NW hin obwalten, dann wird doch nach der bisherigen Erfahrung am andern Tage
NW-Deutschland verhaltnissmässig ruhiges Wetter haben.
Die Ursache wird wohl darin liegen, dass die Minima im NW dann wenig aktiv sind oder langsam
nach NE wandern. Der niedrige Luftdruck in NW besitzt dann nur eine geringe Saugwirkung; der lokale
(entgegengesetzte) Gradient ist in diesem Falle am Nordabhange der Alpen grösser als der allgemeine
nach NW gerichtete, so dass des morgens der Landwind in Friedrichshafen auf den Bodensee hinaus
Gelegenheit hat sich zu entwickeln. In München weht bei dieser Wetterlage, unter dem Einfluss dieses
letzten schwachen Gradienten (nach NW hin) wie unter dem Einfluss des Bergwindes — am Morgen von
den Alpen — in den meisten Fällen ein südwestlicher Wind. Alle diese Fälle finden wir unter „lokal“ wieder.
Ferner fehlt uns noch ein Ausdruck für die häufige Wetterlage, dass eine Depression direkt im Norden
der deutschen Küste, an der norwegischen Küste liegt. Diese Depressionen werden weder durch die Linie
Hamburg—Stornoway, noch durch die Linie Hamburg—Helsingfors gekennzeichnet, und doch sind sie es, die
zu einem guten Theil, wenigstens für Ostdeutschland und die Ostseeküste, das Wetter beeinflussen. Für
diese speziellen Fälle sind die Windrichtungen von der Station Oxö am Skagerrak, wenn diese SSW—W
waren, bei den betreffenden Tagen unter dem Zeichen * für die Stärken von 1 bis 4 und ** für die Stärken 5 und
darüber angedeutet. Durch diesen Zusatz werden die Depressionen, die etwa im Norden liegen, ziemlich
sicher erkennbar, jedoch darf man nicht zu grosses Gewicht auf diese Angaben legen wenn nur ein ein
zelner * dasteht, denn nicht selten werden diese schwächeren Winde durch einen lokalen Gradienten nicht
unerheblich beeinflusst.
Noch bedarf der Umstand Beachtung, dass die Luftdruck-Ab- oder Zunahme von Hamburg nach
den drei Vergleichs-Stationen Stornoway, Biarritz oder Helsingfors eine unterbrochene sein kann, mit
andern Worten, dass auf den resp. Linien ein Minimum oder ein Maximum des Luftdrucks liegen kann, so
dass die Druckunterscbiede zwischen den Endstationen uns ein falsches Bild vorführen. Dieser UmstandNo full text available for this image
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